Hannes Blog

Neues aus der Landwirtschaft

Zu aktuellen Preisen können wir kein Getreide produzieren

Stagnierende Getreidepreise bei gleichzeitig hohen Produktionskosten setzen Ackerbaubetriebe massiv unter Druck. Der Bauernbund fordert Entlastungen, faire Preise und klare Regeln für Importe.

„Selbst wenn der Bauer seinen Weizen verschenkt, würde die Semmel für Konsumenten nur um rund einen Cent billiger. Zu diesen Preisen können wir in Österreich kein Getreide produzieren“, sagt Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Winterweizen, -gerste, -roggen und Co. stehen schon auf den Feldern. Wie die Ernte 2026 wird, ist nicht klar. Was den meisten Landwirten jedoch schon jetzt klar ist: Mit den aktuellen Getreidepreisen lässt sich kein Geld verdienen. Die wirtschaftliche Lage im Ackerbau spitzt sich zu. Während die Erzeugerpreise bereits das zweite Jahr in Folge stagnieren, steigen die Produktionskosten weiter an. Für eine Tonne Mahlweizen erhielten Landwirte zuletzt rund 180 € – ein Minus von 15 % gegenüber dem Vorjahr, rechnet der Bauernbund vor.

Besonders kritisch sieht der Bauernbund den geringen Anteil der Wertschöpfung, der bei den Betrieben ankommt. 1 Cent bleibt nur bei einer Semmel für den Landwirt. „Selbst wenn der Bauer seinen Weizen verschenkt, würde die Semmel für Konsumenten nur um rund einen Cent billiger. Zu diesen Preisen können wir in Österreich kein Getreide produzieren“, betont Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Mit der Kampagne Schleuderpreise setzt sich der Österreichischer Bauernbund für faire Preise und eine nachhaltige Zukunft der heimischen Landwirtschaft ein.

Hohe Kosten belasten Bauern

Ein wesentlicher Kostentreiber sind Düngemittel, deren Preise seit dem Krieg in der Ukraine stark gestiegen sind. Zusätzliche Belastungen durch den CO2-Grenzausgleich (CBAM) und weitere EU-Klimavorgaben lehnt der Bauernbund ab. Strasser fordert, CBAM entweder auszusetzen oder die Einnahmen gezielt zur Entlastung der Landwirtschaft zu verwenden. Unterstützung kommt für die Initiative von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der beim Agrarministerrat in Brüssel ein entsprechendes Maßnahmenpaket eingebracht hat.

Auch die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln bleibt ein zentrales Anliegen. Während in Drittstaaten wie der Ukraine oder Südamerika Mittel zugelassen sind, die in der EU seit Jahrzehnten verboten sind, fordert der Bauernbund schärfere Kontrollen. Verlangt wird ein nationales Monitoring sowie konsequente Kontrollen importierter Lebens- und Futtermittel auf Rückstände verbotener Pflanzenschutzmittel und Gentechnik. Totschnig will die Kommission auf rasche Umsetzung drängen, „damit die Einhaltung gleicher Standards bei Lebensmittel gesichert wird. Was für die heimische Landwirtschaft gilt, muss auch für importierte Lebensmittel gelten.“ von Roland Pittner

Ukrainischer Konzern MHP übernimmt Agrol-Anlage an Polens Grenze und die Geflügelpreise werden in den in den Keller gehen ?

Der ukrainische Lebensmittelkonzern MHP plant, die strategisch bedeutenden Schlacht- und Verarbeitungsanlagen seines Konkurrenten Agrol im Westen der Ukraine zu übernehmen. Diese Anlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe zur EU-Außengrenze Polens und könnten erheblichen Einfluss auf den europäischen Geflügelfleischmarkt haben. Der neue Standort ermöglicht es MHP, die Transportkosten erheblich zu senken und die Exportkapazitäten nach Europa deutlich zu erhöhen.

Strategische Neuausrichtung an der EU-Grenze

Zwischen 2018 und 2021 errichtet, bietet der Agrol-Standort eine hochmoderne Infrastruktur, die MHP dabei unterstützt, seine Marktposition in Europa zu stärken. Die Nähe zur polnischen Grenze ist ein entscheidender Vorteil, um schnell und effizient in den europäischen Markt zu exportieren. Experten erwarten, dass diese Übernahme nicht nur die geografische Präsenz von MHP in der EU verstärkt, sondern auch den Wettbewerb im Geflügelsektor anheizt.

Auswirkungen auf den EU-Geflügelmarkt

Die geplante Expansion von MHP wird von Brancheninsidern als potenzieller Angriff auf den bestehenden Geflügelfleischmarkt der EU gewertet. Die gesteigerte Exportkapazität könnte dazu führen, dass europäische Produzenten stärker unter Druck geraten, ihre Preise wettbewerbsfähig zu halten. Dies könnte langfristig zu Veränderungen bei Angebot und Nachfrage innerhalb der Europäischen Union führen.

Zukunftsperspektiven für MHP

MHP verfolgt mit dieser strategischen Übernahme das Ziel, seine Position als einer der führenden Akteure im internationalen Geflügelmarkt weiter auszubauen. Durch die Nutzung der modernen Verarbeitungsanlagen nahe der polnischen Grenze möchte das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt signifikant steigern. Ob dies gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die Integration des neuen Standorts in die bestehende Unternehmensstruktur gestaltet und das Billig- Hähnchen wird folgen….. .

Landwirtschaft und Freihandelsabkommen:Außenschutz bleibt Streitfrage

© BMLEH/Mewes

Die EU-Länder werden absehbar weiterhin über den richtigen Kurs zum Schutz des heimischen Agrarsektors beim Abschluss von Freihandelsabkommen diskutieren. Wie sich beim jüngsten Agrarrat gezeigt hat, bestehen in der Sache nach wie vor unterschiedliche Positionen. Die Bundesregierung sieht sowohl Schutzklauseln als auch Maßnahmen zur Angleichung der Produktionsstandards kritisch, berichtet AgE.

Beim Treffen der Landwirtschaftsminister am Montag (26.1.) in Brüssel forderte Polen mit Unterstützung von Österreich, Ungarn und der Slowakei, bilaterale Schutzklauseln zum Schutz der heimischen Landwirtschaft in allen Freihandelsabkommen der EU zu verankern. Die Klauseln sollen dabei unbefristet gelten sowie die Charakteristiken und Bedürfnisse des Agrarsektors berücksichtigen.

Außerdem muss aus Sicht der vier Mitgliedstaaten sichergestellt werden, dass importierte Lebensmittel und Agrarwaren vergleichbaren Produktionsstandards unterworfen werden. Flankierend soll die EU einen Kompensationsfonds einrichten, aus dem die heimischen Landwirte für finanzielle Nachteile als Folge von Freihandelsabkommen entschädigt werden sollen. Unterstützung erhielten die Forderungen aus Frankreich. Internationaler Handel müsse auf gerechten Regeln basieren, erklärte die französische Delegation.

Italien und Spanien setzen auf Mercosur-Regelungen

Anders als die Befürworter eines strengeren Außenschutzes zeigte sich Italien derweil zufrieden mit den flankierend zum Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten vorgesehenen Schutzklauseln für die europäische Agrarbranche. Nun müssten die Regelungen auch umgesetzt und kontrolliert werden, hieß es aus Rom.
Auch Spanien verwies in der Sache auf das Mercosur-Abkommen sowie die durch Freihandel zu erwartenden gesamtgesellschaftlichen Wohlstandsgewinne.

Deutschland lehnt zusätzliche Schutzklauseln ab

Eine klare Absage an einen dem Mercosur-Abkommen vergleichbaren Außenschutz kam hingegen aus Berlin. Der Ansatz, zusätzliche Schutzklauseln im Kontext von Handelsabkommen zu vereinbaren, sei ein expliziter Ausnahmefall für Ukraine und Mercosur und durch besondere Umstände zu begründen, erklärte die deutsche Delegation. Grundsätzlich kritisch sieht die Bundesregierung die sogenannten Spiegelklauseln. Der handelspolitische und rechtliche Spielraum dafür ist sehr gering, hieß es zur Erläuterung. Sollte die EU Drittländern die eigenen Produktionsstandards vorschreiben, gefährden wir unsere bilaterale Handelsagenda und verschärfen Handelskonflikte. Aus Sicht der Bundesregierung sollte sich die EU stattdessen auf multilateraler Ebene für eine Harmonisierung von Produktionsstandards einsetzen.

Weniger Traktoren zugelassen: Das sind Österreichs Top-Marken

Rückläufige Zulassungen, klare Marktführer: So entwickelt sich der Traktormarkt in Österreich 2025.

Wien – In Österreich wurden im vergangenen Jahr insgesamt 4.745 land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen neu zugelassen, das meldet der Club Landtechnik Austria (Club LTA). 

Im Vergleich zum Jahr 2024 sind das um 6,7 % weniger. Im Jahr 2021 waren es noch 7.535 Stück (-37 %).

Marktanteile nach Traktorklassen im Überblick

In der Zulassungsstatistik 2025 verteilen sich die Marktanteile auf 

  • 3.326 Standardtraktoren (70,1 % Marktanteil),
  • 418 Klein- und Kompakttraktoren (8,8 %),
  • 140 Obst- und Weinbautraktoren (3,0 %),
  • 92 Traktoren mit vier gleich großen Rädern (1,9 %)
  • und 769 sonstige Traktoren (16,2 %).

Diese Marken führen bei den Standardtraktoren

  1. Platz eins unter den Standardtraktoren konnte Steyr mit 712 Stück (-178 Stück) verteidigen,
  2. gefolgt von Fendt mit 468 Traktoren (-66)
  3. und New Holland auf Platz drei mit 403 Maschinen (-62).
  4. Mit zwei Zulassungen mehr als im Jahr davor ist Lindner auf den vierten Platz vorgerückt (291 Stück).
  5. Auf den weiteren Plätzen sind John Deere (258),
  6. Valtra (237),
  7. Massey Ferguson (196),
  8. Deutz-Fahr (179 Stück, +33 Traktoren),
  9. Claas (161),
  10. Same (95 Stück, +66 Traktoren),
  11. Case IH (124),
  12. Mercedes (36),
  13. Kubota (31),
  14. Lamborghini (19),
  15. McCormick (17),
  16. JCB (10),
  17. Landini (7),
  18. Solis (7),
  19. LS Mtron (5)
  20. sowie Rigitrac und Yanmar mit jeweils zwei neuen Zulassungen.

ASP in Spanien stabilisiert Ferkelmarkt

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Region um Barcelona hat im vergangenen Jahr erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Ferkelmarkt gehabt. Besonders betroffen waren die Niederlande, die Spanien als größten Abnehmer von Ferkeln haben. Bis November 2025 exportierten die Niederlande wöchentlich rund 50.000 Ferkel nach Spanien, doch mit dem Jahreswechsel halbierte sich diese Zahl auf etwa 25.000 Tiere pro Woche. Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung der ASP führte dazu, dass viele spanische Mäster zögerten, neue Ferkel zu kaufen.

Erholung des Marktes seit Anfang des Jahres

Seit Januar dieses Jahres zeigt sich jedoch eine spürbare Erholung der Nachfrage nach Importferkeln in Spanien, wie niederländische Vermarkter berichten. Bereits in der dritten Kalenderwoche stiegen die Exporte aus den Niederlanden wieder auf 47.000 Ferkel pro Woche an, so die Daten der niederländischen Exportbehörde RVO. Experten führen diese schnelle Erholung darauf zurück, dass die ASP sich in Spanien nicht wesentlich verbreitet hat und dass die spanischen Mäster dringend Ferkel benötigen, um die steigende Nachfrage nach Schweinefleisch zu Beginn der Urlaubssaison im Frühsommer zu decken.

