Hannes Blog

Neues aus der Landwirtschaft

Setzt sich Aldi durch: 40 % der verkauften Milch kommt aus Haltungsform 3 und 4

Es ist nicht bekannt, ob bei Aldi die Sektkorken geknallt haben oder ob mit einem Glas Milch angestoßen wurde. Deutschlands größter Discounter meldet, dass inzwischen 40 Prozent der verkauften Frischmilch aus denHaltungsformen 3 und 4 stammen. Aldi hatte unter dem Hashtag ,,Haltungswechsel im letzten Jahr angekündigt, bis 2030 100 Prozent der Milch aus den Haltungsformen 3 und 4 zu beziehen und anzubieten.

Hinter der Haltungsform-Kennzeichnung verbirgt sich der Wunsch, dass der Verbraucher bewusster einkauft. Er soll schnell entscheiden können, welche Produkte er mit welcher Herkunft in seinen Einkaufswagen legt. Die Haltungsform-Kennzeichnung ist dabei kein Tierwohllabel.

Es gibt vier Stufen, wobei eine höhere Ziffer besser sein soll – anders als bei Schulnoten.

  • die Haltungsform 1 bedeutet für Milchvieh möglichst Laufstallhaltung,
  • die 2 Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof an mindestens 120 Tagen,
  • die 3 ganzjährige Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof und
  • 4 ganzjährige Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof, Anbindung ist hier nicht erlaubt.

2021 war die Laufstallhaltung laut Destatis mit einem Anteil von 83 Prozent aller Haltungsplätze die vorherrschende Haltungsform. Bei 10 Prozent waren die Rinder in Anbindehaltung untergebracht.

Aldis Engagement trifft auf gemischte Reaktionen. Tierschützer begrüßen den Vorstoß. So wurde die Initiative von Aldi mit dem „Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2022“ ausgezeichnet. Demgegenüber hat der Bayerische Bauernverband den Haltungswechsel als „Tierwohl-Inszenierung“ bezeichnet. „Leider knausert ALDI, wenn es darum geht den Tierhaltern für den deutlichen Mehraufwand auch mehr zu zahlen und schadet damit bäuerlichen Existenzen“, hieß es vom BBV bereits im Frühjahr.

Aldi hatte im Sommer die Preise für Milch massiv erhöht. Und auch Landwirte bekommen mehr für ihre Milch; im Herbst 2022 lag der Preis mehr als 50% über dem Vormonat demgegenüber stehen sehr hohe Produktionskosten. Selbst bei einem Preis jenseits der 50 oder sogar 60 Cent pro Liter fressen Energie und Transport die Margen auf.

Ich, Ich, Ich- Wie der Egoismus das Gemeinwesen zerstört

Endlich wieder Advent ohne Maske., der Weihnachtsmarkt mit seinen sinnlichen Erleben und gemütlichen Beisammensein. Klar gibt das vor allen für die Putins der Welt. Doch die globalen Verwerfungen graben sich tief in unser kleines Gemeinwesen ein.

Was große Fragen aufwirft, die jeden betreffen: Sind wir noch fähig zur gemeinsamen Zusammenleben, die das Wohl einer Gesellschaft ausmacht? Oder zerfällt sie in Parallelwelten, die nichts miteinander zu tun haben wollen – und sich zunehmend aggressiver begegnen.

Es sind aufwühlende Zeiten umso exakter gibt es zu unterscheiden. Da sind viele, die sich ungehört und unverstanden fühlen und eine Debatte über Fehlentwicklungen einfordern. Auch die mus geführt werden. Da sind aber sehr viele , die grenzenlose Individualität huldigen. Die eigenen Interessen und Standpunkte über alles stellen. Ein grelles ICH, das sich paradox einigelst, ignorant bis ablehnend zum großen Gnazen.

Geeint im Wissen, dass eine gute Zukunft nur eine gemeisame sein kann. Dass das Gegeneinander alles schlimmer machen wird. Dass die Ohnmacht, die einem höllisch zuraunt, man bleibe sowieso ein Verlierer- zur Selbstaufgabe verdammt.

Warum also nicht die Scheuklappen öffen, aufeinander zugehen, sich besinnen? Es wäre ein aufrichtiger stiller Advent- ein starkes Du- Wir gegen das selbsüchtige Ich, Ich , Ich …..

Sparen beim Fleischkauf: Wunsch und Wirklichkeit -von Vion FOOD GROUP

In einer Spezialausgabe des Vion Consumer Monitor (VCM) zum Thema Inflation wird
deutlich: Über 30 Prozent können sich ihren gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten.
Der Vergleich zur jährlichen Verbraucherumfrage im Frühjahr zeigt zudem, Regionalität
und Tierwohl sind nach wie vor gefragt, aber es wird dafür nicht mehr tiefer in die Tasche
gegriffen.

Die steigenden Lebenshaltungskosten und die
Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen schlagen sich auf das Kaufverhalten der
Deutschen nieder – aktuell rechnen 44 Prozent der Menschen damit, dass sich ihre
finanzielle Lage in Zukunft weiter verschlechtern wird. In einer repräsentativen
Sonderbefragung der Vion Food Group, durchgeführt von GfK, wurde untersucht,
inwieweit sich die anhaltende Inflation im Speziellen auf die Ansichten beim Fleischkauf
auswirkt. Die Ergebnisse zeigen: 31 Prozent der Deutschen können sich den gewohnten
Fleischkonsum nicht mehr leisten. Dabei sieht die Mehrheit Fleisch weiterhin als
unentbehrliche Komponente der Ernährung.

Trend zu weniger und günstigerem Fleisch
Die GfK-Marktdaten zeigen, die Absatzmengen an Fleisch gehen kontinuierlich zurück –
eine Entwicklung, die nach dem VCM zur Inflation klar an den Preis geknüpft ist. Knapp
ein Viertel der Befragten greift außerdem aufgrund der gestiegenen Preise zu anderen
Fleischprodukten wie Hackfleisch und zu anderen Fleischarten, wie beispielweise Schwein
und Geflügel. Hier ist ein klarer Bruch zu den Corona-Jahren 2020 und 2021 zu erkennen,
in denen Premium-Produkte den Vorzug auf dem heimischen Teller erhielten. Jedoch ist
der Zusammenhang zwischen Qualität und Preis bei den Menschen fest verankert: Über
70 Prozent der Haushalte würden für ein besonderes, gutes Stück Fleisch auch mal mehr
Geld ausgeben. Insgesamt ist Sparen
angesagt in der Hoffnung, weitersteigende Lebenshaltungskosten irgendwie meistern zu können“, so Wilhelm Habres, Director Sales Trade & Marketing Beef von Vion, der den
Consumer Monitor (VCM) des Unternehmens seit vielen Jahren verantwortet. Das
emotionale Ranking der Megatrends ist nach wie vor unverändert, so ziehen bei freier
Wahl 75 Prozent Fleisch aus regionaler Herkunft und 65 Prozent Fleisch aus
Tierwohlprogrammen vor. Die Bereitschaft, dafür mehr Geld auszugeben, sinkt jedoch.
Bei einer Entscheidung zwischen geringerem Preis und den Qualitätskriterien sprechen
die Ergebnisse eine noch deutlichere Sprache: Bei der regionalen Herkunft geben 39
Prozent dem Preis den Vorrang, bei Bio-Qualität sogar 44 Prozent.

Seit 2007 befragt Vion jährlich in Zusammenarbeit mit GfK etwa 4.000 Haushalte im GfK
Consumer Panel und kreuzt die Ergebnisse mit den tatsächlichen Einkaufsdaten, um
möglichst genaue und repräsentative Informationen zu den aktuellen und relevanten
Themen zu erhalten. Die als Langzeit angelegte Erhebung liefert zudem spannende Daten
zu den aktuellen Entwicklungen und Trends.

Die Vion Food Group ist ein internationales Lebensmittelunternehmen mit
Produktionsstandorten in den Niederlanden, Deutschland und Belgien sowie
Vertriebsunterstützungs- und Repräsentanzbüros in 16 Ländern. 2021 hat Vion mit 12
000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro erzielt. Täglich genießen über
100 Millionen Konsumenten das Fleisch von Vion.

Mais und Getreidepreise unter Druck

Die europäischen Weizenpreise geben weiter nach. Ein Grund ist die Verlängerung des Exportdeals. Dieser führt zu mehr Angebot an den Exportmärkten. Dazu kommen höhere Importe aus der Ukraine in die EU. Auch der zuletzt kräftig aufgewertete Euro drückt auf die Getreidepreise.

Die Getreidepreisesind im Novenber heftig geschwankt – sie sind unterm Strich aber um knapp 35 Euro gefallen – auf zuletzt 325 Euro je Tonne. Die Weizenpreise in den USA fielen am Montag im laufenden Handel auf ein Dreimonatstief. Grund war die Besorgnis über die Folgen der Corona-Proteste in China für die Getreidemärkte.

Die globalen Märkte, einschließlich Rohöl, Aktien und Getreide, fielen am Montag, als zahlreiche Proteste in China gegen strenge COVID-Beschränkungen eine Welle von Verkäufen aufgrund von Sorgen über die Folgen für die globale Wirtschaft auslösten.

Die EU hat die Schätzung für den Getreideexport 2022/23 auf 34,0 Millionen Tonnen gesenkt, gegenüber den 36,0 Millionen Tonnen, die vor einem Monat prognostiziert wurden. Ein Teil des nicht exportierten Weichweizens soll als Viehfutter verbraucht werden, sagt die Kommission.

is zum 21. November haben die Länder der Europäischen Union 14,2 Millionen Tonnen Weizen exportiert – im Vergleich zu 13,6 Millionen Tonnen im vorigen Jahr.

Die Maispreise sind stärker gefallen als die Weizenpreise. Bei starken Preisausschlägen ging es im November um insgesamt 45 Euro nach unten – auf aktuell nur noch 300 Euro je Tonne. Billige Lieferungen vom Schwarzen Meer erhöhen den Druck auf die Preise, sagten Analysten und Händler.

Russland verfügt immer noch über Instrumente, um die Ausfuhren künstlich einzuschränken, sagte der Minister für Infrastruktur der Ukraine, Oleksandr Kubrakov. „77 Schiffe warten in der Türkei auf eine Inspektion. Die Häfen von Groß-Odessa nutzen nur 50% ihrer Kapazität, die Getreidekosten steigen mit jeder neuen Erpressung aus Russland“, – sagte Kubrakov.

Die russischen Landwirte haben außerdem auf 17,7 Millionen Hektar Wintergetreide gepflanzt, verglichen mit 18,4 Millionen Hektar im Vorjahr, sagte die Beratungsfirma außerdem. ein Rückgang um 700.000 Hektar!

Vom Rest- zum Wertstoff: Potenziale der Bioökonomie​

Zunehmend in den Fokus rücken auch Reststoffe aus der Landwirtschaft, beispielsweise Getreidestroh, Waldrestholz oder Gülle. Die Vorteile der Verwendung solcher Stoffe liegen darin, dass diese derzeit vielfach zu günstigen Preisen verfügbar sind und nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- oder Futtermitteln stehen. Auch in der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln entstehen Reststoffe wie etwa Molke, Rapspresskuchen, Algen-Restbiomasse oder Reststoffe aus der Stärkeproduktion. Auch Grüngut, Speiseöle und Fette, Lebensmittelabfälle, Altholz oder Rinde fallen in den Bereich.

