Autor: Hannes Kulterer

ASP in Spanien: Neue Erkenntnisse zum Ursprung des Virus

Stammt das ASP-Virus in Spanien aus einem Forschungslabor? Erste Ergebnisse von Untersuchungen dazu geben nun Antworten.

Die Regionalregierung in Barcelona hat am Dienstag neue Erkenntnisse zum Ursprung des Ausbruchs der (ASP) in Katalonien bekannt gegeben. Laut Ergebnissen der ersten genetischen Studie stammt das Virus, das bei den infizierten Wildschweinkadavern nachgewiesen wurde, nicht mit den Viren überein, die in einem nahegelegenen Labor für Versuchszwecke verwendet werden.

Stattdessen wird nun vermutet, dass der derzeit in Spanien zirkulierende Erreger zu einem neuen Stamm gehören könnte, der neu ist oder bisher noch nicht dokumentiert wurde.

Wie das Institut für Agrar- und Lebensmittelforschung (IRTA-CReSA) in Katalonien mitteilt, hat das zuständige Institut für Biomedizinische Forschung (IRB) die Wildschweinproben mit 17 Proben des Erregers verglichen, mit denen im IRTA-CReSA gearbeitet wurde. Das nachgewiesene ASP-Virus zeigt zahlreiche Mutationen und eine große genetische Deletion (Verlust eines Fragments des Genoms), die in keinem der untersuchten Stämme des Labors auftreten.

Ebenso stimme das gefundene Virus nicht mit den anderen Stämmen überein, die derzeit in Westeuropa zirkulieren. Das spanische Landwirtschaftsministerium und weitere Referenzlabore in Europa müssen die Ergebnisse jedoch noch bestätigen.

Bereits am Montag hatte das spanische Landwirtschaftsministerium mitgeteilt, dass das zuständige Referenzlabor in Madrid inzwischen 29 ASP-Fälle (Stand 30.11.2025) bei Wildschweinen bestätigt hat. Die Behörden arbeiten nun weiter daran, dass sich das Virus außerhalb der eingerichteten 6 km-Schutzzone nicht weiter ausbreitet. Dafür sind mehr als 400 Soldaten im Einsatz. Weiterhin hält die Regierung Treffen mit einer Expertengruppe sowie den Bürgermeistern der Gemeinden im Umkreis ab, um Informationen auszutauschen und die Maßnahmen zu koordinieren. von Anna Hüttenschmidt

Start ins Jahr 2026: Auch in Deutschland Schweinemäster unter Druck wie nie

Preisverfall, hohe Kosten, Bürokratie: 2026 beginnt für Schweinehalter mit Gegenwind.

Das Jahr 2025 ist Geschichte. Ich hoffe, Sie hatten – trotz der unruhigen Zeiten – ein besinnliches Weihnachtsfest und sind gut ins neue Jahr gekommen. Blickt man die letzten Wochen und Monate zurück, hat sich das alte Jahr eher bescheiden aus Sicht der Schweinehalter verabschiedet. An dieser Stelle seien beispielhaft nur das Aus des Bundesprogramms zur Föderung des Umbaus der Tierhaltung . Der deutliche Preisrückgang für Schweinefleisch zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts um 10 Cent auf 1,60 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht genannt.

Das gibt schon mal einen Vorgeschmack, dass auch 2026 alles andere als leicht für Sie als Schweinehalter werden dürfte. Bleiben wir bei den Preisen: Mit 1,60 Euro lässt sich hierzulande nicht kostendeckend arbeiten. Laut aktuellem Interpig-Produktionskostenvergleich liegt Deutschland bei 2,01 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (auf Basis Vollkosten). Nur mal zum Vergleich: In Brasilien sind es 1,07 Euro, in Dänemark 1,76 Euro und in Spanien 1,79 Euro. Viele Mäster verlieren also schon mit Beginn des neuen Jahres Geld.

Neben den Preisen sind es die bürokratischen Hemmnisse und die unklaren Zukunftsperspektiven, die Schweinehaltern auch im neuen Jahr zu schaffen machen werden. Ihr Wunsch dürfte vor allem die Vereinfachung des Bau- und Immissionsschutzrechts sein, um notwendige Investitionen tätigen zu können. Im Auge behalten sollten Sie zudem unbedingt das aktuelle Seuchengeschehen hinsichtlich der ASP. Hier gilt es, das Eintragsrisiko über eine ausgefeilte Biosicherheit zu minimieren.

EU-Erweiterung -Landwirtschaft ?

Agrarstruktur der Ukraine im Überblick

Hauswirtschaften:

3,85 MIo. gesetzlich nicht registrierungspflichtige Hauswirtschaften bewirtschaften zusammen 6,1 Mio. ha LF (knapp 19 % der Gesamt–LF der Ukraine). Die Hauswirtschaften sind zu fast vier Fünftel kleiner als 1 ha LF. Ein weiteres Fünftel bewirtschaftet zwischen 1 und 10 ha LF.

Die Hauswirtschaften produzieren hauptsächlich für den Eigenbedarf und lokale Märkte (Subsistenz– oder Semi–Subsistenzwirtschaft). Bis zur Bewirtschaftungsfläche von 2 ha werden mögliche Einkünfte aus Landwirtschaft nicht besteuert. Die Hauswirtschaften sind in der Sowjetzeit entstanden, als Beschäftigte in Kol– und Sowchosen kleinere Flächen und etwas Viehwirtschaft zur Eigenbewirtschaftung gestattet worden waren. Sie sind heute immer noch besonders wichtig für die Produktion von Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch und Eiern.

Nach Angaben für 2023 stehen die Hauswirtschaften in der Ukraine für 98 % der Kartoffelerzeugung, für 89 % der Gemüse- und für 80 % der heimischen Obsterzeugung. Bei Milch und Eier sind es entsprechend 62 bzw. 50 %.