Preisentwicklung für Ferkel

Die steigende Nachfrage könnte auch Auswirkungen auf die Preise haben. In normalen Zeiten zahlen spanische Abnehmer Aufschläge von 12 bis 16 Euro pro Ferkel über den deutschen Nord-West-Notierungen, berichten niederländische Händler. Nach dem Einbruch der Nachfrage sind solche Preisaufschläge derzeit allerdings noch nicht durchsetzbar.

Die Stabilisierung des Marktes lässt jedoch hoffen, dass sich auch das Preisniveau bald erholen könnte, da die spanischen Mäster ihre Bestände wieder auffüllen müssen, um der saisonalen Fleischnachfrage gerecht zu werden.

Wiener Schnitzel ohne Herkunft?

Masken gehören in den Fasching – nicht auf den Teller. Denn viele „Wiener Schnitzel“ in der Gastronomie sind Mogelpackungen aus dem Ausland. Zeit für Fleisch-Wahrheit!

Aktuell ist wieder Faschingszeit. Dazu gehört bekanntlich auch das Maskieren. Auf eine Maskerade verzichten könnten wir allerdings beim Speisen-Angebot in unseren Gasthäusern und Restaurants. Denn die wenigsten Gäste wissen zum Beispiel, dass ihr echtes Wiener Schnitzel gar nicht aus Österreich stammt.

Bei uns werden pro Jahr rund 50.000 Kälber geschlachtet. Gebraucht würde für Wiener Schnitzel & Co aber Fleisch von etwa 120.000 Tieren. Die Lücke von rund 70.000 Kälbern wird mit Importware geschlossen, vor allem aus den Niederlanden. Beliefert werden unsere Gastrobetriebe häufig von Astrokalb. Dieser Großhändler aus Niederösterreich zerlegt und lagert vor allem importiertes niederländisches Kalbfleisch, daneben auch welches aus österreichischer Produktion. Das berichtete kürzlich der ORF-Report ,,Das Wiener Schnitzel aus dem Ausland“. Andererseits werden Zehntausende heimische Kälber lebend quer durch Europa zur Mast gekarrt.

Das „Kalbsschnitzel vom Öster­reicher“ in der Gastronomie kommt Schätzungen zufolge in 80 bis 90 % der Fälle aus den Niederlanden. Dort werden Kälber aus verschiedenen EU-Ländern in spezialisierten Mastanlagen, ohne Stroh, mit Milchpulvertränke für extra helles Fleisch gehalten. Diese Bedingungen ­wären in Österreich nicht zulässig und sind ein Hohn gegenüber unseren strengeren Tierschutzstandards.

Hierzulande sind Raufutter ab der zweiten Woche, bessere Flächen, Licht und der Verzicht auf reine Flüssigfütterung vorgeschrieben – das macht die heimische Mast kleinstrukturiert, teurer, aber deutlich tiergerechter.

Und mit „Kalb Rosé“ liegt die Lösung doch längst am Tisch: 100 % österreichische Milchrassekälber, AMA-Gütesiegel, artgerechte Aufzucht, kürzere Transporte und Wertschöpfung am Hof statt in ausländischen Ketten. Kalb Rosé ist kein Weißfleisch, sondern – wie das Wort rosé schon sagt – ein etwas dunkleres. Dass dieses im Einkauf um vielleicht 20 % teurer ist als Importware, entspricht beim Kalbsschnitzel einem Aufpreis von nur wenigen Dutzend Cent – Geld, das entweder beim Bauern landet oder im Dumping-System der internationalen Fleischindustrie verschwindet.

Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Gastronomie die Herkunft des Fleisches offenlegen muss. Ohne Wenn und Aber braucht es jetzt eine klare Herkunftskennzeichnung auf ­jedem Speiseplan. Weiters braucht es ­einen Landwirtschaftsminister, der dieses Thema endlich in Österreich durchsetzt, im Lichte von Freihandelsabkommen wie Mercosur dringender denn je – und nicht nur möglichen EU-Lösungen nachläuft.

Und es braucht Bauern, die selbstbewusst auf Kalb Rosé setzen. Denn damit kann ein gutes Einkommen erwirtschaftet werden, wie aktuelle Berechnungen zeigen. Das würde weniger Kälbertransporte und mehr Wertschöpfung daheim bedeuten. Und dann gehörte auch zum Wiener Schnitzel nicht länger ein schaler Beigeschmack. von Torsten Altmann

Handelsabkommen mit Indien steht

Nach rund zwei Jahrzehnten Verhandlungen haben die EU und Indien sich auf den Abschluss eines Handelsabkommens geeinigt. In Neu-Delhi unterzeichneten beide Seiten am Dienstag (27.1.) die „Mutter aller Deals“, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Vereinbarung bezeichnete. Geschaffen wird ein Wirtschaftsraum mit knapp 2 Milliarden Menschen, der etwa ein Viertel der Weltwirtschaft umfasst. „In dieser zunehmend volatilen Welt entscheidet sich Europa für Zusammenarbeit und strategische Partnerschaften“, erklärte von der Leyen im Anschluss an die Zeremonie.

Nach Angaben der Kommission erreicht der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen Indien und der EU bislang jährlich einen Wert von mehr als 180 Mrd. Euro. Durch das Abkommen entfallen für europäische Exporteure Zölle in Höhe von rund 4 Mrd. Euro. Erwartet wird, dass sich die EU-Ausfuhren im Laufe der Zeit dadurch mehr als verdoppeln. Davon dürften vor allem der europäische Maschinenbau sowie die Automobil- und Chemiebranche profitieren.

Agrarsektor größtenteils ausgenommen
Wie AGRA Europe berichtete, ist der Agrarsektor von der Handelsliberalisierung dagegen größtenteils ausgenommen. Der EU-Kommission zufolge beliefen sich die Agrar- und Lebensmittelexporte nach Indien 2024 auf insgesamt 1,3 Mrd. Euro, was lediglich einem Anteil von 0,6% an den gesamten Ausfuhren dieser Sektoren entsprach. Es besteht damit erhebliches Potenzial für eine Ausweitung des Handels. Zwar gibt es auch im EU-Agrarsektor Vorbehalte gegenüber einer vollständigen Marktöffnung. Sorgen um die Ernährungssicherung auf indischer Seite dürften aber den Ausschlag gegeben haben, dass sensible Bereiche wie Reis, Rind- und Hühnchenfleisch und auch Zucker vollständig ausgeklammert bleiben.

Vor diesem Hintergrund konnten sich die indischen und europäischen Verhandler dennoch auf überraschend viele Handelserleichterungen bei einzelnen Produkten des Agrar- und Ernährungssektors einigen. Für die EU-Seite senkt Indien beispielsweise seine bislang außerordentlich hohen Zölle auf Wein, Spirituosen, Bier, Olivenöl, Wurstwaren sowie verarbeitete Lebensmittel wie Pasta, Backwaren und Schokolade.

Konkret reduziert werden die Zölle mit einer Übergangszeit wie folgt:

Wein: Aktueller Zollsatz 150%; künftiger Zollsatz 20% im Premiumsegment beziehungsweise 30% im mittleren Segment.
Spirituosen: Aktueller Zollsatz bis zu 150%; künftiger Zollsatz 40%.
Bier: Aktueller Zollsatz 110%; künftiger Zollsatz 50%.
Olivenöl: Aktueller Zollsatz bis zu 45%; künftiger Zollsatz 0%.
Kiwis und Birnen: Aktueller Zollsatz 33%; künftiger Zollsatz 10% innerhalb festgelegter Quoten.
Fruchtsäfte und alkoholfreies Bier: Aktueller Zollsatz bis zu 55%; künftiger Zollsatz 0%.
Verarbeitete Lebensmittel: Aktueller Zollsatz bis zu 50%; künftiger Zollsatz 0%.
Schaffleisch: Aktueller Zollsatz 33%; künftiger Zollsatz 0%.
Würste: Aktueller Zollsatz bis zu 110%; künftiger Zollsatz 50%.
Betroffen sind damit vor allem Produkte, die einerseits nur wenig Bedenken bezüglich der heimischen Lebensmittelversorgung in Indien auslösen dürften, andererseits aber wegen ihres hohen Wertschöpfungsgrades großes ökonomischen Potenzial aufweisen.

Copa-Cogeca loben das Abkommen
Dass sensible Teile der EU-Landwirtschaft ausgeklammert werden, begrüßen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca). „Das Abkommen stärkt den Zugang zu einem wichtigen Wachstumsmarkt und erkennt gleichzeitig eindeutig die Notwendigkeit an, die sensibelsten Bereiche der europäischen Landwirtschaft und ihr Produktionsmodell zu schützen“, teilten die Dachverbände mit. Demonstriert werde, dass eine „ambitionierte Handelspolitik“ möglich sei, bei der gleichzeitig Schlüsselaktivitäten der heimischen landwirtschaftlichen Erzeugung geschützt würden.

Der Verband des Agrarhandels (DAH) betonte dagegen, dass der jetzige Deal lediglich ein „Sprungbrett“ für weitere Verhandlungen sein dürfe, um eine „echte Freihandelszone“ einschließlich des Agrarsektors zu schaffen. Sensible Agrarprodukte zunächst auszunehmen, sei zwar ein pragmatischer Schritt gewesen, um das Abkommen zum Abschluss zu bringen, Indien enger an Europa zu binden und um Abhängigkeiten von China und Russland zu verringern, sagte DAH-Geschäftsführer Martin Courbier. Der europäischen Landwirtschaft entgingen damit allerdings kurzfristig Volumenmärkte. Mittel- bis langfristig bietet Indien aus Sicht des DAH ein großes Wachstumspotenzial, insbesondere für Premiumprodukte, verarbeitete Lebensmittel und Futtermittel.

Bislang allerdings stellten Einfuhrzölle eine „unüberwindbare Hürde“ für eine wirtschaftlich sinnvolle Vermarktung dar, erläuterte Jung. Die nun in Aussicht gestellte stufenweise Absenkung der Zölle auf zunächst 75 und schließlich auf 20 beziehungsweise 30% sei ein „wichtiges Signal für die unter wirtschaftlichem Druck stehende deutsche Weinwirtschaft“.

Schutz von Herkunftsangaben wird noch verhandelt
Die EU-Weinbranche ist laut VDW der weltweit führende Exporteur mit Ausfuhren von mehr als 16,6 Mrd. Euro im letzten Kampagnenjahr. Im selben Zeitraum beliefen sich die EU-Weinexporte nach Indien jedoch lediglich auf 7,7 Mio. Euro. In der wachsenden urbanen indischen Mittelschicht sieht der Verband daher ein entsprechend großes Absatzpotenzial.

Helfen würde zudem, wenn Indien europäische geografisch geschützte Angaben anerkennen würde, so der VDW. Eine solche Anerkennung ist derzeit noch nicht Gegenstand des Abkommens. Allerdings wird laut EU-Kommission aktuell darüber verhandelt. AgE

ISPO übernimmt Rebo & B+S: Größter John-Deere-Händler Europas entsteht

Ein bedeutender Umbruch im europäischen Landmaschinenhandel: ISPO, ein südosteuropäischer Landmaschinenhändler, hat die Übernahme von Rebo Landmaschinen und B+S Landtechnik abgeschlossen. Diese Transaktion macht IPSO zu einem der größten John-Deere-Händler auf dem Kontinent, mit mehr als 45 Standorten in fünf Ländern.

Die beiden deutschen Unternehmen, Rebo und B+S Landtechnik, sind hauptsächlich im Norden und Osten Deutschlands aktiv und betreiben insgesamt 17 Standorte. Mit etwa 500 Mitarbeitern zählen sie zu den führenden John-Deere-Händlern in Deutschland. Die Verhandlungen über die Übernahme wurden bereits im November letzten Jahres begonnen und konnten nun erfolgreich abgeschlossen werden. Laut John Deere wurde der Vertrag bereits Mitte Januar finalisiert.