Für die energetische und stoffliche Nutzung stehen laut biooekonomie.de zwischen 20 % und 30 % des insgesamt anfallenden Strohs zur Verfügung. Die Menge werde bislang aber nicht in diesem Umfang abgerufen. Neben der Nutzung in der Landwirtschaft eigne sich Stroh in der Verpackungs- und Baustoffindustrie, potenziell sei auch der Einsatz in Biogasanlagen oder für die Wärmegewinnung möglich. Stroh könne aber auch Ausgangsstoff für Plattformchemikalien in der Chemie- und Pharmaindustrie sein oder zu Kraftstoffen verarbeitet werden.

Beispiele gibt es in der Praxis bereits einige: So stellt der Spezialchemie-Konzern Clariant mit dem sogenannten sunliquid-Verfahren aus Stroh Cellulose-Ethanol her. In einer unter anderem vom Bund geförderten Anlage in Straubing sowie in einer kommerziellen Bioraffinerie in Rumänien wird die Lignocellulose aus dem Stroh in Zuckermoleküle zerlegt und dann zu Ethanol vergoren. Auf Stroh basiert ebenfalls der Zellstoff, den die Firma Essity in Mannheim fertigt. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Unternehmen BluCon Biotech gewinnt aus Stroh Milchsäure.

  • Das Hamburger Start-up Bio-Lutions verwendet Weizen-, Rapsstroh, Schilf oder Gemüsestängel als Faserquelle, um über ein mechanisches Verfahren Verpackungen daraus herzustellen. Im brandenburgischen Schwedt entstehe derzeit eine Produktionsstätte.
  • Das Unternehmen Landpack bietet Isolierverpackungen aus Stroh an. Diese eignen sich zum Beispiel für den Versand gekühlter Waren.
  • Grillkohle aus Maisspindeln: Das Start-up Kolbenglut vertreibt nachhaltige Grillkohle. Gründer ist ein Landwirt aus Bayern, der nach einer Nutzungsmöglichkeit für die Spindeln suchte.
  • Vom Feld wieder zurück auf den Acker geht es beim Projekt Ashes. Die Bagasse-Asche, ein Nebenprodukt der Ethanolherstellung aus Zuckerrohr, wird als Rohstoff verwendet, um Dünger herzustellen.
  • Ebenfalls Düngemittel entwickelt das Projekt Abc4Soil. Es verarbeitet mit Nährstoffen aus Gülle angereicherte Biokohle. Die Kohle entsteht dabei mittels thermochemischer Spaltung (Pyrolyse) von Agrarrückständen.
  • Im Forstsektor dreht sich bei der Reststoffnutzung vieles um Lignin, den Hauptbestandteil von Holz. Die Nutzungsmöglichkeiten reichen von Carbonfasern auf Ligninbasis bis hin zu Spezialchemikalien.
  • Aus Abfall wird Futtermittel: Im Projekt InProSol wird die Schwarze Soldatenfliege mit organischen Reststoffen gefüttert. Die Larven des Insekts sollen dann als proteinreiches Fischfutter dienen.
  • In ChicOpt planen die Forscher, aus Rüben und Wurzeln Chicorée und Radicchio Plattformchemikalien zu gewinnen, aus denen Kunststoffe entwickelt werden sollen.

Endlich – Schweinenotierung geht nach oben

Laut Österreichischer Schweinebörse konnte der Rückstau auf dem heimischen Markt
deutlich abgebaut werden, in einigen Regionen sogar zur Gänze. Mit etwa 97.000
Schlachtungen wurde in der Berichtswoche ein neuer Jahreshöchstwert erzielt. Während
die Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch wie etwa Schultern und Bäuche mittlerweile den
Erwartungen des Fleischhandels entsprach, wartete die Schlachtbranche beim Absatz von
Frischfleisch noch auf eine Belebung.
Die Mastschweine-Notierung steigt um 5 Cent auf EUR 2,04 je kg für den Zeitraum 24. bis November.


Ferkelnotierung steigt
Der österreichische Ferkelmarkt war nach extrem schwierigen Monaten erstmals wieder in
allen Regionen vollständig geräumt. Angebot und Nachfrage standen sich ausgeglichen
gegenüber, der Trend ging aber Richtung knappe Versorgung.

In Deutschland ….

Infolge eines sich lebhafter entwickelnden besseren Fleischgeschäft steigt die Nachfrage nach Schlachtschweinen der neuen Schlachtwoche an, sagt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) in ihrem Wochenbericht. Die Preise legen sowohl im Fleischhandel als auch auf Erzeugerebene endlich zu.

Das sehen auch die Marktexperten der Interessengemeinschaft der Schweinhalter (ISN) so. Dort geht man davon aus, dass das vorweihnachtliche Geschäft im Fleischhandel für die aktuellen Impulse sorgt. Auf der anderen Seite stehen relativ niedrige fertige Schweine gegenüber.

Die Schlachtzahlen bewegten sich in den vergangen fünf Wochen gerade einmal bei durchschnittlich 760.000 Schweinen pro Woche. Vor Beginn der schweren Krise im Jahr 2019 erreichten die Schlachtzahlen zu dieser Jahreszeit regelmäßig die Marke von 1 Millionen Tieren.

Dennoch ist es noch ein langer Weg, bis zu „auskömmlichen“ Preisen. Trotz des Notierungsanstiegs sind die deutschen Schweinehalter weit von einer kostendeckenden Erzeugung entfernt, sagt die ISN.

Angesichts der hohen Futter- und Energiekosten müsste der Schweinepreis Richtung 2,50 Euro/kg SG laufen, damit Ferkelerzeuger und Mäster ihre Kosten decken können, haben die ISN-Experten ausgerechnet.

Nicht nur Fußball in Mexiko – Hohe Inflation: Mexiko öffnet Grenzen für Rind- und Schweinefleisch

Wie die Regierung in Buenos Aires jetzt mitteilte, hat die zuständige Behörde in Mexiko insgesamt 22 argentinischen Unternehmen die Genehmigung zur Rindfleischlieferung erteilt. Damit endet das seit 2001 in Mexiko bestehende Importverbot für argentinisches Rindfleisch. Dieses war damals wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Argentinien aufgestellt worden. Der Verhandlungsprozess zwischen den beiden Ländern zur Wiedereröffnung des Marktes war bereits vor acht Jahren aufgenommen worden.

Das brasilianische Landwirtschaftsministerium teilte in der vergangenen Woche auch mit, dass Mexiko seinen Markt auch für brasilianisches Schweinefleisch öffnen werde. Damit werde es Brasilien möglich, „einen noch größeren Beitrag zur Bekämpfung der Inflation und zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit in Mexiko zu leisten“. Allerdings bezieht sich die Genehmigung ausschließlich auf Importe aus dem brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Denn dieser gilt als frei von MKS ohne Impfung.

Der brasilianische Verband für tierisches Protein (ABPA) feierte die Nachricht dennoch. Seinen Berechnungen zufolge beliefen sich die Schweinefleischimporte Mexikos in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres auf insgesamt 924.200 t; das waren 4,5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Mexiko sei eines der wichtigsten Zielländer für Schweinefleischexporte.

In Mexiko sind Lebensmittel in diesem Herbst im Durchschnitt ungefähr 14 % teurer als vor einem Jahr. Vor diesem Hintergrund hatte die Staatsregierung bereits zuvor versucht, den Import von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Gütern des täglichen Bedarfs anzukurbeln. Beispielsweise fielen im Oktober die Einfuhrzölle für mehrere Güter, darunter für Futtermais und Toilettenpapier.

Energieunabhängig werden – mit Mist in Dänemark – in Österreich fast tot

Dänemarks Energienetz hat den weltweit größten Anteil an Biogas. Schon bald könnte das Land ausgerechnet dank seiner Kühe und Schweine klimaneutral und unabhängig von Gasimporten sein.

Kühe von Peter Høj auf der dänischen Insel Fünen kauen und verdauen – auch für Dänemarks Energiewende. Sein Großvater hat hier in den 1930er Jahren den Milchbetrieb aufgebaut. Heute macht Enkel Peter nicht nur die Milch der Kühe zu Geld, sondern auch das, was hinten rauskommt: Er verkauft Gülle an eine Biogasanlage. „Die Zusammenarbeit mit der Biogasanlage hat vor etwa fünf bis sieben Jahren begonnen“, erzählt der Landwirt. „Die Initiative kam von den Landwirten hier in der Region und der Kommune. Wir haben uns zusammengesetzt. Mit dem Ergebnis, dass sich sehr viele Landwirte an einer gemeinsamen Anlage beteiligen wollten.“

Christian Blenker

Christian BlenkerARD-Studio Stockholm

Damals war klar: Es lohnt sich, denn schon 2012 hatte die dänische Regierung beschlossen, die Produktion von Biogas zu subventionieren. Und so kommt einmal in der Woche ein großer Tanklaster bei Høj vorbei. 38.000 Liter Gülle werden in wenigen Minuten in den Tank gesaugt. Der Landwirt verdient so im Jahr 6000 Euro. Steigt der Gaspreis, bekommt er noch einmal einen Aufschlag. Und das, obwohl er seine wertvolle Gülle eigentlich nur verleiht: „Man kann sagen, dass die Biogasanlage eine Zwischenstation zwischen meinem Stall und meinem Gülle-Lager ist“, erklärt Høj. „Denn ich bekomme sie später wieder in meinen Tank zurück.“ 

Dänemark nutzt Biogas zur Deckung seines Gasbedarfs für die Energiewende

Christian Blenker, ARD Stockholm, Europamagazin

Jetzt fährt der LKW seine Ladung in eine Biogasanlage: In hochhaushohen Tanks werden Gülle, Mist, aber auch Essensreste verarbeitet. Aus dem Schlamm entstehen Gase – insbesondere Methan. Das wird von den Betreibern direkt vor Ort durch eine eigene Leitung in das dänische Gasnetz eingespeist, erklärt Lars Kapersen vom Betreiber Nature Energy: „Wir produzieren grünes Gas im großen Stil. Mit so einer Anlage können wir 20.000 Haushalte versorgen, allein mit der Energie, die wir aus Abfall gewinnen. Man muss also in großen Dimensionen denken.  

Schon jetzt liegt der Biogasanteil am Gesamtmarkt bei 40 Prozent. In zehn Jahren soll er den kompletten Gasbedarf abdecken. Dieses Ziel ist Teil des ehrgeizigen dänischen Klimaplans: Bis 2050 will das Land klimaneutral sein und vollständig auf fossile Energieträger verzichten. Schon heute wird das Gas zur Stromerzeugung oder zum Heizen genutzt.

Ein Tanklastzug holt die Gülle von Peter Højs Milchviehbetrieb ab. | ARD-Studio Stockholm

Peter Højs Milchviehbetrieb verdient auch mit den Abfallprodukten der Tiere Geld. Bild: ARD-Studio Stockholm

„Notwendig, dass wir etwas tun“

Zum Beispiel in Odense, Dänemarks drittgrößter Stadt. An der süddänischen Uni sind Energieexperten wie Henrik Wenzel optimistisch, dass die Energiewende gelingen kann. „Wir setzen in Dänemark auf Solar- und viel auf Windkraft“, sagt er. „Aber wie gewinnen wir Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst? Die Antwort: Gasturbinen, die mit Biogas betrieben werden. Sie sind günstig und lassen sich schnell an- und abschalten.“   

Auf dem Hof von Peter Høj ist der Tanklaster mittlerweile zurückgekommen. Diesmal bringt er die vergorene Gülle von der Biogasanlage zurück, mit der der Bauer nun klimaneutral düngen kann. Denn nach dem Prozess in der Anlage enthält die Gülle kein Kohlendioxid mehr. 

