Geniale Ideen mit heimischer Schafwolle
ünf Schülerinnen der LFS Bruck, ein Ziel: Mit ihrem „Wollwunder“ verwandeln sie regionale Schafwolle in ein zukunftsweisendes Projekt. Erste Firmen haben schon Interesse an den Produkten angemeldet.
Fünf Schülerinnen der LFS Bruck entwickelten mit „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ ein Projekt, das sich mit der vielseitigen Verwendung von Schafwolle auseinandersetzt.
Die Schülerinnen fanden zahlreiche Veredelungsmöglichkeiten für Schafwolle: Filzen, Stricken, Pellets und gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungs-material.
Das Projekt erhielt den Regionalitätspreis 2025 in der Kategorie Land & Forstwirtschaft, sowie den zweiten Platz beim Arge Alp Wettbewerb in Trient.
Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist.
Hätten Sie es gewusst? Bis zu 800.000 kg Schafwolle werden jährlich in Österreich produziert, bei einem Schafbestand von etwa 400.000 Tieren. Doch für unsere Schafbauern bringt die Wollvermarktung in der Regel wenig ein.
Ein Großteil dieser Wolle wird aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender regionaler Veredelungsstrukturen derzeit vor allem für die Herstellung von Düngepellets oder als Dämmmaterial im Hausbau verwendet. Gleichzeitig werden große Mengen an Schafwolle, vorwiegend aus Australien und Neuseeland, importiert. Für heimische Bäuerinnen und Bauern bleibt der Erlös gering und beträgt nur rund 60 ct/kg.
Dies könnte sich jetzt auch dank einer Initiative von fünf Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck in Salzburg ändern. Die Schülerinnen sollten in Gruppen Projekte zum Thema „Ressourcenschonendes Arbeiten“ gestalten. Nina Eder, Marie Grünwald, Michaela Huber, Laura Merth und Katharina Schwab nahmen im Projekt „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ das Produkt Wolle genauer unter die Lupe. Denn die Schule hat eine eigene Schafherde, die zweimal im Jahr geschoren wird.
„Das Scheren der Tiere kostet mittlerweile mehr, als man mit dem Verkauf der Wolle einnimmt. Auf dem traditionellen Weg wird die Wolle gewaschen, im Lungau kardiert und dann im Unterricht zu Filzprodukten verarbeitet. Dafür wird aber nur ein kleiner Teil der Wolle benötigt“, erklärt Mathias Kinberger, Lehrer der LFS Bruck. Was aber tun mit der restlichen Wolle? Dazu sind die Schülerinnen auf eine innovative Idee gekommen: Gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungsmaterial, die gleich doppelt eingesetzt und nach ihrem Dienst noch als Dünger im Garten verwendet werden kann.
„Wir waschen die Wolle direkt in der Schule, die Pellets werden von der Firma Rocherbauer in Abtenau verarbeitet. In der Schule werden sie verpackt, etikettiert und im Regionalladen verkauft. Wir haben auch schon ein Angebot für eine Kooperation für die Wolle als Verpackungsmaterial bekommen. Die Firma möchte unser Verpackungsmaterial kaufen und würde Werbung für uns machen“, erzählt Laura Merth.
Das Projekt „Wollwunder“ beweist auf eindrucksvolle Art und Weise, wie sich traditionelle Materialien neu denken lassen, und dass regionale Lösungen auch meist die nachhaltigsten sind. Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist. von Torsten Altmann
