IPSO SRL, mit Hauptsitz nahe Bukarest, erweitert durch diesen Schritt seine Präsenz in Europa. Das Unternehmen ist bereits in Rumänien, Kroatien und der Türkei tätig und strebt an, integrierte Lösungen für die „Landwirtschaft von morgen“ anzubieten. Mit über 1.100 Mitarbeitern an zahlreichen Standorten stärkt IPSO seine Position als bedeutender John-Deere-Vertriebspartner.

Im Zuge der Übernahme wurde Dirk Hassel als neuer Geschäftsführer für die deutschen Aktivitäten ernannt. Die früheren Geschäftsführer Alexander Bruns, Ignatz Kuhlmann und Sebastian Balke sind nicht länger auf der Webseite von Rebo zu finden. Rebo Landmaschinen hat eine lange Geschichte als familiengeführtes Unternehmen seit seiner Gründung 1984 in Rechterfeld bei Vechta.

  • Zentrale Fakten:
  • Übernahme durch IPSO aus Südosteuropa
  • Einer der größten John-Deere-Händler Europas entsteht
  • 17 Standorte in Deutschland betroffen
  • Neuer Geschäftsführer: Dirk Hassel
  • Ziel: Integrierte Lösungen für die Landwirtschaft von morgen

Mit diesen Entwicklungen zeigt sich die zunehmende Konsolidierung im europäischen Agrarsektor, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen für lokale Händler und Landwirte mit sich bringt.

Hohe Düngemittelpreise

Angesichts massiv gestiegener Produktionskosten brachte Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig am Montag beim Agrarministerrat in Brüssel eine Entlastungsinitiative zu den hohen Düngemittelpreise ein. Diese machen laut Ministerium bis zu 30 % der Produktionskosten landwirtschaftlicher Betriebe aus und setzen viele Höfe wirtschaftlich unter Druck.

Totschnig sieht die Ursachen unter anderem in bestehenden Importzöllen sowie im neuen CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), der die Preise zusätzlich verteuere. Klimaschutz dürfe nicht zulasten der ersorgungssicherheit oder der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gehen, betonte der Minister.

Maßnahmenpaket mit mehr Transparenz

Konkret fordert Österreich ein Maßnahmenpaket auf EU-Ebene: Dazu zählen eine vorübergehende Aussetzung von CBAM für Düngemittel, ein fairer Ausgleich für die daraus entstehenden Wettbewerbsnachteile der Landwirtschaft sowie mehr Transparenz am Düngemittelmarkt.

Zudem sollen Antidumping- und Meistbegünstigungszölle zeitlich befristet ausgesetzt und künftige EU-Maßnahmen verpflichtend auf ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft geprüft werden.

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Konkrete Forderungen im Agrarrat


Vorübergehende Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) für Düngemittel bis die Funktionsfähigkeit sichergestellt ist.

Fairer Ausgleich für Wettbewerbsnachteile: Während CBAM die europäische Düngemittelindustrie richtigerweise schützt, werden die zusätzlichen Kosten direkt auf die Landwirtinnen und Landwirte abgewälzt. Daher ist ein Mechanismus notwendig, der die Landwirtschaft für diesen Wettbewerbsnachteil entschädigt.

Mehr Transparenz am Düngemittelmarkt: Österreich fordert eine gemeinsame EU-Strategie zur Sicherung der Düngemittelversorgung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs.

Verpflichtende Folgenabschätzung für die Landwirtschaft: Künftige EU-Maßnahmen müssen im Hinblick auf die Auswirkungen für die Landwirtschaft geprüft werden.

Vorübergehende Aussetzung von Zöllen: Neben dem CO₂-Grenzausgleich verschärfen auch Meistbegünstigungs- sowie Antidumpingzölle den Preisdruck. Diese Zölle sollen vorübergehend ausgesetzt werden.

„Leistbare Betriebsmittel sind eine Grundvoraussetzung für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige EU-Landwirtschaft“, sagte Totschnig. Nur mit fairen Rahmenbedingungen könne die Lebensmittelversorgung langfristig gesichert werden.

Kritik von den Grünen

„Anstatt die Preise für Düngemittelimporte zu drücken, sollten die EU-Agrarminister besser dafür sorgen, dass Europas Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützt werden sich von diesen Abhängigkeiten zu befreien“, erklärte die Grüne Landwirtschaftssprecherin in Österreich, Olga Voglauer. Ausgleichszölle für importierte, energieintensiv erzeugte Düngemittel zu senken, sei der falsche Weg.

Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage „ist es nötig, dass wir uns von Düngemittelimporten weitestgehend befreien, anstatt Preise für importierten Dünger so weit wie möglich zu drücken“, sagte Voglauer. von Roland Pittner

Schweinemarkt stabilisiert sich in Deutschland: Hoffnung auf Preissteigerung im Februar und in ÖSTEREICH ?

Der Schweinemarkt in Deutschland steht unter Druck, da er mit den Überhängen vom Jahreswechsel zu kämpfen hat. Während der Preis für Ferkel mit 35 Euro pro Tier auf ein langjähriges Tief gefallen ist, scheint der Marktpreis für Schlachtschweine bei 1,45 Euro pro Kilogramm Schweinegewicht einen Boden gefunden zu haben.

Marktsituation und Herausforderungen

Nach den Feiertagen zeigt sich die Fleischnachfrage traditionell schwächer. Diese Saisonalität wird durch Trends wie den „Veganuary“ verstärkt, bei dem viele Menschen im Januar bewusst auf Fleisch verzichten. Zusätzlich gibt es ein Überangebot an Fleisch aufgrund gestiegener Schweinebestände und höherer Schlachtgewichte in Deutschland. Besonders problematisch sind jedoch die Exportprobleme in Spanien aufgrund eines ASP-Falls im November, wodurch etwa 40 Prozent der Exporte außerhalb der EU beeinträchtigt sind.

Laut Branchenbeobachtern spürt man vor allem in Osteuropa die Konkurrenz aus Spanien stark. Dies trägt zur aktuellen Preismisere auf dem deutschen Schweinemarkt bei.

Aussichten für eine Erholung

Trotz der derzeitigen Übersättigung des Marktes gibt es auch positive Signale. Experten betonen, dass die niedrigen Preise den europäischen Schweinemarkt wettbewerbsfähig machen könnten. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel intensiviert zudem seine Bemühungen zur Bewerbung von Schweinefleisch, was den Absatz ankurbeln könnte.

Ein Branchenexperte äußerte die Hoffnung, dass sich die Preise im Februar erholen könnten, da die Nachfrage saisonal bedingt ansteigen sollte.

Ferkelmarkt: Einbruch und Stabilisierung

Der Ferkelmarkt hat das neue Jahr enttäuschend begonnen, da die normalerweise ab Ende November steigenden Notierungen in diesem Jahr ausblieben. Der Preisrückgang auf 35 Euro je 25 kg Ferkel bedeutet erhebliche Verluste für Sauenhalter. Dennoch zeigt sich eine Stabilisierung bei den Zuchtsauenbeständen in Deutschland, mit einem leichten Anstieg von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das größere Hindernis bleibt jedoch die Zurückhaltung der Mäster, für Einstalltiere hohe Preise zu zahlen. Dies könnte sich ändern, sobald sich eine Verbesserung des Marktes für Schlachtschweine abzeichnet.

Zukunftsperspektiven

Ein Branchenkenner sieht Licht am Ende des Tunnels: Mit weniger Importen aus Dänemark und den Niederlanden sowie stabilen Futterkosten könnte sich der Ferkelmarkt bald erholen. Sobald ein Aufwärtsimpuls bei den Schlachtschweinen erkennbar ist, könnte dies auch die Nachfrage nach Ferkeln ankurbeln.

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Hoffnung bestehen, dass der Markt für Schweinefleisch sowohl national als auch international wieder an Dynamik gewinnt. agrarwelt

Bayern und Österreich rücken in der Agrarpolitik enger zusammen und haben die gleichen Sorgen

Gemeinsame Daten, gemeinsames Vorgehen: Bayern und Österreich wollen EU-Politik so gestalten, dass alpine Familienbetriebe in Landwirtschaft und Forst wirtschaftlich und ökologisch bestehen.

Bayern und Österreich stärken ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Sicherung eines nachhaltigen alpinen ländlichen Raums. Insbesondere die Absicherung einer zukunftsfähigen Land- und Forstwirtschaft ist dabei von zentraler Bedeutung. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber und der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Norbert Totschnig, bei einem Treffen auf der Grünen Woche in Berlin unterzeichnet.

„Die Absichtserklärung ist ein wichtiger Schritt, um die besonderen Gegebenheiten unserer beiden Länder stärker in europäische Entscheidungen einzubringen. Bayern und Österreich haben eine klwinstrukturierte, familiengeführte Landwirtschaftt, die genau das liefert, was sich viele Verbraucher wünschen: verantwortungsvoll, nachhaltig und regional verankert. Damit diese Betriebe im Wettbewerb bestehen und gleichzeitig Umwelt- und Klimaschutz gerecht werden können, brauchen sie klare Rahmenbedingungen. Für den gemeinsamen Einsatz und die verlässliche Partnerschaft danke ich Bundesminister Totschnig ausdrücklich“, sagte die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber.

Österreichs Bundesminister Norbert Totschnig betont zusätzlich: „Österreich steht für eine vergleichsweise kleinstrukturierte Landwirtschaft mit einer einzigartigen Kulturlandschaft. Um diese zu erhalten, sind starke Verbündete besonders wichtig. Auch Bayern ist von bäuerlichen Familienbetrieben geprägt, weshalb wir unsere gute Zusammenarbeit künftig weiter verstärken. Die unterzeichnete Absichtserklärung schafft den Rahmen, um die gemeinsamen Ziele für einen resilienten und zukunftsfähigen Alpenraum umzusetzen.“

Ebenfalls unterschrieben wurde diese Erklärung von Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. Das Bundesland Tirol hat aktuell den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz inne. Er erklärt: „Damit setzen wir uns klar für ein grenzüberschreitendes und abgestimmtes Vorgehen in der EU-Politik ein. In den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz und Klima stehen wir vor ähnlichen Problemstellungen – ihnen gemeinsam zu begegnen, ist entscheidend, um die alpinen Gegebenheiten praxisnah zu berücksichtigen.“

Mit der Erklärung verbunden ist der kontinuierliche Austausch zwischen den Fachleuten der vertretenen Institutionen. Im Fokus der informellen Kooperation stehen das Monitoring und die Datenbestände sowie Methodenfragen und mögliche Umsetzungsmaßnahmen im Bereich der Naturschutz- und Klimapolitik der EU. Das betrifft etwa die Bewertung des Erhaltungszustandes von Lebensräumen (Stichwort EU-Renaturierungsverordnung) sowie ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen. Diese Grundlagen sollen in weitere politische Entscheidungsprozesse einfließen, damit die spezifischen Gegebenheiten und Herausforderungen der alpinen Regionen auch auf europäischer und globaler Ebene angemessen berücksichtigt werden. von Anja Rose

ASP in Spanien: Katalanische Schweinehalter machen ennorme Verluste

Die ASP ist im November 2025 bei Wildschweinen im Nordosten Spaniens festgestellt worden – seitdem erleiden die Schweinehalter vor Ort hohe Verluste©Pixabay

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Katalonien hat spürbare wirtschaftliche Folgen für die katalanischen Schweinehalter. Laut Angaben der Unió de Pagesos sollen sich die Verluste für den Schweinesektor aufgrund des ASP-Ausbruchs von dessen Feststellung bis zum Jahresende auf 63 Millionen Euro belaufen.