Der Biogas-Kreislauf hat für Bauer Høj viele Vorteile. „In Zukunft werden unsere Produkte daran gemessen, welche Auswirkungen sie für das Klima haben“, sagt er. „Es ist also notwendig, dass wir etwas tun – nicht nur für unser Gewissen der Natur gegenüber, sondern auch, um künftig Produkte zu verkaufen.“ Kein Land produziere mehr Biogas als Dänemark, sagt Høj mit einem gewissen Stolz. Andere Länder könnten also noch einiges von Dänemark lernen.  

Christian Blenker, ARD Stockholm,

Der Bedarf an Milch, Fleisch und Gemüse sank 2022 besonders stark

Gleichermaßen wie die Preise steigen auch die Einkäufe in Aktion. Bald ein Drittel der Ausgaben in den RollAMA-Kategorien entfallen auf Aktionsprodukte.

Aktuelle Herausforderungen für die heimischen Haushalte äußern sich auch in einem geänderten Einkaufsverhalten bei Lebensmitteln, wie aktuelle RollAMA-Daten für die ersten drei Quartale 2022 zeigen.

Laut den Ergebnissen sind die Haushaltsausgaben um knapp 1% auf das Niveau von 2019 gefallen. Auch die Einkaufsfrequenz aufgrund von Preiserhöhungen, mehr Urlauben etc. ist rückläufig. Gleichzeitig haben sich in dem untersuchten Zeitraum die Preise für RollAMA-Frischeprodukte um 13% erhöht, während der Anteil bei Biofleisch leicht gestiegen ist. Stabil waren jedoch die Einkäufe bei Butter und jeder dritte Euro wurde für Aktionen ausgegeben.

Wie die Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing im Detail mitteilt, fielen die Haushaltsausgaben für die RollAMA-Warengruppen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) von Jänner bis September 2022 um knapp 1% gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr, die Mengen um 9%. Gegenüber 2019 wurde um 13% mehr ausgegeben, die Einkaufsmengen im LEH sind auf das damalige Niveau gefallen. Im Vergleich zu den Diskontern verlieren die anderen Händler Marktanteile.

Preiserhöhungen auf der anderen Seite führten zu rückläufigen Einkaufsfrequenzen. Gleichzeitig stagnieren die Mengen pro Einkauf. Der Bedarf an Milch, Fleisch und Gemüse sank laut AMA-Marketing in den ersten drei Quartalen besonders stark. Trotz höherer Preise konnten nur in wenigen Warengruppen wie Butter und Eier Umsatzzuwächse erzielt werden.

Die Preissteigerungen für die RollAMA-Frischeprodukte lagen im September bei 12,8%, also über der allgemeinen Inflationsrate von 10,7%. Der heurige Höchststand zeigte sich im August mit über 15%. Die höchsten Ausschläge sind bei Butter, Milch, Käse und Eiern im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Wesentlich geringer als bei Fleisch (+ 16%) fallen die Preiserhöhungen für Wurst und Schinken aus (+ 7%).

Der Anteil der Ausgaben für Bioprodukte im LEH erreichte in den ersten drei Quartalen einen Höchstwert von 12%. Im Verlauf der Monate Juli 2021 bis September 2022 ging der Anteil mit starken Preissteigerungen etwas zurück und fiel im September auf insgesamt 10%. Bei Obst und Gemüse ist die Bionachfrage ungebrochen, während sie bei Eiern sinkt, wohl auch weil es immer mehr Angebot an etwas günstigeren Tierwohleiern aus konventioneller Landwirtschaft gibt. Steigende Anteile bei Biofleisch zeigen, dass vielen Konsumentinnen und Konsumenten Tierwohl ein wichtiges Anliegen ist, so die AMA-Marketing.

Trotz massiver Preissteigerungen bei Butter auf im Schnitt 9,90 Euro pro kg im September und nur wenig Bewegung bei Margarine bleiben die Österreicher ihrem Butterbrot treu. 63% der Käufe in dieser Kategorie entfallen auf das Produkt rein tierischen Ursprungs, 27% auf seinen pflanzlichen Vertreter. Leichte Zuwächse gibt es bei den Mischfetten mit tierischen und pflanzlichen Zutaten. Gleichermaßen wie die Preise steigen auch die Einkäufe in Aktion. Bald ein Drittel der Ausgaben in den RollAMA-Kategorien entfallen auf Aktionsprodukte. Butter und Fleisch bleiben die Kategorien mit den höchsten und steigenden Aktionsanteilen.

So wie immer scheitert der Umbau auf Tierwohl in Deutschland- ABL fordert Umsetzung des Borchert-Plans

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat sich anlässlich der EuroTier für eine bäuerliche, zukunftsfähige und klimagerechte Landwirtschaft ausgesprochen. Den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung, der demnächst im Bundesrat verabschiedet werden soll, lehnte der AbL-Vorsitzende Martin Schulz in diesem Zusammenhang als völlig unzureichend ab.

Der Entwurf müsse dringend um weitere Tierwohlkriterien und ein klares Finanzierungskonzept ergänzt werden, argumentierte Schulz. In der Haltungsstufe 3 „Freiluftstall“ fehle es an Klarheit und Übersichtlichkeit, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher die Kriterien in den Stufen überhaupt nachvollziehen können.

In der Stufe 4 „Auslauf/Freiland“ müsse zudem das Tierwohl noch deutlich erhöht werden. Der intakte Ringelschwanz gehöre als Tierwohlkriterium in den oberen Haltungsstufen eindeutig dazu. Deshalb sei es dringend erforderlich, auch die Sauenhaltung mit einzubeziehen.

Zur Tierhaltungskennzeichnung gehöre außerdem ein langfristiges Finanzierungskonzept dazu, das auch die entstehenden Mehrkosten über einen längeren Zeitraum zu einem Großteil ausgleicht. Erst durch Planungssicherheit und eine wirtschaftliche Perspektive würden für die tierhaltenden Betriebe geeignete Bedingungen geschaffen, Klimaschutz und Tierwohl auf ihren Höfen umzusetzen.

Von den für die kommenden vier Jahre versprochenen 1 Mrd. € für den Umbau der Tierhaltung sind jetzt im Haushalt 2023 zunächst nur 150 Mio. € vorgesehen. Die Koalition hat sie in der Nacht aufgeteilt in 100 Mio. € für die Investitionsförderung in den Stallbau und 50 Mio. € für die Förderung von höheren laufenden Kosten, die bei der Umstellung auf höhere Haltungsstufen anfallen.

Kritik an der Umschichtung und dem geringen Mittelansatz für den Umbau der Tierhaltung kommt hingegen aus der Unionsfraktion im Bundestag. „Die jetzt schon unzureichend geplanten Mittel für den Stallumbau von 150 Mio. € sollen nicht nur für Investitionen in den Ställen genutzt werden, sondern auch für laufende Kosten zur Verfügung stehen.

Damit ist das Projekt Tierwohl durch Stallmodernisierung zum Scheitern verurteilt“, sagte der CDU-Abgeordnete Josef Rief, der als Berichterstatter für den Haushalt des BMEL zuständig ist. Um die ca. 13 Mio. Schweinemastplätze in Deutschland umzubauen, würden 10 Mrd. € benötigt, so Rief. Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir bliebe damit weit hinter den Ergebnissen der Borchert-Kommission zurück.

Messe agraria 2022

Neueste Trends am Acker und Tierhaltung stehen im Fokus

Die klimatischen Veränderungen und steigenden Energiepreise stellen die Landwirtschaft vor immense Herausforderungen. Damit sind die Themen auf der agraria schon größtenteils vorgegeben“, erklärt Messedirektor Robert Schneider.

Im Mittelpunkt der vier Ausstellungstage vom 23. bis 26. November 2022 stehen die Themen Ackerbau, Grünland, Innenwirtschaft bzw. Tierhaltung, Forstwirtschaft sowie die dazugehörige Wärmeenergiegewinnung.

Das Besondere der agraria 2022 ist zudem auch die Menge an präsentierten Neuheiten und Österreich-Premieren. . Weiters werden in Wels auch wieder die eingereichten Innovationen der Hersteller prämiert.

Im Ackerbau dreht sich alles um alternative Bodenbewirtschaftungskonzepte und die Digitalisierung. Der Ackerbau besetzt 2022 auch thematisch den größten Teil der Messefläche. Ein Ausstellungsschwerpunkt wird die Hacktechnik sein. Sie erlebt derzeit eine Renaissance. Viele Aussteller präsentieren dazu ihre Lösungen – von der einfachen mechanischen Hacke bis hin zu hochmodernen, automatisiert geführten Lösungen. Die Digitalisierungslösungen im Ackerbau dürfen dabei nicht fehlen: Dazu zeigt die Innovation Farm in der Halle 2 die neuesten Trends und gibt Einblick, welche Systeme und Konzepte praxistauglich sind.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die moderne Grünlandbewirtschaftung. Gezeigt wird Technik, um das Ertragspotenzial hochzuhalten, und Futterverschmutzung bzw. Bröckelverluste zu vermeiden. Dabei spielt auch die Digitalisierung eine wesentliche Rolle.

Smart Farming ist auch im Grünland mittlerweile angekommen. Das betrifft Daten- und Fuhrparkmanagement, Dünger- und Ertragskartierung ebenso wie teilflächenspezifische Grünlandnachsaat. Neben der umfangreichen Beratungsleistung auf der Messe wird es ein breites Angebot an ausgestellter Technik im Grünlandbereich mit vielen neuen Innovationen geben. Auch beraten Aussteller aus den Bereichen Saatgut und Düngung sowie Berater der Landwirtschaftskammer OÖ, wie man künftig trotz zunehmender Trockenperioden das Grünlandpotenzial maximal nutzen kann.

Unter dem Motto „Bauernhof der Zukunft“ wird zudem die „Innovation Farm“, ein einzigartiger Zusammenschluss aus Forschung, Entwicklung und Praxis, in der Halle 2 einen Einblick in den derzeitigen, praxistauglichen Stand neuer Technologien geben.

In der Tierhaltung stehen neben modernen Haltungskonzepten, Stallungs- und Luftoptimierungslösungen das automatisierte Fütterungs- und Stallmanagement im Mittelpunkt. In der Milchviehwirtschaft sind Tierüberwachungskonzepte, automatisierte Lösungen in der Fütterung und Entmistung, aber auch die Melkrobotik wesentliche Schwerpunkte auf der Messe. Zudem zeigen viele Aussteller moderne Stallkonzepte, die den künftigen Tierwohlstandards gerecht werden.

Für Schweinehalter geben Verbände und Landwirtschaftskammer Tipps und Empfehlungen für zukünftige, wirtschaftliche Strategien. Zudem präsentieren Stalleinrichter aktuelle Lösungen in der Haltung. Die Bereiche Geflügel, Schafe und Ziegen kommen dabei ebenfalls nicht zu kurz. Hier sind die jeweiligen Verbände mit ihrer Beratungsleistung bestens vertreten.