Anders bei Fleisch und Getreide/Leguminosen. Hier sind es nur 25 bzw. 20 %, bei Sonnenblumen und Zuckerrüben sogar nur 11 bzw. 3 %. Insgesamt entfallen von der gesamten Agrarerzeugung der Ukraine 30 % auf die Hauswirtschaften und 70 % auf die Landwirtschaftsunternehmen. Der Anteil der Hauswirtschaften ist jedoch deutlich rückläufig.

Landwirtschaftliche Unternehmen:

Fast 26,6 Mio. ha LF (81 % der Gesamt-LF) werden von rund 75.000 registrierungspflichtigen Landwirtschaftsunternehmen bewirtschaftet. Dazu gehören Familienunternehmen ebenso wie Kolchos–/Sowchos–Nachfolgebetriebe in unterschiedlichen Rechtsformen mit einigen hundert bis mehreren tausend Hektar Flächenausstattung.

Agrarholdings:

Zu den vorgenannten registrierungspflichtigen Landwirtschaftsunternehmen gehören auch die vielzitierten Agrarholdings. Diese haben sich mit der Übernahme von landwirtschaftlichen Unternehmen vor allem auf exportorientierte Agrarrohstoffe wie Getreide und Ölsaaten konzentriert. Viehhaltung und andere arbeitsintensive Produktionszweige wurden zurückgefahren.

Nach Angaben für 2025 bewirtschaften die flächenmäßig 120 größten Unternehmen, die meisten davon Agrarholdings, jeweils mehr als 10.000 ha LF, zusammen fast ein Viertel der LF der Ukraine. Die 65 größten Unternehmen (Agrarholdings) mit 25.000 ha LF und mehr kommen auf 15 % der Gesamt–LF der Ukraine.

In der Regel haben die Agrarholdings ein zentrales Management für Ein– und Verkauf und kontrollieren mit ihren zahlreichen Betriebsstätten die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis hin zum Export. Großunternehmen und Holdings genießen in der Ukraine häufig eine hohe Wertschätzung. Ländliche Regionen profitieren vom sozialen Engagement der Unternehmen in den Dörfern. Die Akzeptanz wird auch durch die Sichtbarkeit der Unternehmen und ihrer Führungskräfte vor Ort und in den sozialen Medien befördert.

Mögliche Auswirkungen auf die EU–Landwirtschaft

Experten sind sich darin einig, dass der Zustrom ukrainischer Produkte vom Agrarsektor der übrigen EU bewältigt werden muss und nicht zu starken Marktstörungen führen darf. 80 % der Gesamt-LF der Ukraine sind Ackerland. Es umfasst nach dem Gebietsstand vor dem Krieg 33 Mio. ha und entspricht damit fast einem Drittel der Ackerfläche der gesamten EU–27.

Die zehn größten Agrarholdings der Ukraine (Bildquelle: Destatis)

Etwa drei Viertel der ukrainischen Ackerflächen sind hochfruchtbare Schwarzerde–Böden. Durch den Krieg hat die Ukraine rund ein Fünftel weniger Agrarflächen in der Bewirtschaftung. Nach aktuellem Gebietsstand betragen die Ackerflächen der Ukraine nur 26 Millionen Hektar und entsprechen damit einem Viertel der EU–27–Ackerfläche. 81 % der ukrainischen Agrarerzeugung sind pflanzlichen Ursprungs. Nur 19 % entfallen auf tierische Erzeugnisse, Tendenz rückläufig. 42 % der tierischen Erzeugnisse werden nach Angaben für 2023 von den sogenannten Hauswirtschaften erbracht.

Ukraine-Getreide würde EU-Position auf Weltmarkt stärken

Experten sind sich aber auch darin einig, dass ein EU–Beitritt der Ukraine die strategische Lage der Europäischen Union auf den weltweiten Getreide– und Ölsaatenmärkten verbessern würde. Denn diese globalen Märkte mit relativ großem Markteinfluss der Ukraine funktionieren in einem System kommunizierender Röhren, so dass sich die Preiseffekte häufig nur durch Marktmacht erzielen lassen. In diesem Zusammenhang erwarten viele Experten, dass auch künftig ein signifikanter Anteil der ukrainischen Agrarerzeugnisse eher am Weltmarkt denn im EU–Binnenmarkt gehandelt werden.von Alfons Deter

Ausblick der EU-Kommission: Rückgang bei Schweinefleischproduktion und Verzehr bis 2035

Header Eu Kommission

Laut dem neuesten Marktausblick der EU-Kommission für die nächsten zehn Jahre dürften sowohl der Schweinefleischverzehr als auch die Schweinefleischproduktion in der EU bis 2035 weiter leicht, aber stetig abnehmen. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb auf den internationalen Märkten zu und globalen Handelsströme verschieben sich.

Die EU-Kommission erwartet bis 2035 einen kontinuierlichen Rückgang bei Schweinefleischproduktion und -verzehr.

EU‑Produktion sinkt bis 2035 kontinuierlich

Der Pro-Kopf-Verzehr könnte nach Einschätzung der EU-Fachleute von 23,8 kg auf 21,8 kg zurückgehen. Das würde einem durchschnittlichen Rückgang von etwa 0,9 % pro Jahr entsprechen. Gleichzeitig erwarten die Brüsseler Fachleute einen Produktionsrückgang von durchschnittlich ebenfalls 0,9 % pro Jahr, so dass im Jahr 2035 mit 19,7 Mio. Tonnen etwa 1,8 Mio. Tonnen weniger Schweinefleisch als im laufenden Jahr produziert würden.
Die jährlichen globalen Schweinefleischimporte beziffern die Experten der EU-Kommission bis 2035 als stabil auf ca. 10,5 Mio. Tonnen. Die Produktionskapazitäten in China und Vietnam könnten sich erholen und für eine geringere Importnachfrage sorgen, während es in einigen Regionen Afrikas und Asiens (z. B. Malaysia) zu einer steigenden Importnachfrage kommen könnte.