Im November 2025 wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals seit 1994 im Schwarzwildbestand in Katalonien (Spanien) festgestellt. Aufgrund des ASP-Ausbruchs haben die katalanischen Schweinehalter bis Ende 2025 Verluste in Höhe von 63 Millionen Euro erlitten. Das berichtet das Fachportal Euromeatnews.com und bezieht sich dabei auf aktuelle Berechnungen der Unió de Pagesos, dem größten Bauernverband Kataloniens. Demnach soll der Umsatz in den Monaten November und Dezember letzten Jahres um 17 % zurückgegangen sein. Der spanische Schlachtschweinepreis war bereits in den Monaten vor dem Ausbruch gefallen und ist seitdem weiter rapide gesunken.

Auswirkungen auf Tiertransport und Export von Schweinefleisch

Seit Ende November 2025 wurden im infizierten Gebiet in der Nähe von Barcelona insgesamt 60 ASP-Fälle bei Wildschweinen gemeldet. In den 57 schweinehaltenden Betrieben im Umkreis von 20 km um das infizierte Gebiet wurden ebenfalls umfangreiche Tests durchgeführt. Hier wurde kein Fall festgestellt. Dennoch hat der Ausbruch zu Verbringungsbeschränkungen für insgesamt 61.500 Schweine (10 % des Gesamtbestands in der Provinz Barcelona) geführt und trotz der Einführung verschiedener Regionalisierungsabkommen erhebliche Auswirkungen auf den Export, insbesondere nach China.

Der neue Irrsinn-Chinas Legehennenprojekte: 10 Mio. Hennen und neue XXL-Ställe

In der südchinesischen Provinz Guangxi wird ein ambitioniertes Projekt im Bereich der Eierproduktion realisiert, das die Kapazitäten der Branche erheblich erweitern soll. Das Agrarunternehmen Tong Fa Animal Husbandry verfolgt mit Hochdruck den Ausbau eines der größten Legehennenprojekte Chinas. In einer ersten Phase plant das Unternehmen, eine Jahreskapazität von 2,7 Millionen Legehennen und 900.000 Junghennen zu erreichen.

Für die Umsetzung des Projekts ist ein Investitionsvolumen von umgerechnet rund 82,5 Millionen Euro vorgesehen. Der Bau erfolgt in zwei Phasen, was es dem Unternehmen ermöglicht, die Kapazitäten schrittweise zu erweitern. Diese strategische Herangehensweise zielt darauf ab, die industrielle Eierproduktion effizient und nachhaltig zu steigern.

Tong Fa setzt auf standardisierte XXL-Ställe für Legehennen, ergänzt durch eine umfassende betriebliche Infrastruktur. Geplant sind Anlagen zur umweltgerechten Verarbeitung von Geflügelmist sowie Lagerflächen für Betriebsmittel. Auch Sortier- und Verpackungseinrichtungen für Eier sollen errichtet werden. Diese Informationen beziehen sich auf Angaben des Unternehmens, die von der Landwirtschaftsberaterin Doris Zhang über LinkedIn veröffentlicht wurden.

Nicht nur in Guangxi, sondern auch in weiteren Regionen Chinas expandiert Tong Fa Animal Husbandry. In Lingbi in der Provinz Anhui entsteht ein weiterer Betrieb mit Platz für 1,5 Millionen Tiere. Zusätzlich ist in Bijie, Guizhou, ein Standort für 1,1 Millionen Legehennen und 600.000 Junghennen geplant. Mit diesen Projekten strebt Tong Fa an, innerhalb weniger Jahre eine Gesamtkapazität von 10 Millionen Legehennen landesweit zu erreichen.

Ziel des Unternehmens ist es, seine Marktposition im chinesischen Eiergeschäft signifikant auszubauen und langfristig zu sichern. Diese Wachstumsstrategie zeigt den hohen Stellenwert der industriellen Eierproduktion in China und reflektiert den zunehmenden Bedarf an strukturierten und effizienten Produktionsmethoden in der Landwirtschaft. Da ist man sprachlos ………

EU-Zölle auf Mais und Soja

Nachdem am Samstag (17.1.) das Mercosur-Handelsabkommen unterzeichnet worden war, bestand zumindest kurzfristig die Aussicht auf eine Atempause in den Diskussionen um den Kurs der europäischen Handelspolitik. Zerschlagen hat diese Hoffnung die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, im Konflikt um Grönland gegen acht europäische Länder – darunter sechs EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich – neue Strafzölle erheben zu wollen.

Der Generalsekretär des Europäischen Verbands der Futtermittelhersteller (FEFAC), Alexander Döring, zeigt sich im Gespräch mit AGRA Europe besorgt, dass das im vergangenen Sommer vorläufig bis zum 6. Februar ausgesetzte Gegenzollpaket reaktiviert werden könnte. Das Paket umfasst Waren im Wert von 93 Mrd. Euro. Döring äußert die Befürchtung, dass die darin aufgelisteten Zölle unter anderem auf Soja und Mais seinem Sektor und im Anschluss den Veredlern durch potenziell steigende Futtermittelpreise das Leben erschweren könnten. Gerade die Situation beim Mais macht dem FEFAC-Generalsekretär sorgen. Hier seien die USA nach der Ukraine der wichtigste Lieferant für die Europäische Union.

Genug Soja auf dem Weltmarkt

Weniger beunruhigt zeigte sich der Getreidemarktreferent des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Guido Seedler. „Da die Brasilianer 2025 eine Soja-Rekordernte eingefahren haben, sehen wir ausreichend Mengen auch für den europäischen und deutschen Markt vorhanden“, erläuterte Seedler auf Anfrage von AGRA Europe. Die Gefahr von Versorgungsengpässen für Deutschland und Europa schätzt er gegenwärtig als gering ein. Zu beobachten sein werde allerdings, ob die Chinesen ihr Einkaufsverhalten änderten und künftig wieder stärker auf US-amerikanisches Soja setzten.

„Europa importiert durchschnittlich 14 bis 15 Mio. Tonnen Soja pro Jahr – davon rund ein Drittel aus den USA. Damit ist die EU hinter China – circa 110 Mio. Tonnen – der zweitgrößte Soja-Importeur der Welt“, erklärte Seedler. Die größten Anbieter von Sojabohnen seien Brasilien und die USA. Aktuell bezögen die Chinesen nahezu ausschließlich brasilianisches Soja und eher geringe Mengen aus den USA. Der DRV-Getreidemarktreferent sieht daher für die Vereinigten Staaten die Gefahr, dass den Farmern als Folge der angedachten Gegenzölle der EU der zweitgrößte Markt für Soja verloren gehen könnte.

Auch Gegenzölle auf Zuchttiere und Gemüse möglich

Neben Soja, Mais und Raps enthält das Gegenpaket der EU unter anderem Zölle auf lebende Zuchttiere wie Kühe und Färsen, Schweine sowie Hühner- und Entenküken aus den Vereinigten Staaten. Auch verarbeitetes sowie unverarbeitetes Rind- und Schweinefleisch aus den USA könnten erfasst werden. Gleiches gilt für frische sowie verarbeitete Gemüse- und Obsterzeugnisse sowie verschiedene Nüsse.

Was entscheiden die Staats- und Regierungschefs?

Ob dieses Gegenzollpaket nach dem 6. Februar angewendet werden soll, dürfte sich beim von Ratspräsident António Costa am Donnerstag (22.1.) einberufenem Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs zur Grönland-Frage entscheiden. Das hat zumindest der stellvertretende Chefsprecher der EU-Kommission, Olof Gill, am Montag (19.1.) durchblicken lassen. Am Abend zuvor hatte es bereits ein Treffen der EU-Botschafter gegeben. Teilnehmerkreise berichten gegenüber AGRA Europe, dass verschiedene Szenerien diskutiert worden seien. Auch hier heißt es, dass es nach dem Europäischen Rat mehr Klarheit geben dürfte.

EU-Parlament zögert

Derweil ist aus dem Europaparlament zu hören, dass sich am Mittwoch (21.1.) in Straßburg die Berichterstatter und Schattenberichterstatter für den US-EU-Handelsdeal treffen, um das weitere Vorgehen in dem Gesetzgebungsverfahren zu beraten. Anders als im Rat, der bereits eine eigene Position gefunden hat, zögert das Europaparlament. Aus dem Umfeld einflussreicher Handelspolitiker heißt es, dass nach den jüngsten Drohungen aus Washington ein Abschluss des US-Zolldeals nicht wahrscheinlicher geworden ist.

Laut der im August getroffenen vorläufigen Übereinkunft sollen die Vereinigten Staaten auf die meisten Waren aus der Europäischen Union einen Zollsatz von 15% anwenden. Sollte der Meistbegünstigungszollsatz höher liegen, soll dieser gelten. Den USA sollen derweil weitestgehend 0% eingeräumt werden. AgE

Landwirte zweifeln an Tierwohlmaßnahmen: Praxisferne Lösungsvorschläge?

Der Druck der Öffentlichkeit auf die Schweinehalter, das Tierwohl zu verbessern, nimmt stetig zu. Doch während die Wissenschaft zahlreiche Maßnahmen empfiehlt, um etwa Schwanz- und Ohrverletzungen bei Schweinen zu reduzieren, stehen viele Praktiker diesen Vorschlägen skeptisch gegenüber.

Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und 23 weitere Partner haben eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, welche Tierwohlmaßnahmen von Wissenschaftlern und Landwirten unterschiedlich bewertet werden. Insgesamt nahmen 47 Experten und 80 Landwirte aus 16 verschiedenen Ländern an dieser Studie teil. Die Befragten bewerteten 21 Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls auf einer Skala von 0 % (ungeeignet) bis 100 % (sehr geeignet).

Die Ergebnisse zeigen, dass fast alle Maßnahmen von Wissenschaftlern positiver eingeschätzt werden als von den Landwirten. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Gruppengröße von über 40 Tieren: Hier zeigten sich die Wissenschaftler mit nur 18 % Zustimmung kritischer als die Landwirte, die diese Maßnahme mit 30 % Zustimmung bewerteten.

Beide Gruppen waren sich jedoch einig darüber, dass drei Maßnahmen besonders vielversprechend sind: die Verbesserung der Gesundheit in den Herden, eine optimierte Stallklimatisierung und eine qualitativ hochwertige Fütterung. Bei anderen Maßnahmen wie der Lagerung von Gülle unter den Spalten oder dem Einsatz von Stroh als Einstreu zeigten sich deutliche Meinungsverschiedenheiten.

Ein wichtiger Aspekt für die Landwirte ist die Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen im Alltag. Während wissenschaftliche Experten die Effektivität betonen, legen Landwirte größeren Wert darauf, wie praktikabel diese Vorschläge im täglichen Betrieb sind.

Im Rahmen des EU-Projektes aWISH wird ein Workshop veranstaltet, der am 27. Januar 2026 auf Haus Düsse in Nordrhein-Westfalen stattfindet. Diese Veranstaltung richtet sich an Landwirte sowie Fachleute aus Beratung und Wissenschaft. Geplant sind Fachvorträge, eine Besichtigung des „Stalls der Zukunft“ und Möglichkeiten zum Austausch

Grüne Woche 2026: 100 Jahre und ein bisschen leise

Nachdenkliche Grüne Woche statt Politshow: Während Agrarminister Alois Rainer blass bleibt, sorgt Umweltminister Carsten Schneider mit klaren Zusagen an die Biolandwirtschaft für Gesprächsstoff.

Nein, euphorisch war die Grüne Woche nicht. Es herrschte eher eine nachdenkliche Stimmung. Und das zum 100-jährigen Jubiläum. Zumindest auf den agrarpolitischen Veranstaltungen.

Gründe sind die wirtschaftliche Krisenlage und die fragile weltpolitische Situation. Der andauernde Krieg in der Ukraine und die Bedrohung aus Russland, die Irrungen von US-Präsident Donald Trump und seine unberechenbare Zollpolitik. Die wirtschaftliche Rezession in Deutschland und die Sorge vor weiteren Zuwächsen der in Teilen rechtsextremen AfD im Superwahljahr 2026.