Der Wald als Energielieferant und Einnahmequelle gewinnt wieder zunehmend an Bedeutung. Darum fällt auch das Ausstellungsangebot dementsprechend groß aus. Dazu zählen auch Heizanlagen mit Hackgut, die sowohl Stall, Wohnhaus als auch Trocknungsanlagen für Erntegüter versorgen können.

Ferkelhandel im Umbruch: Das sind die Händler in Deutschland und Österreich

Wer handelt eigentlich in Deutschland die Ferkel? Das wollte Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer NRW wissen und brachte interessante Zahlen zusammen.

Früher dominierten regionale Händler das Ferkelgeschäft. Doch das Ungleichgewicht zwischen Ferkelerzeugung und Mast in vielen Regionen hat die Strukturen im Handel nachhaltig verändert. Eine neu von Dr. Frank Greshake erstellte Übersicht zeigt, dass große Händler mit einer Million und mehr Ferkeln mittlerweile das Geschäft beherrschen.

Die Gruppengrößen liegen demnach heute zwischen 100 und 600 Ferkeln im bäuerlichen Ferkelerzeugerbetrieb und zwischen 500 und 3 000 Ferkeln in den oft ostdeutschen Großanlagen. Die 8 kg-Ferkelvermarktung spielt bei den meisten Händlern mit weniger als 5 % Anteil nur noch eine untergeordnete Rolle. Ausnahme sind die Viehzentrale Südwest und die VVG Münsterland mit Anteilen von 20 % und mehr.

Durch den Abbau der Schweinehaltung verändert sich vor allem im Süden der Ferkelhandel. Das „Ländle“ ist beispielsweise in kurzer Zeit von einem Ferkelexporteur zu einem Importeur geworden. Für Bayern gilt das schon lange. Trotz der bedeutsamen Regionalprogramme im Bereich der Mastschweine „importiert“ der Süden zunehmend Ferkel – nicht aus dem Ausland, aber z. B. aus Ostdeutschland.

Viele süddeutsche Mäster suchen für ihre stallweisen Rein-Raus-Verfahren Partien zwischen 400 und 2.000 Ferkel. Vor allem große norddeutsche Ferkelvermarkter bauen nun feste Kundenbeziehungen auf.

Im inländischen Ferkelhandel haben Erzeugergemeinschaften und Genos­senschaften mit etwa 60 % Anteil die Oberhand. Mit den Fusionen nimmt die Bedeutung regionaler Notierungen ab. Die meisten EZG beteiligen sich an der Ferkelnotierung der VEZG und liefern mit der Tendenz für die neue Woche eine wichtige Orientierung. Teilweise liefert der private Handel nachlaufend Stückzahlen und Preis.

Fa.Venneker Nordkirchen 2,600000 Mil.

Westfleisch SCE Münster 1,700000 Mil.

RVG Werne 1,600000 Mil.

Und bei uns in Östereich Fa. Stelzl Kleinklein …….. ? und dann VLV, Gut Streidorf , Styriabrid und so weiter.

Beyond Meat und Oatly – vegane Superstars sind in schwerer Krise

Die einstigen Superstars der veganen Ernährung müssen Federn lassen. Wirtschaftlich gesehen. Beyond Meat büßte 2022 rund 85 % an Börsenwert ein und Oatly schrumpfte um 80 %. Und die Aussichten sind keineswegs besser. Entlassungen und Einsparungen sind Programm – auch wenn Beyond Meat in Deutschland sein Angebot bei Rewe ausbauen will.

Beyond Meat Chef Ethan Brown sprach einmal davon, die Welt zu verändern. Doch für beide Unternehmen scheint es jetzt ganz andere Herausforderungen zu geben. Vor allem das veränderte Kaufverhalten bei explodierenden Verbraucherpreisen erweist sich für die vergleichsweise teuren vergangen Produkte als großes Dilemma. Sinkende Umsätze, hohe Verluste und entlassene Mitarbeiter sprechen eine eindeutige Sprache.

Die aktuellen Börsenkurse spiegeln diese Krise wider. Als Gründe für die Krise führt Beyond Meat eine Reihe von Ursachen an, darunter die hohe Inflation, steigende Zinsen, zunehmende Besorgnis über eine Rezession, Covid, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften und der Krieg in der Ukraine.

Ähnlich verhält es sich bei Oatly, dessen Kurse im November ebenfalls auf ein neues Tief abstürzten. Der börsennotierte Marktführer für Milchalternativen senkte seine Umsatzprognose, weil er Schwierigkeiten hatte, „neue Verbraucher von Milchprodukten für pflanzliche Milch zu gewinnen“.

Dies ist nicht nur für diese beiden Unternehmen, sondern für einen Großteil der veganen Ersatzprodukte ein besorgniserregender Trend. Diese Produkte werden in der Regel mit einem Preisaufschlag gegenüber konventionellen Fleisch- und Milchprodukten verkauft. Bei angespannten Lebenshaltungskosten ist dies aber offenbar ein Problem.

Toni Petersson, Chef von Oatly, ist jedoch überzeugt, dass die hohe Inflation kein Grund für anhaltend sinkenden Umsätze ist, und sagte Analysten, dass die Nachfrage nach pflanzlicher Milch trotz des zunehmenden Kostendrucks wachsen wird.

„Hier geht es nicht um die Nachfrage, hier geht es um das Wachstumstempo und darum, wie schnell Sie neue Verbraucher für den Bereich gewinnen können“, sagte er.

In Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen wird Belastbarkeit solcher Aussagen aber schnell auf die Probe gestellt. Zumindest Beyond Meat scheint sich des Problems bewusst zu sein. Das Unternehmen hat vor, seine Preise in ganz Europa zu senken und bietet außerdem seinen Flaggschiff-Burger künftig in 1.600 REWE-Märkten an.

Wer von beiden Unternehmen besser über die Runden kommt, wird in den kommenden Monaten sicherlich bis an die Grenzen getestet.

EuroTier 2022: Planbare Rahmenbedingungen für Tierhaltung in Deutschland notwendig sonst leere Fleischregale

Bei mehreren Veranstaltungen im Rahmen der diesjährigen EuroTier in Hannover betonten verschiedene Referenten, dass der aktuelle politische Stillstand bei der Festlegung von Rahmenbedingungen für die Tierhaltung in Deutschland dringend aufgelöst werden muss. Die Wettbewerbsfähigkeit der Tierhaltungsbetriebe muss dringend wieder hergestellt werden.

Planbare Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft – insbesondere für die Tierhalter – mahnte laut Agra Europe unter anderem der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, an. Das Innovationssystem in unserem Sektor ist so stark und leistungsfähig, dass es die passenden Antworten auf die Fragen liefert, die die Gesellschaft berechtigterweise an die Tierhaltung stellt. Veränderung unter Druck muss aber planbar unterstützt werden, betonte Paetow auf einer Veranstaltung zur Verleihung der Innovation Awards im Rahmen der EuroTier.

Paetow: Schweinehalter sind bereits in Vorleistung gegangen

Paetow kritisierte, dass weder die zukunftsorientierten und vor allem gesellschaftlich breit abgestimmten Vorschläge der Borchert-Kommission noch die Rahmenbedingungen für eine verlässliche Investition in nachhaltige Zukunftstechnologien auf die Spur gesetzt worden seien. Das sei für die Wettbewerbsfähigkeit der Tierhaltungsbetriebe ein Desaster. Es lägen gute Konzepte auf dem Tisch, und große Teile der Schweinehaltungsbranche seien bereits in Vorleistung gegangen und hätten in einen modernen Stallbau oder Stallumbau investiert.

Köckler fordert Leitplanken für zukunftsfähige Nutztierhaltung

Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG, unterstrich laut AgE bei einer Pressekonferenz: Wir erleben zurzeit eine politische Zeitenwende. Die Rahmenbedingungen mit dem Ukraine-Krieg und seine Folgen für die Agrar- und Energiemärkte, die vielfältigen Kostensteigerungen sowie die angespannte Lage bei Lieferketten und Logistik seien fordernd und prägten eine Phase der Knappheit. Dies alles zeigt, welch hohen Stellenwert die Versorgungs- und Ernährungssicherheit in Deutschland und auf der Welt hat, die eine ähnliche Relevanz wie diejenige für die Energieversorgung oder die Sicherheit besitzt, so Köckler.

Null Ahnung

Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über den Schutz der Tiere
(Tierschutzgesetz-TSchG) BGBl. I Nr. 118/2004, zuletzt geändert durch das
Bundesgesetz BGBl. I Nr. 86/2018, geändert wird

Die Bundesarbeitskammer (BAK) bedankt sich für die Übermittlung des Entwurfs und nimmt
dazu wie folgt Stellung:

Ziel des Tierschutzgesetzes (TSchG) nach § 1 ist der Schutz des Lebens und des
Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als
Mitgeschöpf. Für immer mehr Menschen sind gesetzliche Regelungen, die das Wohlbefinden
von Tieren garantieren, von großer Wichtigkeit. Das zeigen alle Umfragen der letzten Jahre.
Der Gesetzgeber hat daher aus mehreren Gründen eine besonders große Verantwortung.
Dieser Verantwortung und dem in § 1 selbst gesteckten Ziel wird der Entwurf leider
keineswegs gerecht.
Zeitgleich mit der Begutachtung zu dieser Novelle wurde der Entwurf zur verpflichtenden
Herkunftskennzeichnung von tierischen Lebensmitteln veröffentlicht. Viele Konsument:innen
nehmen an, dass tierische Produkte mit der Herkunftskennzeichnung „Österreich“ strengeren
Bestimmungen unterliegen würden. Im vorliegenden Entwurf und in der damit in Verbindung
stehenden Tierhaltungsverordnung (THVO), siehe hierzu ebenso die BAK Stellungnahme
vom 30.05.2022, fehlen jedoch Regelungen, die besonders problematische Haltungsformen
und Praktiken verbieten.
In manchen Punkten – wie beim Schwanzkupieren und bei der betäubungslosen Kastration –
bleiben die gesetzlichen Bestimmungen in der THVO unter dem Niveau anderer
Mitgliedstaaten. Auch wenn es im Tierschutzgesetz in erster Linie um das Wohlbefinden der
Tiere geht, so muss doch betont werden, dass eine gesetzliche Festlegung der
Mindeststandards für die Tierhaltung von Nutztieren in Österreich eine weitreichende
wirtschaftliche Bedeutung hat. Relevante Handelsketten in Deutschland haben bereits
klargestellt, dass sie Fleisch aus jenen Haltungsformen, wie sie auch durch den vorliegenden
Entwurf noch immer erlaubt sein werden, nicht mehr abnehmen. Das könnte dazu führen,
dass Fleisch und Milch von Tieren aus besseren Haltungsformen von Österreich nach
Deutschland exportiert werden und jene Produkte, für die lediglich der Mindeststandard erfüllt
ist, mit der Herkunft „Österreich“ für die heimischen Konsument:innen übrigbleiben.
Für den vorliegenden Entwurf des TSchG sowie für den zeitgleich versendeten Entwurf zur
THVO sieht die BAK daher einen deutlichen Nachbesserungsbedarf.
Zusammenfassend darf festgehalten werden, dass die Mindeststandards für die Haltung von
Schweinen und Rindern im TSchG und in der THVO nicht geeignet sind, um den Tieren
ausreichend Schutz zu bieten, wie dies in § 1 vorgesehen ist. Haltungsformen wie die
Anbindehaltung und die Haltung auf Vollspaltenböden für Schweine und Mastrinder sowie die
nicht vorgeschriebene Weidehaltung für Rinder sind ethisch nicht mehr zu rechtfertigen und
entsprechen auch nicht den Wünschen der Mehrheit der Konsument:innen. Es ist weiters mit
einem wirtschaftlichen Schaden zu rechnen, falls derartige Haltungsformen nicht verboten
werden, da in absehbarer Zeit Produkte aus diesen Haltungsformen keine Abnehmer:innen
mehr finden werden.
Explizit zu begrüßen sind alle Verbesserungen, die mehr Tierschutz ermöglichen, was
mehrheitlich den Bereich der Heimtiere betrifft, auf die jedoch in der Stellungnahme nur
teilweise eingegangen wird. Positiv zu sehen ist die Tatsache, dass in einigen Bereichen
Beschlüsse des Tierschutzrates aufgegriffen und umgesetzt werden.
Zu den wesentlichen Bestimmungen des geplanten Entwurfs:
Der Entwurf sieht im Wesentlichen vor:
• Kein Ende der Vollspaltenböden für Schweine und Rinder
• Kein Ende der Anbindehaltung für Rinder
• Verbesserungen bei den Themen Qualzucht und Kükenschreddern
Zu § 6 Abs 2a und 2c:
Das geplante Verbot des Schredderns von lebendigen Küken stellt eine wichtige
Verbesserung im Tierschutz dar. Das Töten lebensfähiger Küken zur Futtergewinnung und
der diesbezüglich zuführende Nachweis der Brüterei gegenüber der
Bezirksverwaltungsbehörde sollte klarer definiert werden. Auch das Verbot des Schlachtens
von Säugetieren, die sich „offensichtlich“ im letzten Drittel der Trächtigkeit befinden, ist zu
begrüßen, wobei allerdings das Wort „offensichtlich“ gestrichen werden sollte.
Zu § 16 Abs 4:
Die Anbindehaltung von Rindern war bereits vor dem Zustandekommen des
Bundestierschutzgesetzes im Jahr 2005 äußerst umstritten. Anbindehaltung bei Rindern
bedeutet, dass die Rinder im Stall mit einer kurzen Kette fixiert sind, die lediglich das
Aufstehen, Fressen und Hinlegen ermöglicht.