Internationaler Wettbewerb nimmt zu

Die geringere chinesische Nachfrage nach Schweinefleisch im kommenden Jahrzehnt dürfte den Wettbewerb durch die USA, Kanada und Brasilien in anderen asiatischen Märkten verstärken. Infolgedessen könnten die EU-Schweinefleischexporte bis 2035 um durchschnittlich ca. 1,0 % pro Jahr sinken. Dadurch dürfte der Anteil der EU an den weltweiten Schweinefleischexporten von 28,5 % auf 26 % zurückgehen.
Die EU-Kommission prognostiziert, dass die EU-Schweinepreise bis 2035 im Mittel bei rund 2,00 €/kg liegen und damit auf dem Niveau vergangener Jahre bleiben, jedoch weiterhin über den Erzeugerpreisen in Brasilien und Kanada liegen werden.

Maisanbau 2025: Strategien gegen Kälte- und Trockenstress enthüllt

Herausforderungen für den Maisanbau im Jahr 2025

Zu Beginn der Saison schienen die Bedingungen günstig: Die Aussaat begann früh und unter vielversprechenden Umständen. Doch das Blatt wendete sich Ende Mai, als ungewöhnlich kalte Nächte und Spätfröste den jungen Pflanzen zusetzten. Auch Trockenheit belastete viele Regionen, was zu schlechten Erträgen führte. Zwar brachte der Regen im Juli eine Entspannung, doch die Pflanzen blieben aufgrund der vorherigen Trockenheit kurz, zeigten aber eine beeindruckende Kolbenleistung.

Anforderungen an den Wasserbedarf von Mais

Mais stammt ursprünglich aus den Subtropen und benötigt daher konstante Bodentemperaturen zwischen 8 und 10 °C während der Aussaat. Um optimal zu keimen, muss das Saatkorn etwa 30 Prozent seines Eigengewichts an Bodenwasser aufnehmen. Lange Auflaufphasen über 14 Tage sollten vermieden werden, da sie die Vitalität der Pflanzen schwächen und sie anfälliger für Krankheiten machen.

Mit dem Beginn des Längenwachstums steigt der Wasserbedarf des Maises kontinuierlich an. Besonders in der Phase zwischen dem Erscheinen des letzten Blattes und der Einkörnung verbraucht die Pflanze bis zu 50 Prozent ihres gesamten Wasserbedarfs. Fehlende Niederschläge in dieser Zeit führten in einigen Regionen zu erheblichen Einbußen bei Wuchs und Kolbenbildung.

Kältetolerante Sorten als Lösung

Um den Herausforderungen von Kälteperioden zu begegnen, haben sich bestimmte Maissorten als vorteilhaft erwiesen. Flint-Typen sowie Flint- und Dentkreuzungen zeigen eine höhere Kältetoleranz als reine Dent-Sorten. Diese Sorten bieten ein gleichmäßiges Auflaufen und stabiles Jugendwachstum auch unter kühlen Bedingungen.

Unter schwierigen Frühjahrskonditionen können diese Sorten ihren Entwicklungsvorsprung nutzen, um Erträge vor Eintritt von Stressphasen zu realisieren. Auch bei reinen Dent-Typen gibt es interessante Sorten mit guter Jugendentwicklung und Trockentoleranz.

Nährstoffversorgung in kalten Phasen

Kälte vermindert sowohl das Wurzelwachstum als auch die Nährstoffaufnahme. Daher ist eine gezielte Unterfußdüngung mit Diammoniumphosphat oder Schwefelsaurem Ammoniak sinnvoll, um den Pflanzen trotz niedriger Phosphorgehalte im Boden Unterstützung zu bieten. Die Platzierung von Spurennährstoffen wie Bor, Mangan und Zink hilft zusätzlich bei der Bewältigung von Kältestress.

Saatgutbeizung zur Ertragssicherung

Eine moderne Saatgutbeizung kombiniert Fungizide und Insektizide mit Nährstoffkomponenten und trägt wesentlich zur sicheren Jugendentwicklung bei kühlen Temperaturen bei. Fungizide schützen vor bodenbürtigen Krankheiten wie Pythium oder Fusarium, während Insektizide gegen Schadinsekten wirken. Beiznährstoffe fördern zudem ein stabiles Wurzelsystem.

Umgang mit Trockenstress

Trockene Bedingungen setzten dem Mais stark zu, insbesondere während seiner Hauptwachstumsphase. Ein Silomaisbestand benötigt etwa 400 bis 480 mm Wasser über die Vegetationsperiode hinweg, was in Jahren mit geringerem Niederschlag problematisch sein kann.

Befruchtungsstörungen durch Trockenheit sind häufig sichtbar an Kolben mit fehlenden Körnern an der Spitze. Diese entstehen oft durch ein verzögertes Auftreten der Narbenfäden oder eine frühzeitige Pollenfreisetzung.

Was verursacht die Klimakrise?

Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas setzt erhebliche Mengen CO₂ frei. Hauptquellen sind Kohlekraftwerke und Anlagen der Schwerindustrie (Stahl, Aluminium). Methan kommt vor allem aus der intensiven landwirtschaftlichen Tätigkeit. Zudem verschwinden natürliche Kohlenstoffsenken, die CO₂ dauerhaft aufnehmen, etwa durch Waldrodung und Austrocknung der Moore. Immer mehr Treibhausgase gelangen so in die Atmosphäre, verstärken den natürlichen Treibhauseffekt.

Und: In vielen Ländern entwickeln sich die Volkswirtschaften gerade, bisher fast immer auf Basis fossiler Energieträger wie Kohle und Öl. Noch mehr CO₂-Ausstoß ist die Folge.

Welche Länder stoßen am meisten CO₂ aus?

China liegt an der Spitze mit rund 32 Prozent, gefolgt von den USA mit etwa 13 Prozent, Indien mit rund 8 Prozent und Russland mit etwa 4,6 Prozent. Der deutsche Anteil liegt bei knapp 1,5 Prozent (Stand: 2024).

Global haben sich die energiebedingten CO₂-Emissionen – also die Treibhausgase, die bei der Umwandlung von Energieträgern etwa in Strom, Wärme oder im Verkehr entstehen – ständig erhöht: von 22,5 Gigatonnen (Gt, eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen) 1990 auf 38,1 Gt im Jahr 2024.