Ohne einen Verweis auf diese fragile Lage kommt kaum eine Veranstaltung auf der Grünen Woche aus. Bauernpräsident Joachim Rukwied ruft beim traditionellen Neujahrsempfang seines Verbandes auf dem Messegelände zum Aufbruch auf, denn mit Pessimismus ließe sich die Zukunft nicht gestalten und kein Unternehmen führen, sagt er. Im Saal erntet er dafür allenfalls höflichen Beifall.

Mehr Zuspruch von ihrer Branche erhält die Vorsitzende der Bioverbände (BÖLW) Tina Andres. Sie spricht davon, dass es in diesen Zeiten gut tue, sich gegenseitig Mut zuzusprechen und zusammenzustehen.

„Wir haben es satt“-Demo verliert an Wucht

Ein wenig deprimiert wirken hingegen die vielen Verbände aus dem Agrarbündnis, die zur Grünen Woche auch 2026 wieder die „Wir haben es satt“-Demonstration mit ausrichten. „Wandel und Widerstand“ und „Haltung zeigen“ lauten ihre Slogans. Sie bemängeln die Rückschritte in der Agrar- und Umweltpolitik auf Bundes- und EU-Ebene. Und scheinen selbst zu merken, dass ihr Protestformat, das vor einigen Jahren noch so gut geklappt hatte, mit der Gewöhnung in die Jahre gekommen ist und an Wucht verloren hat.

Am Samstag nehmen laut Teilnehmerangaben 8.000 Menschen und 40 Traktoren an der Demo teil. Die Polizei hat 5.000 Menschen gezählt. von Stefanie Awater-Esper

Fleischwerke Marcher voll auf Kurs nach oben

Mit Mar­ken wie Loidl, Land­hof, Aibler, Blasko und Sty­ria Beef ist der Fleisch­ver­ar­bei­ter Mar­cher Kon­su­men­ten bekannt. Auch ins­ge­samt sind die Kärnt­ner mit 11 Stand­orten und 1850 Mit­ar­bei­tern der größte hei­mi­sche Fleisch­be­trieb, eine Mil­lion Schweine und 140.000 Rin­der wer­den im Jahr ver­ar­bei­tet.

Doch aktu­ell legt man noch Mus­keln zu. In den letz­ten Jah­ren inve­stierte die Eigen­tü­mer­fa­mi­lie einen sat­ten zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in die Werke Vil­lach, Graz, Ober­wal­ters­dorf und St. Ste­fan „in Aus­bau der Kapa­zi­tä­ten und Opti­mie­rung der Abläufe, das war schon außer­ge­wöhn­lich,“so Nor­bert Mar­cher, der die Firma mit sei­nen Brü­dern Ger­not und Her­fried lei­tet. „Unsere Kapa­zi­tät ist nun 15-20% der gesam­ten hei­mi­schen Pro­duk­tion von Schwei­nen und Rin­dern.“

Schon im abge­lau­fe­nen Geschäfts­jahr brachte das einen Umsatz­sprung von rund 650 auf über 700 Mio. €. „Ein Teil beruht auf dem gestie­ge­nen Rinds­fleisch­preis, wir wach­sen aber auch men­gen­mä­ßig in allen Spar­ten ein­stel­lig.“Das sei wich­tig für die Aus­la­stung der Werke und um inter­na­tio­nale Märkte zu belie­fern. Über 60% der Erzeug­nisse gehen in 40 Län­der. Beson­der­heit ist, dass man so auch das gesamte Tier sinn­voll ver­wer­ten kann. Spa­nier und Fran­zo­sen schät­zen z. B. eher fet­tere Tiere, andere Teile wer­den in Asien geschätzt. In der Ver­ar­bei­tung setzt man auf die seit 2015 zuge­kauf­ten Mar­ken, für wei­tere „hal­ten wir die Augen offen, wenn sich Syn­er­gien erge­ben, aber eher in angren­zen­den Län­dern.“Dazu ist der Flei­sch­riese großer Pro­du­zent von Eigen­mar­ken für Super­märkte, ver­sorgt die Lebens­mit­tel­in­du­strie (z. B. Piz­zabe­lag) und fer­tigt im Jahr 150 Mil­lio­nen Laberl für eine inter­na­tio­nale Bur­ger­ King kette.

Seit län­ge­rem bie­tet Mar­cher auch fleisch­lose Alter­na­ti­ven, und 2024 star­tete man mit Kau­ar­ti­keln für Hunde. „Da gibt es star­kes Wachs­tum, wir bauen das aus und gehen wei­tere Schritte, eher mit Han­dels­mar­ken.“

EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen- Fluch oder Segen ?

Nach schier ewigen Verhandlungen haben die EU und die Mercosur-Staaten ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Landwirte hatten die Pläne immer wieder kritisiert. Wie es jetzt weitergeht.

Die EU und die südamerikanischen Mercosur – Staaten sind einer Freihandelszone ihrer beiden Staatenblöcke ein großes Stück näher. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und die Außenminister von Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay haben am Samstag das Abkommen unterzeichnet.

Šefčovič und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen waren dazu nach Asuncion in Paraguay gereist.

Eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hatte dem Handelsdeal Anfang Januar ihre Zustimmung erteilt und damit den Weg für die Unterzeichnung frei gemacht. Die Freihandelszone tritt jedoch mit den Unterschriften vom Samstag noch nicht sofort in Kraft.

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur geht über reine Handelspolitik hinaus. Offiziell spricht man daher auch von einem Partnerschaftsabkommen.

Dem handelspolitischen Teil müssen nun noch das Europaparlament und die EU-Länder formal zustimmen. Dann könnte der Freihandel zwischen der EU und dem Mercosur noch in der ersten Jahreshälfte 2026 beginnen.

Die EU-Kommission hat wiederholt versucht, den Bauern ihre Sorgen zu nehmen. Sie verweist auf die begrenzten Mengen etwa an Rindfleisch, die die Mercosur-Staaten künftig zollvergünstigt in die EU exportieren dürfen. Daneben sollen mögliche Marktverzerrungen durch Schutzklauseln vermieden werden.

Zeitgleich zur Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens kündigte US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle für eine Reihe EU-Staaten an, darunter auch Frankreich und Deutschland. Das meldeten verschieden Medien. Dies sei eine Reaktion auf die Haltung der Europäer im Grönland-Konflikt, heißt es aus Washington.

Das Mercosur-Abkommen wird auch als Gegenentwurf zur harten Handelspolitik von Trump gewertet. von Konstatin Kockerols

Hl. Antonius -Schutzpatron der Schweinebauern

Die Gastro in Österreich serviert mehr spanisch als österreichisch, jedenfalls, wenn es ums Schweinsschnitzel geht: 6 von 10 Schnitzeln kommen aus Spanien und anderen Ländern. Das zeigt Store Check.

„Wir essen zu 60 % ausländisch, wenn wir im Wirtshaus Schweinernes bestellen. Eine verpflichtende Herkunftkennzeichnung kann dieses Manko beheben – sie ist der Schlüssel für mehr heimisches Schweinefleisch auf den Tellern“, verlangt der steirische Bauernbund-Präsident Andreas Steinegger.

Schweinefleisch ist die mit Abstand beliebteste Fleischsorte in Österreich. Doch es ist längst nicht immer Österreich drinnen, wenn man in der heimischen Gastronomie Speisen mit Schweinefleisch bestellt. Das beweist der jüngste Store-Check, den die Schweinevermarktungsgemeinschaft Styriabrid von November 2025 bis Jänner 2026 im Gastrogroßhandel durchgeführt hat. 61 % des angebotenen Schweinefleisches kommen aus Spanien und anderen Ländern, nur 39 % aus Österreich.

Der Anteil von Qualitätsschweinefleisch mit dem lückenlos nachvollziehbarem AMA-Gütesiegel liegt bei nur mageren 20 %. Bei Steinegger schrillen die Alarmglocken: „Wer sein Lieblings-Schweinernes in der heimischen Gastronomie bestellt, muss damit rechnen ausländisch zu essen. Es ist zu hinterfragen, was es mit der Anonymität auf sich hat.“

Dabei wünschen sich 72 % der Österreicher, dass die Herkunft in den Speisekarten der Gastronomie angeben wird. Steinegger fordert die verpflichtende EU-weite Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und für verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst, Schinken und Co endlich umzusetzen: „Für Bauern, Schlachthöfe und Zerlegebetriebe ist die 100-prozentige Kennzeichnung gängige Praxis. Bei den nachfolgenden Akteuren in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette tut sich die große Lücke auf, die zu schließen ist.“ Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung ist auch eine zentrale Forderung im Mercosur-Schutzprogramm, das Steinegger zum Schutz der Bäuerinnen, Bauern und Konsumenten auf den Tisch gelegt hat.

Die massiven Billigstimporte, vor allem aus Spanien, setzen die heimischen Schweinebauern massiv unter Druck. Die Erzeugerpreise fallen seit Wochen. „Im Moment zahlen die Schweinebauern sogar drauf, wenn sie in den Stall gehen und ihre Tiere füttern. Das ist für die Familienbetriebe untragbar und wirtschaftlich nicht verkraftbar“, betont der Bauernbund-Präsident.

Spanien als Schweinegigant Europas genießt massive Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Umwelt. Ohne flächengebundene Tierhaltung produziert das Land viel billiger und erzeugt fast 200 % des Eigenverbrauchs an Schweinefleisch, ohne Rücksicht auf Umweltstandards zu nehmen. Die Tierzahlen sind in Spanien nicht – wie in Österreich – an die landwirtschaftliche Fläche gebunden. „EU-weit müssen die gleichen Standards für alle gelten“, fordert Steinegger.

Zudem appelliert er an alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette, den Bauern wirtschaftlich vertretbare Preise zuzugestehen, damit sie ihre Betriebe fortführen können und die junge Generation eine Perspektive in der Landwirtschaft hat. von Torsten Altmann

Na echt -Spar: „Auch künftig kein Rindfleisch aus Südamerika“

Anlässlich des beschlossenen Mercosur-Abkommens stellt Spar-Vorstand Markus Kaser klar, dass das Unternehmen bei Lebensmittelsicherheit, Qualität und Herkunft keine Kompromisse machen werde.

Anlässlich des beschlossenen Freihandelsabkommes mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay bekräftigt Spar die grundsätzlich positive Haltung zu freiem Handel. Gleichzeitig stellt Vorstand Markus Kaser klar: „Bei Lebensmittelsicherheit, Qualität und Herkunft macht Spar keine Kompromisse.“

Das Unternehmen setze seit jeher auf heimische Lebensmittel und verstehe sich als regionaler Nahversorger mit Verantwortung gegenüber Konsumenten und Produzenten. „Freihandel ist wichtig, darf aber niemals zulasten von Lebensmittelsicherheit und Qualität gehen. Spar steht zu Österreichs Landwirtschaft und zu höchsten Standards – beispielsweise bei Rindfleisch“, sagt Vorstand Kaser.

Bei so sensiblen Produkten wie Lebensmitteln müsse eine besondere Sorgfalt vorherrschen. Spar wird auch in Zukunft heimischen Lebensmitteln, insbesondere bei Frischfleisch (Rind, Schwein, Kalb) den Vorzug geben, heißt es in der Aussendung. So habe Spar beispielsweise noch nie Rindfleisch aus Südamerika geführt und wird dies auch in Zukunft nicht tun. Frischfleisch (Rind, Schwein, Kalb) bei Spar ist und bleibt zu 100 % österreichisch. Die Entscheidung unterstreiche die langjährige Partnerschaft mit Österreichs Landwirtschaft. Spar setze bewusst auf kurze Transportwege, transparente Herkunft und hohe Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Darauf könnten sich die Kunden von SPAR verlassen.