Bei der dauernden Anbindehaltung handelt es sich um eine Haltungsform, die den Rindern
ganzjährig und meist lebenslang keinerlei Bewegungsmöglichkeit, mit Ausnahme des Stehens
und Liegens, erlaubt. Die Anbindehaltung widerspricht eindeutig den allgemeinen
Haltungsbestimmungen nach dem TSchG in § 16 Abs 1: Die Bewegungsfreiheit eines Tieres
darf nicht so eingeschränkt sein, dass dem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt
werden oder es in schwere Angst versetzt wird und Abs 2: Das Tier muss über einen Platz
verfügen, der seinen physiologischen und ethologischen Bedürfnissen angemessen ist.
Eigentlich besteht bereits seit 2005 ein gesetzliches Verbot der ständigen Anbindehaltung,
das jedoch bisher durch eine großzügige Ausnahmeregelung für die betroffenen Rinder
praktisch 365 Tage und Nächte im Jahr keinerlei Bewegungsmöglichkeit und Sozialverhalten
bedeutete.
In der vorliegenden Novelle werden nunmehr diese Ausnahmeregelungen für die ganzjährige
Anbindehaltung, jedoch erst – wie in Ziffer 32 festgehalten – ab dem Jahr 2030, gestrichen
und für mindestens 90 Tage geeignete Bewegungsmöglichkeiten, geeigneter Auslauf oder
Weidegang vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Rinder in dauernder also ganzjähriger
Anbindehaltung noch weitere sieben Jahre lang keinerlei Bewegungsmöglichkeiten haben
werden. Danach sind sie weiterhin 275 Tage pro Jahr im Stall angebunden und auch an den
90 Tagen, an denen sie nicht durchgehend angebunden sein dürfen, müssen sie nicht
zwingend ins Freie gelassen werden.
Zudem ist unklar, wie diese Bewegungsmöglichkeit tatsächlich kontrolliert werden kann. Auch
wenn die Streichung der Ausnahmen für die dauernde, also ganzjährige Anbindehaltung, eine
überaus notwendige Verbesserung darstellt, so ist diese Anbindehaltung doch noch immer
eine Haltungsform, die weder dem Bewegungsbedarf oder dem Sozialverhalten der Rinder
entspricht, noch die Erwartungen der Konsument:innen erfüllt.
Milch und Fleischwerbung wird oftmals mit schönen Bildern auf der Wiese beworben. Auf den
Milchpackungen selbst ist niemals die Anbindehaltung abgebildet, sondern meist die Kuh auf
der grünen Weise. Wenn Produkte von Rindern stammen, die jedoch niemals auf Weiden
grasen, sollten diese Aufmachungen auch verboten werden, da sie sonst zur Irreführung
geeignet wären. Eine eindeutige und verständliche Kennzeichnung der Haltungsformen wäre
dringend notwendig, um den Konsument:innen tatsächlich die Wahlmöglichkeit zu geben.
Darüber hinaus sollte die dauerhafte Anbindehaltung unverzüglich und nicht erst ab dem Jahr
2030 abgeschafft werden, wie dies eigentlich seit 2005 im Gesetz vorgesehen war. Ziel muss
allerdings auch sein, die Anbindehaltung generell abzuschaffen, ein sofortiges Verbot des
Neubaus von Anbindstallungen festzuschreiben und zwingend vorzuschreiben, dass
insbesondere Kühe einen Zugang zur Weide haben müssen.
Zudem ist zu erwähnen, dass Milch- und Fleischprodukte aus Österreich von Rindern, deren
Haltungsbedingungen lediglich den Mindeststandards des TSchG entsprechen, ab dem Jahr
2030 Absatzschwierigkeiten in Deutschland zu erwarten haben, da sie nicht den
Anforderungen großer Handelsketten entsprechen. Es sollte nicht sein, dass Produkte mit

höheren Standards exportiert werden und jene mit den Mindeststandards nach dem TSchG
den österreichischen Konsument:innen mit der Herkunftskennzeichnung „Österreich“ verkauft
werden, ohne dass die Haltungsform in leicht verständlicher Form erkennbar ist. Es ist
anzunehmen, dass viele Konsument:innen Milch von Kühen in Anbindehaltung bzw ohne
Weidehaltung nicht kaufen würden, sofern sie transparent darüber informiert wären. Eine klare
Verbraucher:inneninformation ist dringend geboten.
Zu § 44 Abs 29:
Die Haltung von Schweinen und Rindern in Österreich auf Beton-Vollspaltenböden wird mit
dem vorliegenden Entwurf nicht verboten, sondern weiterhin auf unbestimmte Zeit legalisiert
und dies obwohl in Österreich seit Jahren alle Umfragen ergeben, dass diese Haltungsformen
abgelehnt werden. Laut einer neuen Umfrage von Vier Pfoten sind 91 % der österreichischen
Bevölkerung für ein Verbot der berüchtigten Vollspaltenböden, auf dem ein großer Teil der
Schweine und der Mastrinder stehen. Zudem widerspricht diese Haltungsform auch den
Grundsätzen des TSchG nach § 1 und § 16 Abs 1 und 2.
Das in § 44 Abs 29 angeführte Gemeinschaftsprojekt des Gesundheits- und
Landwirtschaftsministeriums zur Evaluierung der Haltungssysteme im Bereich der Buchten
und Bodengestaltung bei der Haltung von Schweinen stellt eine unbefriedigende
Verschiebung einer von der Mehrheit der Konsument:innen gewünschten Abschaffung von
unstrukturierten Beton-Vollspaltenböden dar. Erfahrungen über bessere Haltungssysteme
sollten bereits reichlich, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis, im In- und im
Ausland vorhanden sein.
Zudem fehlt hier vor allem ein überschaubarer Zeitrahmen für das Verbot der
Vollspaltenhaltung, die Beiziehung von Tierschutzorganisationen und eine klare
Kennzeichnung von Produkten. Für Fleisch sollte zur besseren Transparenz für
Konsument:innen im Zuge der Umsetzung der ebenfalls in Begutachtung befindlichen
Verordnung zur österreichischen Herkunftskennzeichnung von Fleisch, Milch und Eiern in
verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung nicht nur die Herkunft, sondern
jedenfalls auch die Haltungsform gekennzeichnet werden. Produkte von Tieren, die auf
Vollspaltenböden gehalten wurden, sollten auch eindeutig und klar verständlich als solche
gekennzeichnet werden.
Wie bereits zur Problematik der Anbindehaltung in § 16 Abs 4 angeführten höheren
Anforderungen an die Tierhaltung bestimmter Handelsunternehmen in Deutschland besteht
auch hier das Problem, dass diese Fleischprodukte aus Österreich, deren
Haltungsbedingungen lediglich den Mindeststandards nach dem TSchG bzw der THVO
entsprechen, ab dem Jahr 2030 Absatzschwierigkeiten in Deutschland haben werden. Es
sollte nicht sein, dass Produkte mit höheren Standards exportiert werden und jene mit den
Mindeststandards nach dem TSchG den österreichischen Konsument:innen mit der
Herkunftskennzeichnung „Österreich“ verkauft werden, ohne dass die Haltungsform in leicht
verständlicher Form erkennbar ist. Es ist anzunehmen, dass viele Konsument:innen Fleisch
von Tieren auf Vollspaltenböden nicht kaufen würden, sofern sie transparent darüber
informiert wären. Eine klare Verbraucher:inneninformation ist dringend geboten.

Die BAK ersucht um Berücksichtigung ihrer Anliegen und Anregungen.

Düngerpreise fallen immer weiter – Markt ist turbulent

Die Preise für Stickstoffdünger fallen auch in dieser Woche. Ein Grund: Die Gaspreise sind stark gefallen und haben die Produktionskosten der Düngerhersteller reduziert. Gleichzeitig sitzen manche Hersteller offenbar auf großen Beständen – und Bauern und Händler kaufen weiterhin nicht.

Die Stickstoffproduktion in der EU nimmt weiter zu, da mildes Wetter die Erdgaspreise weiterhin unten hält. Hohe Lagerbestände belasten den Markt zusätzlich und beeinflussen die weitere Preisentwicklung, sagen Analysten.

Russland will einen Ausfuhrzoll von 23,5 % auf alle Arten von Düngemitteln mit einem „Grenzpreis“ von 450 USD/t erheben, sagte der stellvertretende Premierminister Denis Manturov am 11. November, in einem Interfax-Bericht. Die Zölle müssen noch per Regierungserlass genehmigt werden. Der Preis von 450 USD/t soll der Preis sein, unter dem die Exporteure keine Ausfuhrzölle zahlen würden. Für jede Tonne Düngemittel, die über 450 USD/t verkauft wird, wird eine Steuer von 23,5 % erhoben. Die Regelung soll ab dem 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Indessen nehmen immer mehr europäische Düngemittelhersteller ihre Produktion aufgrund des starken Rückgangs der Erdgaspreise wieder auf. Yara International ASA, einer der weltweit größten Düngemittelhrsteller, gab bekannt, dass man wieder mit 65 % der europäischen Ammoniakkapazität arbeite. Das Analystenhaus CRU International sagte, Yaras Schritte sei im Einklang mit anderen europäischen Düngemittelherstellern.