Allerdings hat sich die Anstiegskurve abgeflacht. Für einige Wissenschaftler ein Zeichen, dass Klimaschutzmaßnahmen anfangen zu wirken.

Wie sehr hat sich die Erde bereits erwärmt?

Belastbare Wetterdaten gibt es seit 1881. Nimmt man dieses Jahr als Startpunkt, so hat sich der globale Temperaturdurchschnitt bis 2024 um gut 1,55 Grad erhöht – mit starken regionalen Unterschieden. Betrachtet man die Entwicklung im Schnitt mehrerer Jahre, liegt die Erhöhung bei etwa 1,3 Grad. Auch differiert die Erwärmung über Land und über der Meeresoberfläche.

„Der vom Menschen verursachte Klimawandel wirkt sich bereits auf viele Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Welt aus. (…) Viele Veränderungen im Klimasystem werden in unmittelbarem Zusammenhang mit der zunehmenden globalen Erwärmung größer. Dazu gehören die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen, marinen Hitzewellen und Starkniederschlägen, landwirtschaftlichen und ökologischen Dürren in einigen Regionen, das Ausmaß tropischer Wirbelstürme sowie Rückgänge des arktischen Meereises, von Schneebedeckung und Permafrost.“

CO₂ hält sich 1.000 Jahre in der Atmosphäre, verstärkt also sehr lange den Treibhauseffekt. Selbst wenn sofort alle Emissionen gestoppt würden, würden die Klimawandelfolgen noch viele Dekaden auftreten.

Uneins ist die Wissenschaft hinsichtlich sich verstärkender Effekte. Wenn beispielsweise Methan aus tauenden Permafrostböden austritt und bestimmte Mengen dieses Gases frei werden, könnte es eine Art Klimawandel-Turbo geben. Das heißt, die Erwärmung würde noch schneller voranschreiten. Auch sind die Effekte der schmelzenden Landeismassen nicht genau vorherzusagen.

Geniale Ideen mit heimischer Schafwolle

ünf Schülerinnen der LFS Bruck, ein Ziel: Mit ihrem „Wollwunder“ verwandeln sie regionale Schafwolle in ein zukunftsweisendes Projekt. Erste Firmen haben schon Interesse an den Produkten angemeldet.

Fünf Schülerinnen der LFS Bruck entwickelten mit „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ ein Projekt, das sich mit der vielseitigen Verwendung von Schafwolle auseinandersetzt.

Die Schülerinnen fanden zahlreiche Veredelungsmöglichkeiten für Schafwolle: Filzen, Stricken, Pellets und gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungs-material.

Das Projekt erhielt den Regionalitätspreis 2025 in der Kategorie Land & Forstwirtschaft, sowie den zweiten Platz beim Arge Alp Wettbewerb in Trient.

Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist.

Hätten Sie es gewusst? Bis zu 800.000 kg Schafwolle werden jährlich in Österreich produziert, bei einem Schafbestand von etwa 400.000 Tieren. Doch für unsere Schafbauern bringt die Wollvermarktung in der Regel wenig ein.

Ein Großteil dieser Wolle wird aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender regionaler Veredelungsstrukturen derzeit vor allem für die Herstellung von Düngepellets oder als Dämmmaterial im Hausbau verwendet. Gleichzeitig werden große Mengen an Schafwolle, vorwiegend aus Australien und Neuseeland, importiert. Für heimische Bäuerinnen und Bauern bleibt der Erlös gering und beträgt nur rund 60 ct/kg.

Dies könnte sich jetzt auch dank einer Initiative von fünf Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck in Salzburg ändern. Die Schülerinnen sollten in Gruppen Projekte zum Thema „Ressourcenschonendes Arbeiten“ gestalten. Nina Eder, Marie Grünwald, Michaela Huber, Laura Merth und Katharina Schwab nahmen im Projekt „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ das Produkt Wolle genauer unter die Lupe. Denn die Schule hat eine eigene Schafherde, die zweimal im Jahr geschoren wird.

„Das Scheren der Tiere kostet mittlerweile mehr, als man mit dem Verkauf der Wolle einnimmt. Auf dem traditionellen Weg wird die Wolle gewaschen, im Lungau kardiert und dann im Unterricht zu Filzprodukten verarbeitet. Dafür wird aber nur ein kleiner Teil der Wolle benötigt“, erklärt Mathias Kinberger, Lehrer der LFS Bruck. Was aber tun mit der restlichen Wolle? Dazu sind die Schülerinnen auf eine innovative Idee gekommen: Gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungsmaterial, die gleich doppelt eingesetzt und nach ihrem Dienst noch als Dünger im Garten verwendet werden kann.

„Wir waschen die Wolle direkt in der Schule, die Pellets werden von der Firma Rocherbauer in Abtenau verarbeitet. In der Schule werden sie verpackt, etikettiert und im Regionalladen verkauft. Wir haben auch schon ein Angebot für eine Kooperation für die Wolle als Verpackungsmaterial bekommen. Die Firma möchte unser Verpackungsmaterial kaufen und würde Werbung für uns machen“, erzählt Laura Merth.

Das Projekt „Wollwunder“ beweist auf eindrucksvolle Art und Weise, wie sich traditionelle Materialien neu denken lassen, und dass regionale Lösungen auch meist die nachhaltigsten sind. Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist. von Torsten Altmann

China verhängt vorläufig Zölle auf EU-Milchprodukte

Deutschland muss ab morgen 28,6 % Zoll auf Milchprodukte zahlen. Für die belgische und die niederländische Niederlassung von FrieslandCampina gelten 42,7 %.

China erhebt ab Dienstag (23.12.) vorläufig Importzölle auf bestimmte Milchprodukte aus der EU. Das teilte das Handelsministerium in Peking am Montag mit. Die Zollsätze liegen zwischen 21,9 und 42,7 %.