 „Wertvolle und gute Lebensmittel entstehen dort, wo Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt übernommen wird – und das ist für SPAR in erster Linie in der heimischen Landwirtschaft der Fall“, so Spar-Vorstand Markus Kaser. von Torsten Altmann

Fortschritt oder Rückschritt GAP?

Dass der EU-Kommission mit ihrem Vorschlag für die GAP nach 2027 ein großer Wurf gelungen ist, wird überwiegend bezweifelt. Vielmehr klingt vieles von dem, was im Kommissionspapier zu lesen ist, nach „zurück in die Zukunft“: Zum Beispiel, dass produktionsgebundene gekoppelte Prämien verpflichtend anzubieten sind. Oder dass die Öko-Regelungen wieder eingestampft und mit den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) zu den neuen „Agrarumwelt- und Klimaaktionen“ (AUKA) zusammengelegt werden sollen, die zwingend kofinanziert werden müssen. Man könnte fortfahren: Konditionalität wird in Farm Stewardship umbenannt, und die Ausgestaltung der GLÖZ-Standards – fortan „Protective Practices“ – wird komplett ins Ermessen der Mitgliedstaaten gestellt. Die Verpflichtungen zum Erhalt von Dauergrünland (GLÖZ 1) entfallen, und die Definition von umweltsensiblem Grünland wird abgeschwächt. Die Einhaltung des landwirtschaftlichen Ordnungsrechts sowie der Protective Practices soll aus Mitteln der neuen AUKA finanziert werden können, wenn die nationalen Standards über den EU-Mindeststandards liegen. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Stewardship und AUKA.

Nicht nur Verlierer

Umweltverbände haben bereits unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass der Umwelt- und Klimaschutz Verlierer der geplanten GAP-Reform ist. Aber auch die eigentlichen Adressaten der GAP, die europäischen Landwirte und Landwirtinnen, dürften nicht nur glücklich sein. Das GAP-Budget wird um etliche Milliarden gekürzt und in Zukunft Teil des „Fonds für Nationale und Regionale Partnerschaftspläne“ werden, was in der Konsequenz die Auflösung des Zwei-Säulen-Modells bedeutet. Großbetriebe ärgern sich über Degression und Kappung, kleinere Betriebe über den Wegfall der Umverteilungsprämie. Profitieren werden Junglandwirte und Hofübernehmer. Es winken Betriebsübernahmeförderungen von bis zu 300.000 Euro, projektbasiert statt flächenbezogen.

Wettbewerbsfähigkeit ist das neue Credo

Wettbewerbsfähigkeit ist die Fähigkeit von Unternehmen oder Branchen, sich erfolgreich gegen Konkurrenten auf Märkten durchzusetzen, indem sie bessere Produkte, Dienstleistungen oder Kostenstrukturen bieten und dabei langfristig Gewinne erzielen. Die Wissenschaft ist sich einig, dass Direktzahlungen kein probates Mittel zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit sind. Sie bewirken eher das Gegenteil, indem sie Innovationen und die Kostensenkungen weniger erforderlich erscheinen lassen. Gekoppelte Prämien verzerren zudem die Produktionsentscheidungen zugunsten der geförderten Agrarprodukte und zulasten der eigentlich wettbewerbsstarken Produkte.

Dass die EU-Kommission den Mitgliedstaaten die Gestaltung von Farm Stewardship in Zukunft komplett überlassen möchte, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Flickenteppich förderrechtlicher Standards in der EU führen – kein gutes Omen für einen fairen Wettbewerb im gemeinsamen Markt.

Kappung macht die GAP uninteressanter für Großbetriebe

Wenn strikte Stewardship-Standards und Großbetriebsstrukturen räumlich zusammentreffen, könnte die Kappung der Direktzahlungen bei 100.000 Euro zur Folge haben, dass Großbetrieben die Lust an der GAP vergeht. In einem 2.000 Hektar Betrieb dürften die Kosten der Einhaltung der Stewardship-Standards rechnerisch maximal 50 Euro je Hektar betragen, vom Aufwand der Antragstellung und den Kontrollen einmal ganz abgesehen. Das Ausscheiden von Betrieben aus der GAP würde den Behörden die Budgetplanung und die Einhaltung von mit der EU-Kommission vereinbarten Zielen und Meilensteinen erschweren. Der Hebel von Stewardship für Umwelt und Klima ginge verloren.

Vor- und Nachteile für Umwelt-, Klima- und Tierschutz

Die zwingende Kofinanzierung der neuen AUKA (mit durchschnittlich 30%) stellt wirtschaftlich schwache Regionen vor große Herausforderungen, ein attraktives Angebot auf die Beine zu stellen. Zudem unterliegen die Prämiensätze der AUKA den WTO-Regeln für die Green Box, was deren Attraktivität aus Sicht von Landwirten und Landwirtinnen einschränkt. Positiv ist demgegenüber die große Gestaltungsfreiheit der Mitgliedstaaten, die die Programmierung wirklich zielgerichteter AUKA ermöglicht.

Dass zukünftig auch die Einhaltung des Ordnungsrechts – jenseits der EU-Mindeststandards – mit AUKA-Mitteln finanziert werden kann, kann die Akzeptanz von ambitionierteren ordnungsrechtlichen Standards erhöhen. Eine neue Chance für die Umsetzung der Borchert-Vorschläge? Andererseits reduziert diese „Querfinanzierung“ die Mittel für zielgerichtete freiwillige AUKA.

Und auch produktionsgebundene Zahlungen sind nicht per se schlecht für die Umwelt – nämlich dann nicht, wenn sie der wirtschaftlichen Absicherung extensiver, umweltfreundlicher Produktionsverfahren wie Mutterkühen oder der Schafhaltung dienen. Die politische Verlockung, diese Prämien an Betriebszweige mit fraglichen Umweltwirkungen zu knüpfen, dürfte in manchen Mitgliedstaaten allerdings groß sein. Politisch ebenso verlockend könnte es sein, gewisse AUKA als gekoppelte Zahlungen zu deklarieren. Während erstere der Kofinanzierung bedürfen, werden die gekoppelten Prämien zu 100% EU finanziert.

Fazit

Die stärkere Betonung von Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit droht das Engagement der EU für ökologische Nachhaltigkeit zu untergraben. Zudem ist fraglich, ob die EU-Kommission die richtigen Interventionen zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit ins Feld geführt hat. Die Chance auf eine stärker am Gemeinwohl ausgerichtete GAP hat sie jedenfalls verpasst. Die politische Konsequenz könnte sein, dass das sogenannte Ring-Fencing des GAP-Haushalts in den Verhandlungen über den nächsten MFR infrage gestellt wird. Damit stünde der GAP-Haushalt in direktem Wettbewerb zu den Forderungen anderer Ressorts, die die Verwendung der knappen Mittel vielleicht besser rechtfertigen können. AgE

Niederlande bieten hohe Prämien für Tierhalter zum Produktionsstopp

Die niederländische Regierung hat ein neues Programm ins Leben gerufen, das darauf abzielt, Tierhalter zu einem freiwilligen Produktionsstopp zu bewegen. Dies kommt besonders für jene infrage, die sich in der Nähe von sensiblen Natura-2000-Gebieten befinden, um die schädlichen Stickstoffemissionen zu reduzieren.

Besitzer von Betrieben, die innerhalb eines Kilometers um diese Schutzgebiete liegen, können mit einer finanziell attraktiven Entschädigung rechnen. Die Regierung plant, den Marktwert der geschlossenen Ställe mit 110 % zu decken. Darüber hinaus werden die Rechte zur landwirtschaftlichen Produktion vollständig zurückgekauft.

Zusätzlich ist vorgesehen, eine Vergütung von 45 € pro Quadratmeter Stallfläche zu zahlen, sofern die Verpflichtung zum Abriss der Ställe erfüllt wird. Für Betriebe außerhalb dieser Zone wird eine Entschädigung in Höhe des vollständigen Marktwertes gewährt.

Um dieses umfangreiche Vorhaben umzusetzen, hat die Regierung in Den Haag ein Budget von 750 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Genehmigung durch Brüssel soll das Programm noch in diesem Jahr starten. Diese Initiative setzt die bestehende Strategie umfassender Ausstiegsprogramme fort.

Bisher haben sich bereits 573 Schweinebetriebe für die laufenden Programme Lbv und Lbv-plus registriert, was einen bedeutenden Schritt in Richtung Emissionsreduktion darstellt. Mit dem neuen Programm verfolgt die niederländische Regierung weiter das Ziel, umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern und gleichzeitig den betroffenen Landwirten wirtschaftliche Sicherheit zu bieten.

Weiter Proteste der französischen Bauern

Kurz vor Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens setzen französische Landwirte ihren Protest gegen die Freihandelszone mit einer Demonstration in Paris fort. Die Regierung sagt weitere Unterstützung zu.

Hunderte Traktoren erreichten Dienstagfrüh die Hauptstadt und fuhren in die Nähe des Parlaments, wie die APA berichtet. Die Landwirte lehnen den Handelspakt derEU mit südamerikanischen Staaten ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe fürchten. Die Unterzeichnung soll am Samstag in Paraguay erfolgen.

Die französische Regierung stellte den Landwirten angesichts der anhaltenden Proteste weitere Unterstützung in Aussicht, nachdem sie vor einigen Tagen bereits Hilfen in Höhe von 300 Mio. € angekündigt hatte. Der Premierminister und die Regierung arbeiteten an weiteren konkreten Maßnahmen zugunsten der Landwirte, sagte Agrarministerin Annie Genevard am Dienstag. Die Bauern protestieren schon seit Längerem auch gegen überbordende Bürokratie und ihrer Meinung nach übertriebene Umweltvorschriften.

Während es sich bei dem Traktor-Protest in Paris um eine angemeldete Demonstration handelte, räumten Bereitschaftspolizisten in den frühen Morgenstunden eine von Landwirten vor Wochen errichtete Blockade auf der Autobahn A64 südwestlich von Toulouse. Auf der stark befahrenen A1 von Paris Richtung Kanalküste, Belgien und die Niederlande setzten Landwirte südlich von Lille ihre eigenmächtigen Kontrollen von Lastwagen fort, die sie nach importierten Agrarerzeugnissen durchsuchen, die ihrer Meinung nach nicht französischen Standards und Vorschriften entsprechen.von Torsten Altmann

Ramschpreise: Strasser fordert einen Österreich-Bonus zu Recht aber so wie immer LEH dagegen?

Der zunehmende Preisdruck macht den Landwirten zu schaffen. Jetzt soll ein Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel helfen.

Sinkende Erzeugerpreise, vor allem für Milch und Schweinefleisch, sowie das beschlossene Mercosurabkommen setzen den Landwirten in Österreich immer mehr zu. Der Österreichische Bauernbund warnt in einer Presseaussendung daher vor einer weiteren Zuspitzung beim Preisdruck auf bäuerliche Produkte. Besonders bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, Erdäpfeln und Zucker seien die derzeitigen Erzeugerpreise existenzgefährdend niedrig, so der Bauernbund. In den letzten Wochen und Monaten kam es bei einigen dieser Produkte auch zu drastischen Preisrückgängen im Lebensmittelhandel.

„Ein Viertelkilo Butter wird im Flugblatt eines Diskonters mittlerweile um 96 Cent angeboten, österreichisches Schweinskarree im Gastro-Großhandel um 4,39 Euro pro Kilo, Semmeln um 25 Cent – zu solchen Schleuderpreisen können unsere Bäuerinnen und Bauern keine Lebensmittel produzieren“, warnt Bauernbundpräsident Georg Strasser alarmiert. Hinter all diesen Produkten stünden Bauernfamilien, die ein ganzes Jahr ihre Tiere versorgt und ihre Felder bewirtschaftet haben. „Sie müssen mit ihrer Arbeit ein adäquates Einkommen erzielen können, sonst wird es diese Form der Landwirtschaft auf Dauer nicht mehr geben“, zeichnet Bauernbunddirektorin Corinna Weisl eine düstere Zukunft.