Trotz der gefallenen Gaspreise sind alle Düngemittel deshalb noch immer deutlich teurer als ein Jahr zuvor.

 In Europa geben die Düngerpreise im November weiter nach. In der aktuellen Woche werden folgende Preise gemeldet: An den deutschen Spotmärkten kostet Kalkammonsalpeter (KAS), der wichtigste Stickstoffdünger der deutschen Landwirte, am Dienstag (15.11) knapp 663 Euro je Tonne. Das sind gut 100 Euro je Tonne weniger als zum Beginn des Monats.

Die Preise für Harnstoff liegen bei knapp 800 Euro je Tonne und damit ebenfalls 100 Euro niedriger im zum Beginn des Monats. Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) kostet knapp 665 Euro – das 30 Euro weniger als vor zwei Wochen. Auch bei den übrigen Mineraldüngern haben die Preise nachgegeben.

Zur EuroTier -Drohen Lücken im Kühlregal?

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) schlägt Alarm. Im kommenden Jahr könnte Schweinefleisch knapp werden. Gewarnt wird vor einem weiteren Ausstieg von Landwirten aus der Tierhaltung.

Die Fleischbranche ist deshalb in Sorge um einen weiteren Rückzug aus der heimischen Erzeugung von Schweinefleisch und warnt vor den Konsequenzen. „In vier bis sechs Monaten haben wir erste Lücken in der Versorgung“, mahnt Hubert Kelliger von Westfleisch. Das VDF-Vorstandsmitglied sagte auf einer Pressekonferenz des Verbands aufgrund des sinkenden Angebots zudem deutlich steigende Preise voraus. Derzeit werden pro Woche 70.000 bis 80.000 Schweine weniger geschlachtet als vor einem Jahr. Von Januar bis September verringerte sich die Zahl der Schlachtschweine um neun Prozent auf 35,3 Mio Tiere.

„Wenn es aufgrund der nationalen, völlig unzulänglichen Politik weiter keine verlässlichen Perspektiven für Landwirte gibt, wird die Tierhaltung noch stärker zurückgehen als schon in den letzten Jahren“, warnte auch VDF-Vorstandsmitglied Dr. Gereon Schulze Althoff von der Tönnies-Gruppe. Die gestiegenen Kosten für Energie und Futtermittel lassen sich nach Angaben des VDF aktuell nicht durch höhere Preise ausgleichen. „Wir verdienen kein Geld in der Kette“ beklagte Kelliger. Wegen der durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) verursachten Exportbeschränkungen würden pro Schlachtschwein Erlöse von 25 Euro pro Tier fehlen. Das addiere sich auf eine Mrd. Euro pro Jahr, so Kelliger. Die Politik müsse größere Anstrengungen zur Wiedereröffnung wichtiger Exportmärkte in Asien unternehmen, fordert der VDF. So kritisierte Kelliger, dass Bundeskanzler Olaf Scholz das Thema bei seinem Staatsbesuch in China nicht angesprochen habe.

Getreidepreise um 35 Euro gefallen – Getreide-Deal vor Verlängerung

Die europäischen Weizenpreise sind im November um 35 Euro gefallen – auf 325 Euro je Tonne. Für die Maispreise ging es ähnlich steil nach unten – auf 318 Euro je Tonne. Auch in der neuen Woche geben die Preise weiter nach. Der Getreidedeal mit Russland steht offenbar vor der Verlängerung.

Der Kreml teilte am Montag mit, dass die Gespräche mit den Vereinten Nationen über ein Abkommen zur Sicherung der Getreideverschiffung aus ukrainischen Häfen „ziemlich konstruktiv“ verlaufen seien und Hoffnungen auf eine reibungslose Umsetzung bestehen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Hochrangige UN-Beamte hatten sich am Freitag in Genf mit einer russischen Delegation getroffen, um Moskaus Beschwerden zu erörtern. Russland fordert ungehinderten Zugang zu den Weltmärkten für seine eigenen Lebensmittel- und Düngemittelexporte als Gegenleistung für die Zustimmung zu einer Verlängerung des Schwarzmeerabkommens, das am Samstag verlängert werden soll.

Moskau hat gedroht, dass es den Deal kündigen wird, wenn keine Fortschritte erzielt werden. Die Zusammenarbeit der Vereinten Nationen mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union habe dazu beigetragen, viele Hindernisse für den Export russischer Lebensmittel und Düngemittel zu beseitigen, sagte Generalsekretär Antonio Guterres am Montag auf dem G20-Gipfel.

„Wir müssen auch mehr tun, um die globale Düngemittelkrise zu lindern. Die Düngemittelpreise sind bis zu dreimal höher als vor der Pandemie, und wir arbeiten daran, alle Hindernisse für den freien Fluss russischer Lebensmittel und Düngemittel auf den Weltmärkten zu beseitigen“, sagte Guterres.

Bis zum 14. November hat die Ukraine 15,1 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte exportiert, davon 1,9 Millionen Tonnen im November, teilte das Ministerium für Agrarpolitik mit. Zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr belief sich der Export auf 21,75 Mio. Tonnen, davon 2,3 Mio. Tonnen im November.

Vom 1. bis 7. November exportierte Russland 799.000 Tonnen Weizen, eine Steigerung um 33,7 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtete Interfax unter Berufung auf die russische Getreideunion.

Porcom – Stall der Zukunft

Ein von der Firma Alois Niederl entwickelter Tierwohlstall der eine echte Innovation ist.

Der Altbestand wird innen umgebaut, je nach Stallverhältnisse und wird zu Großgruppen zusammengefasst und das Klima im Stall bleibt konstant. Im so genannten angebauten Wintergarten wird ein Schrägbodensystem mit Kot und Harnrinne und abgedeckten Schrapper montiert. Die Strohfütterungsanlage streut automatisch 6 mal am Tag ein und der Schrapper läuft parallel mit. Die ersten umgebauten und neugebauten Stallungen laufen gut und neue Erkenntnisse werden wieder eingebracht. Ein echter Wohlfühlstall für Mensch und Tier und erreicht den Tierwohlstandart TW 100.

Noch nie wurde soviel Weizen weltweit gehandelt

Neuer Rekord beim Weizenhandel: Vor allem die Ausfuhren Australiens, Kasachstans und aus GB dürften höher ausfallen und den prognostizierten Rückgang der argentinischen Ausfuhren mehr als ausgleichen.

Der internationale Handel mit Weizen dürfte im laufenden Vermarktungsjahr 2022/23 trotz der relativ hohen Preise so umfangreich wie noch nie ausfallen. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seinem aktuellen Bericht von einer Handelsrekordmenge von 208,7 Mio. t Weizen aus.

Im Oktober waren noch 300.000 t weniger erwartet worden. Für 2021/22 wird die international gehandelte Weizenmenge auf 202,8 Mio. t veranschlagt.

Vor allem die Weizenausfuhren Australiens, Kasachstans und des Vereinigten Königreichs dürften nach Einschätzung der Washingtoner Beamten höher ausfallen als bislang erwartet und den prognostizierten Rückgang der argentinischen Ausfuhren mehr als ausgleichen.

Die Weizenexporte der Ukraine und Russlands sehen die Fachleute im laufenden Wirtschaftsjahr unverändert bei 11 Mio. t und 42 Mio. t; das wären 7,8 Mio. t weniger beziehungsweise 9 Mio. t mehr als 2021/22.

Das Welthandelsvolumen an Mais veranschlagt das USDA für 2022/23 jetzt auf 183,5 Mio. t. Das entspricht gegenüber der vorherigen Prognose einem Abschlag von 1,3 Mio. t Mais wegen voraussichtlich geringerer Exporte argentinischer und südafrikanischer Ware. Der internationale Maishandel im vergangenen Wirtschaftsjahr belief sich noch auf schätzungsweise 193 Mio. t.

Wie beim Weizen beließen die Washingtoner Beamten auch beim Mais ihre Exportprognose für die Ukraine hinsichtlich der aktuellen Vermarktungssaison unverändert, nämlich bei 15,5 Mio. t. In der vergangenen Kampagne hatte das kriegsgeschüttelte Land noch 27 Mio. t Mais ins Ausland verkauft.

Die Getreidefutures an der Pariser Börse reagierten kaum auf die neuen USDA-Daten. Der vordere Matif-Weizenkontrakt mit Fälligkeit im Dezember 2022 kostete heute gegen 13.30 Uhr 331 €/t; das war nur 1 €/t mehr als der Eröffnungskurs von gestern, also vor der Veröffentlichung des USDA-Berichts. Gleichzeitig gab der Maisfuture zur Lieferung im März 2023 um 2,75 €/t auf 323,25 €/t nach. Agra Europe (AgE)

Eurotier 2022: Das sind die wichtigsten Termine für Schweinehalter

Transforming Animal Farming“ lautet das Motto der Eurotier 2022. Nachdem im Jahr 2020 eine Corona-bedingte Zwangspause eingelegt werden musste und die Eurotier daraufhin im Februar 2021 ausschließlich digital stattfand, ist die Freude auf eine Veranstaltung in Präsenz doppelt so groß. Vom 15. bis 18. November werden insgesamt 1.700 Hersteller aus 55 verschiedenen Ländern auf dem Messegelände in Hannover erwartet. In 14 Hallen präsentieren die nationalen und internationalen Firmen täglich von 9 bis 18 Uhr auf 250.000 m² ihre Produkte und Neuheiten. Neben den bekannten Schweine-, Geflügel- und Rinderschwerpunkten ist wie in den Jahren zuvor auch die Energydecentral und die Direktvermarktung Teil der diesjährigen Messe. In Halle 21 kann man sich zusätzlich über Aquakulturen informieren. Ein Fokus bei unterschiedlichen Herstellern liegt auf alternativen Proteinquellen in Insektenfuttermitteln. Interessierte im Geflügelbereich können sich in der Halle 17 über Neuheiten informieren.

In Halle 15, 16 und 17 können sich Schweinehalter tiefergehend informieren. In Halle 17 diskutieren im DLG-Forum „Schwein & Geflügel“ Referenten aktuelle Brennpunktthemen der Schweinehaltung. Tierwohl, Ressourcenschonung und zukunftsweisende Haltungssysteme in Verbindung mit sich verändernden Klimabedingungen stehen hier unter anderem im Fokus. Besonders Betriebe in exportierenden Ländern treibt die Frage nach einer weitergehenden Spezialisierung oder doch einer Diversifizierung um. Nicht zuletzt geht es für alle Schweinehalter darum, innovative Ansätze im Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu finden.