Die Zölle seien laut der Tagesschau die Folge einer Prüfung, welche über ein Jahr andauerte. Vorläufige Beweise zeigten, dass es Subventionen für importierte Milchprodukte aus der EU gebe, teilte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking mit. Chinas inländische Industrien hätten dadurch erhebliche Schäden und Subventionen erlitten, heißt es aus Peking. 

Die neuen Importzölle werden als Reaktion auf europäische Strafzölle auf chinesische E-Autos gewertet.  

Unterschiedliche Zollsätze  

Den ‍niedrigsten Zollsatz von 21,9 % muss die italienische Firma Sterilgarda Alimenti SpA zahlen, meldete die Tagesschau. Mehrere französische Unternehmen müssen 29,7 % und rund 50 weitere Firmen aus Deutschland, Italien oder Frankreich 28,6 % drauflegen. Der belgische und der niederländische Teil von FrieslandCampina müssen den Höchstsatz von 42,7 % zahlen.  

China zweitgrößter Abnehmer für Magermilchpulver 

Chinesischen Zolldaten zufolge ist die EU nach Neuseeland der zweitgrößte Lieferant von Milchprodukten für China. Insbesondere bei Magermilchpulver war China der zweitgrößte Abnehmer. Bei Butter und Vollmilchpulver lag das Land jeweils an vierter Stelle.  von Ida Hülsbusch

So Teuer war die Agritechnica

Vom unscheinbaren kleinen Reihenstand bis zum Mega-Messeauftritt war auf der Agritechnica 2025 wieder alles dabei. Was das wohl kostet?

Das Jahr 2025 geht zu Ende und wir schwelgen in Erinnerungen. Die Agritechnica hat auch in diesem Jahr wieder viele Landtechnik-Fans begeistert. An einigen Tagen war kaum ein Durchkommen in den Messehallen. 

Landmaschinenhersteller aus der ganzen Welt präsentierten sich in Hannover mit größeren und kleineren Auftritten. Was so ein Messestand auf der Weltleitmesse für Landtechnik wohl kostet? 

Diese Agritechnica-Auftritte waren besonders beeindruckend

Beeindruckend sind vor allem die Stände der Big Player: New Holland erstrahlte wortwörtlich in blauem Gewand. Millionen von LEDs tauchten Halle 3 in das charakteristische Markenblau. Dafür hat das Unternehmen tief in die Tasche gegriffen.

Am anderen Ende der Messe – in Halle 13 – duellierten sich Claas und John Deere, wer den faszinierenderen Stand hat. Flächenmäßig geht das Rennen an die US-Amerikaner. Doch was zahlt man für einen Agritechnica-Stand dieser Dimensionen?

Messestand auf der Agritechnica: Das günstigste Angebot

Wir haben einen Blick auf die Preisliste der DLG geworfen. Am günstigsten lässt es sich auf der Forstfreifläche ausstellen. Der Quadratmeter Standfläche schlägt dort mit 108 Euro zu Buche – Regen, Schnee und Wind inklusive. 

Will man lieber im Trockenen sitzen, muss man sich mindestens für einen 12 m² großen Reihenstand entscheiden. Inklusive Nebenkostenvorauszahlung, Anmeldegebühren und Medienpaket ist man der DLG für die gesamte Messewoche 3.882 Euro zzgl. MwSt. schuldig. Das klingt erstmal machbar. Dazu kommen jedoch die Kosten für Standbau, Personal und Logistik.

Ausstellen auf der Mega-Messe: So teuer kann es werden

Interessant wird es, wenn die Standgrößen steigen. John Deere hat in diesem Jahr ca. 10.000 m², also einen Hektar der Agritechnica, in Anspruch genommen. Allein für die Standfläche waren bei 233 Euro/m² für den „Blockstand“, der zu vier Seiten geöffnet ist, also gut 2,6 Mio. Euro fällig (inkl. Nebenkostenvorauszahlung, Mediapaket und mehr). 

Ob dieser rechnerische Standardpreis lat Kalkulator jedoch dem tatsächlich von den Herstellern an die DLG gezahlten Betrag entspricht, ist fraglich. Branchenkenner gehen davon aus, dass insbesondere große Aussteller individuelle Konditionen vereinbaren oder Preise verhandeln, die vom offiziellen Quadratmeterpreis abweichen können.

Der Messebau sowie Kosten für Personal und Co. kommen obendrauf

Zum Standardpreis kam der Standbau für den spektakulären Messeauftritt hinzu. Was der gekostet hat, können wir nur schätzen. Bekannt ist, dass Unternehmen für einen komplexen Messestand bis zu 2.000 Euro/m² ausgeben. 

Wir addieren die Summen und kommen auf einen Gesamtpreis von 22,6 Mio. Euro für den gesamten John-Deere-Messeauftritt zuzüglich Personal, Transport und Logistik und Marketing. Pro Messetag wären das 3,2 Mio. Euro und pro Messeminute stolze 41.921 Euro.  

Die Kosten schrecken die Hersteller aber offenbar nicht ab. Bereits im Juni hatte die DLG verkündet, dass die Megamesse (wieder) komplett ausgebucht ist. von Evelyn Fiedler

Fleischersatz- Hersteller Beyond Meat in der Krise

Der US-amerikanische Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat steht gerade massiv unter Druck. Die Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld LLP hat am Montag eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen die Wertpapiergesetze angekündigt. Im Fokus stehen die Bewertungen langfristiger Vermögenswerte und die Frage, ob Beyond Meat diese künstlich hochgehalten hat, bevor das Unternehmen sie abrupt abschrieb, berichten Ad Hoc News und boerse-global.de.

Die Aktie von Beyond Meat sackte daraufhin am Montag um rund 6,6 % auf etwa 1,14 Dollar ab.

Darum rückte die Firma den Bericht so ungern raus

Der Verdacht bezieht sich auf die verspätet veröffentlichten Q3-Zahlen vom 10. November 2025, die eine außerordentliche Wertberichtigung von 77,4 Mio. Dollar enthielten. Die Untersuchung kommt nur zwei Wochen nachdem ein Bundesgericht in Massachusetts Beyond Meat zur Zahlung von 38,9 Mio.  Dollar an Vegadelphia Foods verurteilte, berichten die Onlineportale. Das Gericht sah eine vorsätzliche Markenverletzung als erwiesen an – eine Summe, die fast 60 % der für Q4 prognostizierten Umsätze entspricht.