Strasser fordert daher einen Österreich-Bonus vom Lebensmittelhandel. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur österreichischen Landwirtschaft“, so der Bauernbundpräsident. Der Handel dürfe hochwertige Lebensmittel nicht länger für Preisschlachten missbrauchen. Beste Qualität und höchste Standards gibt es nach Meinung des Bauernbundes nicht zum Nulltarif. Der Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel soll dafür sorgen, dass ein fairer Anteil vom Preis im Supermarktregal bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt.

Laut Strasser sind die viele Erzeugerpreise bereits nicht mehr kostendeckend. Man sei an einem Punkt angekommen, wo es um die Existenz heimischer Bauernfamilien gehe. Wenn der Handel eine heimische Versorgung will, müsse er aufhören, die Höfe durch Schleuderpreise auszuhungern, so Strasser. Die Produktionsstandards und die Kosten stiegen stetig. „Der Preiskampf darf nicht länger auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern ausgetragen werden. Während die Ersparnis für den Konsumenten an der Kasse nur wenige Cent beträgt, geht es auf unseren Höfen um Existenzen“, gibt der Bauernbundpräsident zu bedenken.

Der Handelsverband hat bisher zur Forderung des Bauernbundes keine Stellung bezogen. Im vergangenen Herbst hatte er aber den FPÖ-Vorschlag nach einem Österreich-Korb auf freiwilliger Basis angesichts der anhaltenden und für viele Österreicher „untragbaren“ Teuerung abgelehnt. Damals warnte der Handelsverband Österreich vor einem Verlust der regionalen, heimischen Erzeugung. „Wenn man nur billig will, heißt das in letzter Konsequenz Hühnerfleisch aus Osteuropa und Rindfleisch aus den Niederlanden. Das wird inländische Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette kosten“, so Geschäftsführer Rainer Will. Wenn dem Handel also wirklich die heimische Erzeugung am Herzen liegt, dürfte er nichts gegen die Forderung des Bauernbundes nach einem Österreich-Bonus einwenden. von Josef Koch

Wir Bauern zahlen den Preis für den Mercosur-Deal

Mit dem Mercosur-Deal opfert die EU ihre Bauern den Exportinteressen. Mehr denn je gilt jetzt: Wer heimische Qualität will, muss endlich Herkunft sichtbar machen!

Tausende Rinder stehen auf engstem Raum auf ammoniakgesättigten Böden. Immer wieder ist vom Einsatz von Wachstumshormonen in südamerikanischen Feedlots zu hören. Ganz zu schweigen von oft tierunwürdigen Szenen beim Verladen der Tiere zum Abtransport. Mit dem Mercosur-Abkommen kommt dann dieses Fleisch billigst nach Europa.

Heute will die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Richtung Paraguay starten, um das Freihandelsabkommen voraussichtlich am 17. Jänner mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zu unterschreiben, nachdem die EU den Pakt am 9. Jänner abgesegnet hatte. Zu gering war letztlich der Widerstand gegen das Abkommen. Die gerade in unsicheren Zeiten offenbar wichtigeren Export-Interessen vieler EU-Staaten setzten sich durch.

Und Österreichs Bauern wird u. a. eine dem Abkommen in den sozialen Medien applaudierende Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Erinnerung bleiben. Sie erklärt etwa: „Unsere Wirtschaft, unsere Betriebe und unser Wohlstand werden massiv davon profitieren.“ Was die Ministerin dabei nicht bedenkt: Unsere Landwirte werden durch Mercosur noch stärker unter Druck kommen. Betriebe, die höchste Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsauflagen erfüllen, können gegen die Billigimporte nicht konkurrieren – Rindfleischkontingente von zusätzlich rund 100.000 Tonnen zu reduzierten Zöllen drücken Preise und bedrohen Existenzen.

Heute will die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Richtung Paraguay starten, um das Freihandelsabkommen voraussichtlich am 17. Jänner mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zu unterschreiben, nachdem die EU den Pakt am 9. Jänner abgesegnet hatte. Zu gering war letztlich der Widerstand gegen das Abkommen. Die gerade in unsicheren Zeiten offenbar wichtigeren Export-Interessen vieler EU-Staaten setzten sich durch.

Und Österreichs Bauern wird u. a. eine dem Abkommen in den sozialen Medien applaudierende Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Erinnerung bleiben. Sie erklärt etwa: „Unsere Wirtschaft, unsere Betriebe und unser Wohlstand werden massiv davon profitieren.“ Was die Ministerin dabei nicht bedenkt: Unsere Landwirte werden durch Mercosur noch stärker unter Druck kommen. Betriebe, die höchste Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsauflagen erfüllen, können gegen die Billigimporte nicht konkurrieren – Rindfleischkontingente von zusätzlich rund 100.000 Tonnen zu reduzierten Zöllen drücken Preise und bedrohen Existenzen.

Keine Ausreden mehr: Herkunftskennzeichnung muss her!

​Wenn die EU diesen Freihandelsweg geht, dann braucht es zwingend politische Leitplanken. Erstens verbindliche Spiegelklauseln:

  1. Agrarimporte aus Mercosur-Staaten müssen nachweislich denselben Tierwohl-, Umwelt- und Produktionsstandards entsprechen wie heimische Produkte – inklusive wirksamer Kontrollen und Sanktionen.
  2. braucht es klare Schutzmechanismen für sensible Märkte. Importkontingente dürfen nicht zur Dauerbelastung werden, sondern müssen überprüfbar und im Krisenfall aussetzbar sein.
  3. müssen politisch verursachte Wettbewerbsnachteile vollständig kompensiert werden – durch zusätzliches Geld, nicht durch Umschichtungen innerhalb des Agrarbudgets.

Auf nationaler Ebene heißt das: eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in allen Bereichen, konsequente Importkontrollen auf Hormone und Rückstände sowie gezielte Schutzklauseln für klein- und familienstrukturierte Betriebe. Wer von Freihandel profitiert, muss auch Verantwortung für jene übernehmen, die ihn ausbaden. Das ist man den von Mercosur künftig gebeutelten Betrieben schuldig. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, veröden ländliche Räume zunehmend. von Torste Altmann

Ruinöse Schweinepreise zum Jahresbeginn und ISN – Deutschland sucht Lösungen

Schweinehalter schreiben tiefrote Zahlen: Die VEZG-Notierung für Schlachtschweine fiel um 15 Cent auf 1,45 €/kg SG

Überhänge zum Jahreswechsel, ein reichlich versorgter EU-Fleischmarkt und die jährlich zu sehende schwache Fleischnachfrage zu Jahresbeginn haben zu hohem Preisdruck geführt. Die VEZG-Notierung für Schlachtschweine fällt heute auf 1,45 €/kg SG – Schweinehalter schreiben tiefrote Zahlen. Derzeit fehlen Schweinehaltern über 50 € je Schwein.

ISN: Angesichts des schleppenden Fleischabsatzes sind gerade zu Jahresbeginn deutlich mehr Absatzimpulse nötig. Speziell die Absatzkanäle Außer-Haus-Verzehr und Verarbeitung müssen es dem Lebensmitteleinzelhandel gleichtun und auf deutsche Herkunft beim Schweinefleisch setzen. Aber auch die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sollten ihre Strategie überdenken, in solch schwierigen Marktphasen, Anti-Fleisch-Aktionswochen auszurufen.

Am heutigen Mittwoch gab die VEZG-Notierung für Schlachtschweine um 15 Cent auf 1,45 €/kg SG nach. Die ungünstige Lage der Feiertage am Jahreswechsel 2025/26 führte in den beiden vergangenen Wochen zu ausgefallenen Schlachttagen. Dadurch verzögerte sich die Vermarktung schlachtreifer Tiere und es entstand ein Überhang am Lebendmarkt. Der Abbau der Überhänge dürfte nach heutiger Einschätzung jedoch deutlich schneller verlaufen als zu Beginn des Jahres 2025. Anders als zum vorigen Jahreswechsel konnten die Schlachtungen in den Wochen vor Weihnachten diesmal spürbar ausgeweitet werden. Schweine wurden vorgezogen und die Schlachtgewichte gingen in den letzten Wochen vor den Feiertagen stärker zurück als üblich. Insgesamt lagen die Schlachtgewichte leicht unter dem Vorjahresniveau. Zudem hatten viele Mäster die Erfahrungen vom vergangenen Jahreswechsel im Blick und weniger Ferkel eingestallt, die rund um die Feiertage schlachtreif geworden sind bzw. werden. Die Ferkelimporte aus den Niederlanden lagen im Herbst 2025 deutlich unter dem Vorjahresniveau. Außerdem werden aktuell weniger Schlachtschweine aus den Niederlanden und Belgien zur Schlachtung nach Deutschland importiert als noch vor einem Jahr.

Preisdruck am Fleischmarkt

Für die aktuelle Situation am Schweinemarkt ist neben dem feiertagsbedingten Angebotsüberhang aber insbesondere auch der massive Preisdruck am Fleischmarkt ausschlaggebend. Der Jahresstart am Fleischmarkt verläuft traditionell schwach und in diesem Jahr kommt zusätzlicher Druck aus dem EU-Ausland hinzu. Chinesische Strafzölle belasten den Drittlandexport, und auch der ASP-Ausbruch in Spanien schränkt die Absatzmöglichkeiten in Drittländern ein. In der Folge verbleibt mehr Ware im EU-Binnenmarkt, für die Absatzwege gefunden werden müssen – in der Regel über deutliche Preisnachlässe bei diversen Teilstücken. Dies hatte bereits vor Weihnachten zu deutlichen Rückgängen der Schlachtschweinenotierungen in wichtigen Erzeugerländern wie Spanien, den Niederlanden, Dänemark und Frankreich geführt, während sich die deutsche Notierung zum Jahresende noch stabil halten konnte.

Umgang mit Anti-Fleisch-Wochen überdenken

Der momentan reichlich versorgte EU-Markt trifft nun auf eine Phase schwieriger Fleischgeschäfte. Im Januar werden mengenmäßig meist 10–15 % weniger Schweinefleisch als im Jahresschnitt abgesetzt, gegenüber dem konsumstarken Dezember beträgt der Rückgang häufig 20–30 %. Eine Rolle spielt dabei auch der Veganuary, eine Initiative, die zu einer veganen Ernährung speziell im Januar aufruft. Weite Teile des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) unterstützen diese Aktion. Das hemmt den Fleischabsatz zusätzlich in einer Phase, in der der Schweinemarkt ohnehin stark unter Druck steht.

Auf der einen Seite auf deutsche Herkunft beim Fleisch zu setzen und gleichzeitig das deutsche Schweinefleisch in der schwierigsten Absatzphase des Jahres auf das Nebengleis zu stellen, passt nicht zusammen. Aktuell fehlen den deutschen Schweinehaltern mehr als 50 € am Schwein – das ist ruinös für jeden Betrieb. Werden so Strukturen erst einmal zerstört, fehlen sie später auch für die hohen Unternehmensziele der Handelsunternehmen hinsichtlich der Haltung und Herkunft von Schweinen., ordnet ISN-Geschäftsführer die aktuelle Situation ein und folgert weiter: Konsequent wäre es, wenn die betreffenden Handelsunternehmen diesen Widerspruch schnell ausräumen. Gerade zu Jahresbeginn sind Absatzimpulse für Schweinefleisch statt Anti-Fleisch-Wochen dringend notwendig.  Dr. Staack stellt aber auch klar: Ausdrücklich nicht gemeint sind dauerhafte Preissenkungen von Schweinefleischprodukten in der Ladentheke auf dem Rücken der Erzeuger, mit denen sich bereits einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (wie z.B. aktuell Aldi Süd) als Preisführer profilieren wollen. Im Gegenteil: Wer höchste Ansprüche an die Erzeuger stellt, darf diese gerade in schwierigen Marktphasen preislich nicht fallen lassen. Was wir brauchen, sind ganz gezielt gesetzte Werbeaktionen, mit denen der Fleischabsatz spürbar befeuert wird.