Traditionell ist die Eurotier voll gepackt mit Innovationen und Neuheiten der nationalen und internationalen Firmen. Eine von der DLG eingesetzte Expertenkommission hat in diesem Jahr aus insgesamt 150 zugelassenen Neuheiten-Anmeldungen aller Sachgebiete nach strengen Kriterien die Gewinner des diesjährigen DLG-Neuheitenwettbewerbs „Innovation Award EuroTier“ ermittelt. Insgesamt vergab die Jury vier Gold- und 14 Silbermedaillen. Im Bereich Schwein wurde das Produkt Sound Talks der Firma Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Sound Talks ist ein System, das mittels Akustiksignalen den respiratorischen Gesundheitsstatus von Schweinen in Aufzucht und Mast analysiert. Die Thermochrome Ferkelnestheizung Thermo W/E der Firma Mik International GmbH & Co. KG erhielt von der Expertenkommission der DLG eine Silbermedaille, ebenso der Einstreuroboter OlliGES von Big Dutchman und der optiMARKER von Hölscher + Leuschner. Außerdem wurden das Produkt Lifty zum Heben von Gülleschiebern und Güllestopfen der Firma Meier-Brakenberg mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Zum ersten Mal kürt die DLG auf der Eurotier den Agrifuture Concept Winner 2022. Auf der Shortlist des Preises stehen sechs Konzepte, die landtechnische Pionierarbeit und Zukunftsvisionen verbinden. Im Bereich Schwein hofft die Firma Big Dutchman mit dem Produkt Havito – Birth to Finish – auf die Auszeichnung. Mit dem Produkt wird erstmals eine strukturierte Bucht vorgestellt, in der die Sau zunächst abferkeln kann und die Ferkel anschließend für die gesamte Aufzucht- und Mastzeit ohne Umsetzen verbleiben. Die Preisverleihung findet am 17. November auf der Eurotier statt.

Mastschweine-Notierung unverändert

Laut Österreichischer Schweinebörse konnte der heimische Schlachtschweinemarkt feiertagsbedingt nicht geräumt werden. Etwa 15.000 schlachtreife Schweine mussten in die
neue Woche verschoben werden, was zu einem weiter steigenden Schlachtgewicht führte.
Auf dem Fleischmarkt schien sich die Lage etwas zu entspannen. Größere Bestände an
tiefgefrorenem Fleisch wurden in den letzten Wochen ausgelagert, sodass im Verarbeitungsbereich ein zusätzlicher Bedarf an frischer Ware entstehen sollte, insbesondere mit
Blick Richtung Weihnachtsgeschäft.

Ferkelabsatz besser als befürchtet
Auf dem österreichischen Ferkelmarkt wirkten die verminderten Umsätze in den beiden
Feiertagswochen nach. Die Rückstellmengen konnten noch nicht abgebaut werden. Allerdings hat sich die Absatzsituation zuletzt besser entwickelt als befürchtet. Die Notierung
bleibt in der 45. Kalenderwoche unverändert bei EUR 2,65 je kg.
Europaweit haben sich die Ferkelmärkte stabilisiert. Aufgrund des unterdurchschnittlichen
Angebotes wurden die Überhänge aus den Vorwochen stark reduziert.
EU-Schweinemarkt: Verhaltener Start ins Weihnachtsgeschäft
Der EU-Schweinemarkt entwickelte sich nur angebotsseitig der Jahreszeit entsprechend,
die Anzahl der schlachtreifen Schweine nahm zu. Von einer anziehenden Nachfrage war
jedoch weiterhin kaum etwas zu spüren. Der Fleischhandel litt fortgesetzt unter der Zurückhaltung der Konsumenten. Aufgrund der Unsicherheit über die Auswirkungen der verminderten Kaufkraft auf das Weihnachtsgeschäft bestellten die Fleischeinkäufer vorerst
zögerlich. Folglich standen die Preise für Schlachtschweine in vielen Mitgliedsländern
unter Druck. Die Notierungen in Dänemark und den Niederlanden blieben auch dank der
Drittlandexport stabil.
In Deutschland werden die Angebotsüberhänge bei Schweinen nur langsam kleiner, der
Preisdruck bleibt aufrecht. Nach Einschätzung der Erzeugergemeinschaften würde eine
Reduzierung der Notierung die Abnahmebereitschaft der Schlachtunternehmen nur geringfügig erhöhen. Der Vereinigungspreis für Schlachtschweine bleibt daher bis zum 16.
November unverändert bei EUR 1,90 je kg. Auf dem Fleischmarkt werden sowohl Konsumware als auch Verarbeitungsfleisch mehr nachgefragt.

8 Milliarden Menschen: Die Landwirtschaft produziert genug für alle

Dieser Tage wächst die Menschheit auf acht Milliarden. Sie alle zu versorgen, ist die Herausforderung des Jahrhunderts. Hier kommt es auf die Landwirtschaft an.

Wo genau der Mensch geboren wird, der die acht Milliarden vollmacht, ist nicht klar. Vielleicht in Indien, Nigeria oder in einem kleinen Dorf in Niederbayern. Fakt ist jedenfalls, dass er nicht lange allein auf dieser Zahl bleibt. Kaum eine Minute drauf sind schon 300 weitere Menschen geboren. Alle wollen wenigstens genug zu essen haben. Und bis zum Jahr 2050 werden wir bereits 9,8 Milliarden sein. Deswegen kommt der Landwirtschaft eine Schlüsselrolle zu.

Grundsätzlich geht es darum, genug Kalorien für alle zu produzieren. Das heißt neue Anbaumethoden, die höhere Erträge bringen, größere Anbauflächen, neue Kulturen und Kalorienlieferanten. Und – auch das gehört dazu – ein klügerer Einsatz der vorhandenen Mittel. Das bedeutet weniger Verschwendung und eine gerechtere Verteilung der erwirtschafteten Kalorien. Schon heute arbeiten Landwirte mit den Lösungen für die Zukunft: Die neuen Anbaumethoden beispielsweise lagen noch vor einer Generation sehr weit weg. Heute vergrößern Agroforstsysteme und Agri-PV-Anlagen das Potential jedes einzelnen Hektars. Dazu kommen die Innovationen aus der regenerativen Landwirtschaft, der Gentechnik und der Digitalisierung.

Im Prinzip gibt es genug zu essen. 2019 lag die durchschnittliche globale Produktion bei 2963 Kalorien pro Kopf. Theoretisch reicht das. Doch mit der Verteilung hapert es. Zum einen gehen große Mengen etwa des Getreides in die Tierhaltung. In Deutschland sind das beispielsweise 40 Prozent, schreibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.

Zum anderen verderben viele Lebensmittel: Entweder weil der Verbraucher sie nicht will oder weil sie es gar nicht bis zum Verbraucher schaffen. Und schließlich verbrauchen Menschen der Industrieländer mehr Kalorien als der Rest der Welt. Das Problem des Hungers trifft denn auch vor allem Länder des globalen Südens. Die Welternährungsorganisation FAO meldet, dass im Jahr 2021 zwischen 701 und 828 Millionen Menschen unterernährt waren. Das waren 46 Millionen mehr als 2020. Diese Menschen brauchen eine Perspektive.

Bei unserem Lebensstil bräuchte es 600 Mio. ha zusätzlich

Die FAO hat berechnet, dass wir global 200 Millionen Hektar zusätzliche Ackerfläche und 400 Millionen Hektar Grünland bräuchten. Zumindest dann, wenn man den steigenden Verbrauch der letzten Jahrzehnte in die Zukunft extrapoliert. Das entspricht der Fläche der EU. Nicht berücksichtigt sind dabei Ernteausfälle durch Katastrophen, Dürren, Überschwemmungen, Kriege, etc. Auch nicht mit in der Kalkulation ist, dass eine reine Biolandwirtschaft eine noch größere Fläche bräuchte.

Neue Nahrungsquellen braucht die Menschheit

Um die Menschen gut versorgen zu können, braucht es bei allen den Willen zur Veränderung. Dazu gehört es etwa, die Verluste an Lebensmitteln zu minimieren. Dazu könnte auch einschließen, die Kalorienanzahl jedes Menschen zu reduzieren, etwa durch eine andere Ernährung, die weniger Fleisch umfasst.

Aber Landwirte haben noch Pfeile im Köcher, beziehungsweise experimentieren mit Alternativen. So stehen Insekten hoch im Kurs, eine wichtigere Rolle als Eiweißlieferanten zu übernehmen. Genauso wie Algen. Die Energiebilanz spricht zumindest für diese Exoten: So brauchen Insekten nur zwei Kilo Futter, um ein Kilo Masse aufzubauen. Bei einer Kuh rechnet man mit acht Kilogramm Futter. Auch Algen haben Potential. In einer Studie produzierten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) 123 Tonnen Algen pro Jahr und Hektar. Unterm Strich werden auch dieses Mal die Innovationen in der Landwirtschaft den Menschen die Teller füllen.

Destatis: Schlachtschweine fast immer genusstauglich

Im ersten Halbjahr 2022 wurden nur rund 0,23 % der geschlachteten Schweine in Deutschland als genussuntauglich erklärt. Das geht aus Daten von Destatis hervor.

Die in den deutschen Fleischbetrieben geschlachteten Mastschweine sind zum allergrößten Teil zum Verzehr geeignet. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, waren laut amtlicher Fleischuntersuchung im ersten Halbjahr 2022 von den 23,16 Mio geschlachteten Schweinen nur rund 54.240 Tiere oder 0,23 % nicht zum Verzehr geeignet und wurden von den Behörden für genussuntauglich erklärt. Die Durchfallquote war bei ausländischen Herkünften der geschlachteten Mastschweine mit 0,48 % höher als bei inländischen Tieren.

Häufigster Grund für eine Beanstandung waren mit fast 18.000 Fällen multiple Abszesse beziehungsweise Eiteransammlungen im Gewebe. Danach folgten organoleptischen Abweichungen bei Geruch, Konsistenz oder Farbe des Fleisches. Bei rund 6.900 Schweinen führten Schlachtschäden zur Aberkennung der Genusstauglichkeit.

Rückvergütung Agrardiesel

Seit 3.November können Bäuerinnen & Bauern die temporäre Agrardieselrückvergütung beantragen. Dafür stehen insgesamt 30 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Rückvergütung beträgt 7 Cent pro Liter Gasöl, basierend auf einem durchschnittlichen Gasölverbrauch in Liter/ha & differenziert nach Bewirtschaftungsarten. Der Antrag auf Vergütung ist im Rahmen einer Korrektur des MFAs 2022 zwischen 3. November 2022 und 31. Dezember 2022 an die AMA zu stellen – die Bezirksbauernkammern unterstützen dabei. Die Auszahlung erfolgt im Frühjahr 2023.

Forscher der Boku: Emissionsfreie Landwirtschaft möglich

Die Energiecluster-Veranstaltung in der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) zeigte auf, dass mit modernen Technologien und Innovationen in der Agrartechnik eine fossil- und emissionsfreie Landwirtschaft in Zukunft möglich ist.

Die aktuelle Teuerungswelle macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Einsparungsbereiche und Substitutionsmöglichkeiten mit fossilfreien Alternativen gibt es genug», betonte Alexander Bauer vom Boku-Institut für Landtechnik.

«Regulierung durch Politik»

Die dazu nötigen modernen Technologien und Innovationen in der Agrartechnik – von regenerativen Energien über Düngung und Pflanzenschutz, Humusaufbau und Pflanzenkohlenutzung, das Einsparungspotenzial durch teilflächenspezifische Bodenbearbeitung bis hin zur Verwendung von grünem Stickstoff – seien bereits vorhanden. «Sie müssten jetzt zur Anwendung kommen», so der Organisator der Veranstaltung «Energiesysteme in der Landwirtschaft und negative Emissionen».