Umsatzeinbruch größer als erwartet

Der Bericht für das dritte Quartal 2025 verrät auch, dass der Umsatz nur bei 70,2 Mio. Dollar lag und damit die Erwartungen klar verfehlt hat. Der Nettoverlust weitete sich auf 110,7 Mio. Dollar aus, maßgeblich durch die erwähnte Wertberichtigung belastet.

Zusätzlich setzte die Versechsfachung der Zahl der autorisierten Stammaktien von 500 Mio. auf 3 Mrd. den Kurs unter Druck. Die bereits im Oktober durchgeführte Umschuldung führte zur Ausgabe von rund 317,8 Mio. neuer Aktien, heißt es.

Für das vierte Quartal rechnet Beyond Meat mit Umsätzen zwischen 60 und 65 Mio. Dollar. Das bedeutet einen weiteren Rückgang gegenüber Q3 und zeigt, dass sich die Nachfragesituation nicht verbessert

Leserstimme

„Der anfängliche Hype lag wohl an den vielen neugierigen Testkäufern. Wie sich längst ziemlich unmissverständlich zeigt, genügt das offenbar bescheidene Geschmackserlebnis nicht, dass Kunden dauerhaft immer wieder (zu den Preisen!) kaufen und ihr Umfeld animieren, es ebenfalls zu testen. Natürlich enttäuschen dann die Zahlen und mancher Investor mit Dollarzeichen in den Augen hat ne Menge Geld in den Sand gesetzt. Leider tut die Politik beharrlich noch immer so, als läge in den Fleischalternativen die Zukunft.“ (Andreas Gerner) von Alfons Deter

Auch in Deutschland ohne Image Arbeit bei Fleisch geht es schwer

Seit acht Monaten arbeitet die „Initiative Fleisch“ am Image der Fleischbranche. Geschäftsführerin Dr. Kirsten Otto erklärt, wie 100 Mio. Kundenkontakte erreicht wurden – und was 2026 kommt.

Frau Dr. Otto, Sie sind seit acht Monaten mit der Initiative Fleisch „on air“. Was konnten Sie seitdem bewegen?

Dr. Kirsten Otto: Wir haben in kurzer Zeit unsere Marke ,, Iss was dir schmeckt! aufgebaut, die 20% der Bevölkerung sofort wiedererkennen. Die Kampagne trifft den Nerv vieler Menschen. Und wir kommen unserem Ziel näher: Essen soll wieder verbinden, statt zu spalten. Wahlfreiheit und Freude am Genuss sollen im Mittelpunkt stehen. Auch intern haben wir etwas geschafft, was lange nicht möglich schien: Die Branche aus Landwirtschaft und Fleischwirtschaft kommuniziert geschlossen.

Was können wir 2026 von der Initiative Fleisch erwarten?

Otto: Wir werden noch stärker zeigen, dass Fleisch heute für bewussten Genuss, Verantwortung und Vielfalt steht. Im ersten Quartal starten wir ein YouTube-Format, in dem unterschiedliche Menschen ihre Erfahrungen mit Fleisch diskutieren. Es kommt ein neuer TV-Spot und wir gehen in den Social-Media-Austausch. Alles ist
auf Dialog gepolt – wir hören zu, wir lernen und wir antworten.

Wie müssen wir uns den Dialog vorstellen und was kommt bei Ihnen an?

Otto: Vor allem nach den TV-Spots kommen viele Anfragen – darunter sind auch sehr kritische und unsachliche. Die Menschen laden ihren Frust über die Branche ab. Aber auch diese Anfragen beantworten wir und vertreten unsere Botschaft: Wahlfreiheit, Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Ernährungsweisen. 2026 bauen wir diesen Austausch weiter aus – mit Themen wie Gesundheit und Ernährung. Grundsätzlich gehen wir mit jedem in den Dialog, der auf Augenhöhe diskutieren will.

In den Gremien sitzen überwiegend Personen aus der „Fleisch-Blase“. Wer berät Sie, um vielleicht ganz neue Ansätze zu entwickeln?

Otto: Genau aus diesem Grund haben wir zwei externe Agenturen, die den Blick von außen haben und uns zeigen, wie wir unsere Bubble verlassen können. Diese Agenturen haben Erfahrung mit Lebensmitteln, aber nicht speziell mit Fleisch. Das ist aber kein Makel – im Gegenteil. Manchmal braucht es den unvoreingenommenen Blick, um wirklich neue Wege zu gehen.

Welches Budget haben Sie zur Verfügung, um das Image von Fleisch bei den Verbrauchern weiter zu bessern?

Otto: Im aktuellen Jahr standen uns 12 Mio.€ zur Verfügung, von denen der größte Teil in die TV-Präsenz fließt. Wir haben bewusst  Formate wie „Das perfekte Dinner“, oder „Let’s Dance“ gewählt. Dort erreichen wir die reflektierten Genießer, wie wir sie nennen, die verantwortungsvoll genießen möchten und wissen wollen, wo ihr Fleisch herkommt.

Entweder wir gehen gemeinsam oder gar nicht.

Otto: Gerade weil die Lage so herausfordernd ist, halten alle zusammen. Ich glaube, die Branche hat verstanden: Entweder wir gehen gemeinsam oder gar nicht. Mehr als die Hälfte des Schlachtvolumens stehen hinter uns.

Sie wollen die Branche wieder positiver ins Licht zu rücken. Wie ist denn das aktuelle Image?

Otto: Das Vertrauen war durch Diskussionen zu Tierwohl, Klima und Ernährung stark unter Druck. Aber die Branche hat sich weiterentwickelt und vieles verbessert. Umfrageergebnisse, die wir durch ein Institut eingeholt haben, zeigen einen Vertrauenszuwachs von Menschen gegenüber der Fleischbranche.