Außer-Haus-Verzehr und Verarbeitung müssen sich zum Fleisch aus Deutschland bekennen

Natürlich erkennen wir ausdrücklich an, dass verschiedene Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel sich sehr stark zur Herkunft Deutschland beim Schweinefleisch bekennen, so ISN-Geschäftsführer Staack. Er fordert: Unternehmen aus dem Außer-Haus-Verzehr (mit Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung) und der Verarbeitung, müssen es denen aus dem Lebensmitteleinzelhandel erst einmal gleichtun und auf deutsche Herkunft beim Schweinefleisch setzen. Das ist lange überfällig! Denn die Mengen an Schweinefleisch, die in diese Absatzkanäle geliefert werden, sind erheblich.

Landwirtschaft im neuen Jahr: Warum tun die Bauern sich das an?

Während viele mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten, wird im Jänner auf vielen Höfen nachgedacht: Welche Schritte sind nötig, stehen Investitionen an, wohin soll sich der Betrieb entwickeln? Oft stellen sie sich eine andere Frage: „Warum tu’ ich mir das an?“

Während der Handel bei den Erzeugerpreisen den Rotstift ansetzt, fressen Energie- und Maschinenkosten die Erlöse. Die Aussichten auf unfaire Handelsabkommen und neue Formulare aus Brüssel tun ihr Übriges. Da können die Bauern im trüben Jänner leicht den Mut verlieren. Oder auch die Nerven, wie die Bauernproteste in Belgien, Frankreich und England zeigen. Die Landwirte fürchten um ihre Existenz. Nicht zu Unrecht. In Österreich schlossen in den vergangenen Jahren neun Höfe pro Tag ihre Türen – neun Existenzen, neun Lebenswerke – ohne Protest oder Aufschrei.

„Wer heute einen Hof übernimmt, erbt keine Sicherheit, sondern eine große Verantwortung.“

Wer heute einen Hof übernimmt, erbt keine Sicherheit, sondern eine große Verantwortung. Viel Arbeit, unsichere Rahmenbedingungen und die Hoffnung auf einen fairen Lohn begleiten Jung und Alt in der Landwirtschaft. Bauer zu sein, ist immer ein Risiko. Das kann die Politik nicht abnehmen, aber zumindest faire Rahmenbedingungen garantieren.

Wer als Landwirt bestehen will, muss sich weiterentwickeln. Erfolgreiche Betriebe machen es vor: Sie gehen neue Wege in der Vermarktung, steigern Effizienz oder starten zusätzliche Betriebszweige. Oft reicht es, gründlich zu rechnen, um Kostenfallen zu entgehen und finanziellen Spielraum zu behalten. Wachsen oder weichen ist längst kein Erfolgsrezept mehr. Doch Stillstand ist oft das Todesurteil von Betrieben. Den einen Weg für jeden Landwirt gibt es nicht.

Leidenschaft für die Arbeit

Genau diese Vielfalt und die Leidenschaft für die Arbeit mit Grund und Boden, Wald oder Tieren macht die Landwirtschaft aus. Sie bedeutet immer noch Freiheit, trotz aller Auflagen. Jede Bäuerin und jeder Bauer kann Entscheidungen treffen, die es den Folgegenerationen ermöglichen, dieselbe Freiheit zu genießen. Diese Zukunftsperspektive muss die Politik garantieren. Denn wer von den Bauern Mut, Investitionen und Nachhaltigkeit fordert, muss auch Planungssicherheit liefern. Sonntagsreden helfen den Betrieben nicht.

Viele Herausforderungen

2026 wird kein leichtes Jahr. Trotzdem werden die Bauern im Frühjahr nervös, sobald die Feldarbeit wieder losgeht. Sie fiebern dem ersten Schnitt entgegen, versorgen ihre Rinder und Schweine so gut sie können und hoffen auf eine gute Ernte. Sie wollen Verantwortung übernehmen für ihren Besitz, ihre Tiere und für die Versorgungssicherheit im Land. Die Frage ist nicht, ob die Bauern eine Zukunft haben. Die Frage ist, ob Politik und Gesellschaft bereit sind, sie ihnen zu lassen. Das wäre ein dringend notwendiger Vorsatz für 2026. von Roland Pittner

Bauern gehen gegen Mercosur auf die Straße

Am Freitag ist eine EU-Abstimmung über die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens geplant. Deutsche und französische Bauern protestieren gegen den Handelspakt. Auch in Österreich demonstrieren Bauern.

Deutsche Landwirte protestierten in mehreren Bundesländern an Autobahn-Anschlussstellen gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur-Verbund. Auch in Frankreich gab es erneut Proteste gegen das geplante EU-Handelsabkommen. Bauern blockierten Zufahrtsstraßen nach Paris.

Die Landwirte befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika. In der französischen Hauptstadt wurden in der Früh etwa 20 Traktoren gezählt, weitere vor den Toren der Stadt. Laut APA gab es zunächst Verkehrsbehinderungen.

Das umstrittene Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden, war aber aufgeschoben worden. Hintergrund waren starke Bauernproteste in Frankreich. Insbesondere landwirtschaftliche Organisationen in Frankreich, Polen, Ungarn, Italien und auch in Österreich sind gegen das seit mehr als 25 Jahren in Verhandlungen befindliche Mercosur-Abkommen. Sie fürchten unter anderem die Konkurrenz durch billige Fleischimporte.

Für Freitag ist eine EU-Abstimmung über die Unterzeichnung des Abkommens geplant. Frankreich ist schon länger gegen das Handelsabkommen. Die EU-Kommission hatte zuletzt Zugeständnisse vorgeschlagen. Länder wie Deutschland und Spanien unterstützen das Abkommen. Sollte auch Italien zustimmen, könnte die Vereinbarung ohne Frankreich verabschiedet werden.

Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida zeigte sich angesichts der Verhandlungen zum Mercosur-Abkommen zuversichtlich. „Es fehlt noch die letzte Meile“, sagte er der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“. Allerdings bestehe noch Klärungsbedarf bei den Schutzklauseln für Agrarprodukte. „Eine Einigung über die Schutzklauseln fehlt noch.“

Im Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen mit diesen Schutzklauseln rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Bisher ist eine Schwelle von 8 % vorgesehen, bei der eine Untersuchung eingeleitet wird. „Wir wollen, dass diese Schwelle auf 5 % gesenkt wird“, sagte Lollobrigida. „Und wir glauben, dass die Voraussetzungen bestehen, auch dieses Ergebnis zu erreichen.“

Auch in Österreich sind für Samstag Demonstrationen geplant. von Torsten Altmann

Schlimmer gehts nimmer-Schweinepreis fällt immer weiter um 15cent

Das Jahr beginnt auf dem Schweinemarkt mit einem weiteren Tiefschlag. Überhänge und europäischer Preisdruck belasten.

Der Schweinemarkt startet sehr angespannt ins neue Jahr. Zwar nahmen die Schlachtungen vor Weihnachten deutlich zu und die Schlachtgewichte sanken, dennoch fielen über die Feiertage zu viele Schlachttage für das Lebendangebot aus. Überhänge prägen derzeit den Markt.

Wie groß diese tatsächlich ausfallen werden, zeigt sich allerdings erst in den kommenden Tagen. Marktteilnehmer schätzen, dass sich eine halbe Schlachtwoche angestaut hat.

Die Schlachtunternehmen fahren ihre Aktivitäten nun wieder hoch, fordern aber deutliche Preisabschläge und verweisen auf das schwierige europäische Marktumfeld. Die VEZG hat in der aktuellen Lage wenig Spielraum und senkte die Notierung am Mittwoch sehr deutlich. Oberstes Ziel ist es derzeit, den Stau aufzulösen und in Österreich minus 15 cent. 

Der Ferkelmarkt präsentierte sich über den Jahreswechsel stabil. Nachfrage und Angebot passten einigermaßen zusammen. Die Notierungen sind zunächst stabil. Auch in Dänemark und den Niederlanden sind die Notierungen weitgehend unverändert. Allerdings befürchten Marktteilnehmer, dass der Preisabschlag bei den Schlachtschweinen in den kommenden Wochen den Ferkelmarkt treffen wird. von Andreas Beckhove

Blauzungenwelle: Wie geht´s weiter?

Nach der Blauzungenwelle ist vor der Impfung. Wir haben mit Dr. Johann Burgstaller, Tierzuchtdirektor der LK Kärnten gesprochen, welches Szenario er 2026 erwartet und was die Bauern tun sollten.

Im Herbst 2025 grassierte im Süden Österreichs die Blauzungenkrankheit, vor allem der Serotyp 8. In Kärnten, der Steiermark und Osttirol wurde kaum ein Rinder- bzw. Schafbetrieb verschont. Welche Spuren hat die Krankheit hinterlassen?

Burgstaller: Die Schäden waren deutlich spürbar. Die Verendungsrate im Vergleich zum Vorjahr war bei den Schafen 3- bis 6-mal und bei den Rindern 2- bis 3-mal so hoch. Daneben waren viele Tiere schwer erkrankt, was die Tierhalter nicht nur finanziell schwer belastet hat.

Welches Szenario erwarten Sie für 2026?

Burgstaller: Ich gehe davon aus, dass im Sommer 2026 die nächste Welle heranrollen wird. Im August ist der Höhepunkt der Stechmückensaison erreicht und daher der Infektionsdruck am größten. Aufgrund der Klimaveränderung sind die Gnitzen auch bis in große Höhen unterwegs, also auch auf Almen.

Welche weitere Vorgehensweise empfehlen Sie?

Burgstaller: Ich rate dringend zur Impfung, sowohl gegen Serotyp 4/8 (Kombi-Impfstoff) als auch Serotyp 3. Die Impfung verhindert schwere Verläufe und Verendungen! In Kärnten werden beide Impfstoffe vom Land und vom Tierseuchenfonds zur Verfügung gestellt, der Tierhalter muss lediglich die Durchführung vom Tierarzt bezahlen. Ein stabiler Impfschutz ist nach der Grundimmunisierung gegeben, ein Jahr danach müssen die Tiere einmalig aufgefrischt werden.

Welchen Abstand empfehlen Sie zwischen den Impfungen?

Burgstaller: Die Impfung ist gut verträglich, daher kann man die Impfung gegen die Serotypen 4/8 und Serotyp 3 gleichzeitig durchführen. Der beste Zeitpunkt ist zwischen Jänner und März vor Weideaustrieb.

Sollen auch Bestände geimpft werden, in denen die Krankheit bereits grassierte?

Burgstaller: Ja! Denn laut den bisherigen Erfahrungen mit dem Serotyp 8 besteht nur eine 50 %ige natürliche Immunität nach einer Infektion in betroffenen Herden. Über den Winter wollen wir aber noch einige Untersuchungen dazu machen.

Braucht man die Impfungen für die Vermarktung? Gibt es Einschränkungen im Handel?

Burgstaller: Eine Sperre des Betriebs oder von Einzeltieren gibt es im Krankheitsfall in Kärnten nicht. Grundsätzlich dürfen aber nur gesunde Tiere vermarktet werden. Auf dem Viehverkehrsschein daher ein „G“ vermerken! Erkrankte Tiere dürfen nach einer Infektion 60 Tage lang nicht in Verkehr gebracht werden. Bei der Vermarktung in Drittländer kann u.U. eine Impfung vorgeschrieben sein. von Felicitias Greil