Gründe dafür sind laut der Expertinnen und Experten, das derzeitige Auseinanderklaffen von technischen Lösungen auf der einen Seite und den Marktanreizen auf der anderen. «Für den Wechsel zu fossilfreien Energieträgern braucht es neben der Förderung von Innovationen auch eine starke interdisziplinäre Zusammenarbeit – und eine klare Regulierung durch die Politik», so Bauer weiter.

Düngemittel sind in der Landwirtschaft wichtig, um Kohlenstoff oder allgemein Nährstoffe in den Boden zurückzuführen. Durch die Energiekrise sind die Preise von Düngemittel bis zum Doppelten oder noch mehr gestiegen. Das Gebot der Stunde wäre, Abfallströme in allen Bereichen zu nutzen, wo dies möglich sei, «wie neue Technologien, die Nährstoffe aus Abwässern rückgewinnen oder intelligentes Design, das verhindert, dass Düngemittel ausgewaschen werden», erörterte Bauer.

«Es muss unser erklärtes Ziel sein, Nährstoffkreisläufe zu schließen, um eine langfristige Bewirtschaftung von Landwirtschaftlichen Böden zu sichern – dabei auch Humus und Kompost vermehrt als CO2-Speicher zu nutzen und auch technische Lösungen, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen, unterstützend einzusetzen», so Bauer.

Um eine fossilfreie Landwirtschaft und deren nachhaltige Bewirtschaftung zu sichern, müssten Bewertungsmethoden zur Anwendung kommen. Neben der bereits etablierten Ökobilanz, die einzelne Produkte bewertet, gäbe es die Corporate Carbon Footprints, um das für ganze Betriebe zu tun. «Gerade für die Bewertung auf betrieblicher Ebene in Land- und Forstwirtschaft gibt es derzeit auch viele neue Richtlinien und Guidelines, die eine nachhaltige Entwicklung sichern», so Bauer.

«Wenn wir ernsthaft unsere selbst auferlegten Ziele erreichen wollen, kann es so, wie es derzeit läuft, wohl nicht weitergehen», so der Landtechnikexperte. «Die Landwirtschaft braucht einen tiefgreifenden Strukturwandel», sagte er weiter. Dies inkludier nicht nur den Ausbau von erneuerbaren Energien – Wind, Photovoltaik auf Dächern oder die Doppelnutzung Landwirtschaftlicher Fläche durch Agri-Photovoltaik –, sondern auch das Schliessen von Nährstoffkreisläufen durch Humus-Aufbau oder die Verwendung von Pflanzenkohle und Kompost.

Die Grundlage für diesen Wandel muss von der Politik durch Förderung und Regulierung geschaffen werden», fasste Bauer abschliessend zusammen.

Amerikaner immer anders- erwarten Preisrückgang für Schweine

In den USA sinkt die Schweinefleischerzeugung. Die Farmer machten zuletzt an jedem Tier 24 € Gewinn. Dämpfend dürfte das schwächere Exportgeschäft wirken.

Bei Schweinefleisch geht das USDA laut neuester Prognose für 2022 von einem Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr von rund 240.000 t oder 1,9 % auf 12,31 Mio. t aus. In den ersten drei Quartalen kamen wegen der schwachen ersten Jahreshälfte rund 2,5 Mio. oder 2,6 % weniger Schweine zur Schlachtung; mittlerweile hat sich der Abstand zum Vorjahr aber verkürzt.

Laut USDA machten die Farmer in der Produktionshochburg Iowa im September einen Gewinn je erzeugtem Schwein von rund 24 €, doch sei bei der Ausweitung der Produktionskapazitäten wegen der national wie international unsicheren wirtschaftlichen Lage noch Zurückhaltung zu spüren. Der US-Schweinebestand war im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 % gesunken, bei den Sauen um 0,6 %. Für 2023 erwarten die Analysten aus Washington aktuell nur einen Produktionszuwachs von knapp 1 %.

Dämpfend dürfte auch das schwächere Exportgeschäft wirken. Für das laufende Jahr wird ein Ausfuhrrückgang von gut 9 % auf knapp 2,90 Mio. t erwartet, vor allem weil China und die Asean-Staaten weniger Schweinefleisch in den USA kaufen. Im kommenden Jahr dürfte das geringere Weltwirtschaftswachstum und der starke Dollar die Exporte weiter stören, die dann um rund 2 % abnehmen könnten.

Nach einem voraussichtlichen Anstieg von fast 6 % im laufenden Jahr werden die Erzeugerpreise für Schlachtschweine nach Einschätzung des USDA 2023 in ähnlichem Maße wieder zurückgehen und dann in etwa wieder auf dem Niveau von 2021 liegen. von Alfons Deter

Europa erwärmt sich leider schneller als andere Weltteile

Wissenschaftler warnen, dass vor allem Europa stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen sein wird, als zunächst gedacht. Hitze, Waldbrände, Unwetter und Überschwemmungen würden häufiger.

Der neue Klimabericht der Weltwetterorganisation (WMO) der UN und des Copernicus Climate Change Service der EU bringt keine gute Nachricht mit sich. Demnach steigen die Temperaturen in Europa deutlich schneller als im Rest der Welt.

Zwischen 1991 und 2021 sei es pro Jahrzehnt um 0,5 Grad Celsius wärmer geworden, berichtet die Tagesschau. Das sei mehr als doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Der Trend dürfte zudem anhalten. Außergewöhnliche Hitze, Waldbrände und Überschwemmungen könnten die Bevölkerungen, die Wirtschaft und die Ökosysteme weiter schädigen, sagen die Autoren des Berichts.

Aufgrund der Erwärmung hätten die Alpengletscher zwischen 1997 und 2021 rund 30 m ihrer Eisdicke verloren, hieß es. Auch der grönländische Eisschild schmelze rasch und beschleunige den Anstieg des Meeresspiegels.

Die Situation in Europa zeige, dass „selbst gut gewappnete Gesellschaften nicht vor den Auswirkungen extremer Wetterereignisse sicher“ seien, erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas laut Tagesschau. Er verwies auf die extreme Hitze und Waldbrände in Europa in diesem und dem vergangenen Sommer sowie auf die verheerenden Stürme und Überschwemmungen im vergangenen Jahr.

Im Jahr 2021 hätten schwerwiegende Wetter- und Klimaereignisse in Europa Hunderten das Leben gekostet. Mehr als eine halbe Million Menschen seien direkt betroffen gewesen, etwa durch den Verlust von Hab und Gut. Die wirtschaftlichen Schäden hätten über 50 Mrd. € betragen. Bei etwa 84 % der extremen Ereignisse habe es sich um Überschwemmungen oder Stürme gehandelt.

Immerhin gingen die Treibhausgasemissionen in der gesamten EU zwischen 1990 und 2020 um fast ein Drittel zurück.

Schweinemarkt sehr schwierig

Laut Österreichischer Schweinebörse kamen die zwei aufeinanderfolgenden Feiertagswochen zur Unzeit. Das im Vergleich zu den Vorjahren unterdurchschnittliche, aber saisonal bedingt steigende Angebot entsprach dem Bedarf einer vollen Arbeitswoche. Durch
den Ausfall von zwei Schlachttagen müssen in den folgenden Wochen etwa 40.000 Schweine zusätzlich geschlachtet und zerlegt werden. Im Fleischhandel drückten die seit
Monaten bekannten Kostensteigerungen bei Energie und Personal anhaltend die Stimmung. Die Aktionen im Gastro-Großhandel konzentrieren sich derzeit auf Wildfleisch
sowie Enten und Gänse, um die traditionellen Wild- und Ganslwochen zu bedienen.

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt hat sich die Lage verschärft. Die Feiertage waren
Gift für das Absatzgeschehen entlang der gesamten Produktionskette. Mit großen finanziellen Anstrengungen gelang es aber immerhin, die Ferkelrückstellungen nicht weiter
anwachsen zu lassen. Die Notierung bleibt in der 44. Kalenderwoche unverändert bei EUR
2,65 je kg.
In vielen europäischen Ländern litt die Ferkelnachfrage unter einer verzögerten Räumung
von Mastställen. Das überschaubare Angebot konnte nicht immer vollständig vermarktet
werden. Einige Notierungen gaben daher nach, andere blieben stabil.
EU-Schweinemarkt: Fleischhandel weiter impulslos
Der EU-Schweinemarkt befand sich weiterhin in einer schwierigen Phase. Bei einem
wachsenden Angebot blieb die Nachfrage der Schlachthöfe zurückhaltend. Diese warteten
weiterhin vergeblich auf eine Belebung des Fleischhandels. Der Export Richtung Asien
lieferte nur kleinere Impulse, die Nachfrage nach Nebenprodukten nahm spürbar Fahrt
auf. Durch Feiertage reduzierte Schlachtkapazitäten in zahlreichen Mitgliedsländern
belasteten den Lebendmarkt zusätzlich. Folglich mussten einige Notierungen nochmals
nach unten korrigiert werden, andere behaupteten sich.
Auf dem deutschen Schweinemarkt haben sich durch die Feiertage deutliche Angebotsüberhänge gebildet. Die Schlachtunternehmen erwarten weitere Preisabschläge in den
nächsten Wochen und bestellen daher nur das Nötigste. Schweinefleisch wird geringfügig
stärker nachgefragt, bleibt aber deutlich hinter den Erwartungen. Der Vereinigungspreis für diese Woche bleibt gleich.


Fleisch immer fester Bestandteil der Ernährung

Fleisch ist trotz zahlreicher vegetarischer und veganer Alternativen weiterhin fester Bestandteil auf den Tellern

In einer Online-Umfrage des weltweit führenden Kochboxenanbieters „HelloFresh“ unter etwa 1.500 Teilnehmern rund um das Thema fleischlose Ernährung gaben lediglich knapp 4 % der Befragten an, niemals Fleisch oder Fisch zu essen, während sich gut jeder Dritte als regelmäßiger Fleisch- und Fischesser bezeichnete. Nur selten Fleisch oder Fisch zu essen, traf auf etwa 12 % der Teilnehmer zu. Und nur 2,5 % der Befragten gaben an, sich vegan zu ernähren.

Des Weiteren ergab die Umfrage, dass Fleischersatzprodukte regelmäßig von 13,2 % der Befragten konsumiert werden. Hingegen gaben 34,1 % der Teilnehmer an, dass sie die Fleischersatzprodukte nicht überzeugt hätten, und 32,3 % der Befragten antworteten, diese noch gar nicht ausprobiert zu haben. Ein Fünftel der Interviewten weigerten sich schlicht, Fleischersatzprodukte überhaupt auszuprobieren.

Ein Hauptgrund, sich nur noch vegan oder vegetarisch zu ernähren, wäre für knapp 24 % der Umfrageteilnehmer die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden. Erst danach folgt das Tierwohl, das 16,6 % als möglichen Hauptgrund für den Verzehr von Fleischersatzprodukten nannten. Nur ein Zehntel der Teilnehmer gaben als Grund den Umweltschutz für einen Fleischverzicht an. Die große Mehrheit der Befragten, und zwar 48,9 %, erklärte, dass sie niemals nur noch vegan oder vegetarisch essen würden. Auf die Frage, ob sie sich häufiger für vegane sowie vegetarische Alternativen entscheiden würden, wenn diese billiger seien als Fleischprodukte, antwortete mit 68,8 % die große Mehrheit, trotzdem beim Fleisch zu bleiben. AgE