Die Zahl der Vegetarier ist seit Jahren stabil bei rund 10 %. Was steigt, ist der Anteil der Flexitarier (37 %). Wie wollen Sie diese erreichen?

Otto: Das ist genau unsere Kernzielgruppe. „Iss, was dir schmeckt“ setzt genau da an: Wir bauen keinen Druck auf, wir belehren nicht. Wir zeigen echte Essmomente, in denen Fleisch dazugehört – ohne den moralischen Zeigefinger. von Andreas Beckhove

Alpenkaviar

Die sibirischen Störe und Sterlet, aus denen Helmut Schlader den Alpenkaviar gewinnt, schwimmen im kristallklaren Quellwasser aus den Bergen. „Das Wasser, die sorgfältige Verarbeitung und milde Salzung verleihen dem Alpenkaviar den einzigartigen, nussigen Geschmack,“ erklärt der Experte, der mit diesen Produkten beweist: Echter Kaviar muss nicht aus Russland kommen. Er ist, dank Helmut Schlader, eine heimische Delikatesse und eines unserer edelsten und wertvollsten Genussmittel. “Unser Unternehmen liegt am Rande des Nationalparks Kalkalpen im Steyrtal in Oberösterreich. Hier herrschen ideale Bedingungen für die Aufzucht und Produktion von exklusivem Alpenkaviar.” Wie kommt man aber zum Stör? „Schon als Bub war fischen meine Leidenschaft. Bei einem beruflichen Aufenthalt in Rumänien bin ich dann wieder dem Stör begegnet und damit auch dem Problem der Bedrohung dieser Fischart. Neben der Energiewirtschaft, der Lebensraum der Störe wird durch die Flussregulierung zerstört, ist das Schwarzfischen wegen der Kaviargewinnung im rumänischen und bulgarischen Teil der Donau eine Bedrohung für die Tiere.“ Durch die Zucht bleibt der Wildkaviar unangetastet. „Das ist mein Beitrag zum Artenschutz”, so Schlader.

Die Aufzucht der Fingerlinge, so nennt man die fingerlangen Winzlinge, erfolgt zuerst unter stetiger Beobachtung in kleinen Becken, aber schon nach ein paar Monaten kommen Sie in größere naturnahe Teiche, wo sie ideale Bedingungen zum Heranwachsen vorfinden. @Alpenkaviar

Der Sterlet ist die einzige bis heute in Österreich heimische Störart. ©Alpenkaviar

Durch die runde Form der Becken und die hohe Durchflussmenge an Wasser sind die Störe immer leicht in Bewegung und bauen dadurch Fett ab und Muskeln auf.

Durch und durch österreichisch

Die Becken liegen nah an der Steyr, sie werden aus wasserrechtlichen Gründen aber von der Hausquelle des Schlader’schen Hofes gespeist und nicht etwa, wie sonst oft, als Kreislaufanlage geführt, wo dasselbe Wasser wieder und wieder durch die Becken gepumpt wird. In den Teichen tummeln sich einerseits Sibirische Störe,

Albinostör – eine Laune der Natur. ©Alpenkaviar

eineinhalb Meter lang, und Sterlete, die mit ihren 60 Zentimetern geradezu zierlich wirken. Sterlet ist übrigens die einzige bis heute in Österreich heimische Störart. Für den weißen Kaviar kauft Schlader gezüchtete Albino Störe zu. Der Albino Stör ist eine Laune der Natur und jährlich werden nur wenige hundert Kilos des exquisiten Störes gehandelt. Die weltweite Produktion des Almas Kaviar wird auf wenige Kilos geschätzt. Alpenkaviar schätzt sich glücklich jährlich 2-3 Kilos dieses besonderen Kaviars zu produzieren. Der Kaviar hat einen champagnercremigen dottrigen Geschmack und sollte, auch wir sind dieser Meinung, zu mindestens einmal im Leben genossen werden.

Kaviar Baeri

Kaviar ALMAS

Kaviar ALMAS

Der Ursprung des Wortes Kaviar ist nicht gesichert; es könnte vom persischen Wort „Khag- viar“ – eine  Bezeichnung für „schwarzes kleines Fischei“ – herleiten. Andere Quellen sprechen vom Chav – Jar, dem „Kuchen der Freude“. Der Alpenkaviar wird unter strikten hygienischen Bedingungen und bei niedrigen Temperaturen hergestellt. In zahlreichen Arbeitsschritten werden die Störeier vom Bindegewebe getrennt und gewaschen. Der gewonnene Kaviar wird mit Salz vermischt und unter Vakuumbedingungen manuell verpackt. „Bei einer Lagerung von +/- 2 Grad ist der frische Alpenkaviar mindestens 2 Monate haltbar. Nach dem Öffnen der Dose sollte der Kaviar innerhalb von 6 Tagen verzehrt werden,“ rät der Experte.

Außer dem hohen Genusswert hat Kaviar noch andere wertvolle Eigenschaften


Die Nutztierhaltung sorgt für 15,6 Mrd. € Wertschöpfung

Die Nutztierhaltung erzeugt 15,6 Mrd. € Wirtschaftskraft und sichert 182.500 Jobs in Österreich. Das zeigt eine IWI-Studie. Sie zeigt auch: Hohe Kosten drücken, deshalb werden faire Preise gefordert.

Die Nutztierhaltung stellt eine tragende Säule der österreichischen Volkswirtschaft dar. Sie erzielt eine Gesamtwirtschaftskraft von 15,6 Mrd. € sowie 182.500 gesicherte Arbeitsplätze. Dies zeigt eine vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) im Auftrag der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ) erstellte Studie, die am Mittwoch auf einer Pressekonferenz präsentiert wurde.

Die Studie gliedert die Wirtschaftskraft präzise: 7,2 Mrd. € direkter Produktionswert innerhalb der Nutztierbetriebe, ergänzt durch 4,2 Mrd. € indirekte Effekte in Zulieferbranchen wie Futtermittel, Bauwesen (Stallbau), Tierarztleistungen, Versicherungen und Energie, erklärte IWI-GF Herwig Schneider. Induzierte Effekte durch Konsum und Investitionen der Beschäftigten würden weitere Impulse bringen, was zu einer gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung von 6,7 Mrd. € führe – vergleichbar mit Arbeitnehmerentgelten, Gewinnen und Zinsen. Die Multiplikatoreffekte sind laut Schneider enorm: „Jeder Euro in der Tierhaltung generiert mehr als einen weiteren in der übrigen Wirtschaft, jeder Job schafft über 6% der gesamten Beschäftigung“, so der Experte.

Rund 182.500 Arbeitsplätze – davon ein signifikanter Teil in ländlichen Regionen – werden durch die Nutztierhaltung gesichert, beginnend bei 82.000 tierhaltenden bäuerlichen Familienbetrieben (93% aller Landwirtschaftsbetriebe). Jeder zweite Job in der Landwirtschaft hänge direkt mit Tierhaltung zusammen, sagte Schneider. Impulse würden in Verarbeitung, Transport, Handel, Futtermittel- und Getränkeindustrie sowie chemische und Textilbranche gehen. Alle Bundesländer profitieren, besonders Flächenländer wie Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark, aber auch Tirol; Rinderwirtschaft dominiert, gefolgt von Schweinen, Geflügel, Schafen/Ziegen und Pferden, führte der Fachmann weiter aus.

aut Schneider drücken vor allem die Kostensteigerungen in der Landwirtschaft: Seit 2020 erhöhten sich die Umsätze zwar im Schnitt um 18%, jedoch stiegen die Kosten um 37% – also doppelt so schnell, besonders bei futterintensiven Arten wie Rindern, Schweinen und Geflügel. Hohe Anteile entfallen auf Futtermittel, Stallungen und Energie. Die Studie warnt vor Wettbewerbsverlust durch Importe und fordert Planungssicherheit.​

Totschnig nannte die Nutztierhaltung einen „zentralen Pfeiler des ländlichen Raums“ und starken Motor für Branchen wie Futtermittel, Verarbeitung, Tourismus, Energie und Technologie, mit 182.000 gesicherten Jobs. Er lobte die 93% bäuerlichen Familienbetriebe (82.000 tierhaltend), den EU-Spitzen-Bio-Anteil (27% Fläche) und über 80% Agrarumweltprogramm-Teilnahme als Vorbild für nachhaltige Produktion.​

Gleichzeitigt warnte der Minister vor steigenden Kosten, Wettbewerbsdruck durch Freihandelsabkommen (z. B. Mercosur), Klimawandel, Tierseuchen und niedrige Einkommen. Er forderte Planungssicherheit im EU-Budget 2028 bis 2034, weniger Bürokratie in der GAP, Digitalisierung, Klimawandelanpassung (Versicherungen, Forschung), Investitionen und eine erweiterte Herkunftskennzeichnung.

NTÖ-Obmann Markus Lukas, selbst Geflügelbauer aus der Südsteiermark, betonte, dass die Nutztierhaltung die Österreicher „dreimal täglich“ beim Frühstück, Mittagessen und Abendessen versorgt – eine oft unsichtbare Leistung für Versorgungssicherheit, Regionen und Wirtschaftsstandort.​ Er zeigte sich beeindruckt von den 15,6 Mrd.€ , forderte aber faire Rahmenbedingungen angesichts der Kostenexplosion: „Hohe Standards brauchen faire Entlohnung“, sagte Lukas. Weiters mahnte er eine stabile GAP, faire Wettbewerbsbedingungen für Importe, Transparenz in der Wertschöpfungskette (klare Herkunftskennzeichnung) und Verbraucher-Verantwortung ein: „Wer hohe Standards will, muss sie beim Einkauf mittragen.“ von Torsten Altmann

Entwaldungsverordnung EUDR : EU-Parlament segnet Verschiebung ab

Damit Landwirte die EU-Entwaldungsverordnung wirklich erst 2027 anwenden müssen, müssen die EU-Länder der Verschiebung schnellstens zustimmen. Das gilt zum Glück als Formsache.

Das Europaparlament hat der Verschiebung der Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) um ein Jahr zugestimmt. Kürzlich hatten sich das Europaparlament, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten bereits auf politischer Ebene darauf geeinigt.

Das Votum der Abgeordneten in Straßburg ist dessen formaler Vollzug. In Kürze wird auch der Rat der EU-Mitgliedstaaten sein Plazet geben.

Die Zeit läuft

Im Anschluss muss der vereinbarte Text noch vor Ende des laufenden Jahres im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, damit die Änderungen in Kraft treten können. Andernfalls würden die bisherigen Fristen gelten.

Zur Erinnerung: Die aktuell gültige Version der EUDR muss derzeit noch ab dem 30. Dezember angewendet werden.

Kommt der Aufschub noch rechtzeitig, müssen große Unternehmen und Händler die Verordnung ab dem 30. Dezember 2026 anwenden; kleine Unternehmen – dazu werden Privatpersonen sowie Kleinst-und Kleinunternehmen gezählt – erst ab dem 30. Juni 2027. Durch die zusätzliche Frist soll ein reibungsloser Übergang sichergestellt werden.

Die EU-Entwaldungsverordnung

Ursprünglich wurde die EUDR Mitte 2023 von den Co-Gesetzgebern verabschiedet. Das Ziel der Verordnung: den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt zu bekämpfen. Die mit dem EU-Konsum von Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Kautschuk und Rinderprodukten verbundene Entwaldung soll reduziert werden.

Insbesondere sollen die IT-Systeme der EU-Kommission bei der elektronischen Abgabe der Sorgfaltspflichterklärungen durch Unternehmen, Händler und ihre Vertreter verlässlich genutzt werden können.

Das Europaparlament hatte in den Verhandlungen mit Kommission und Rat darauf gedrängt, dass die zuständigen Behörden dazu verpflichtet werden, sich über schwerwiegende technische Fehler oder Störungen im Informationssystem auszutauschen.

Darüber hinaus soll es auch eine Reihe von inhaltlichen Vereinfachungen geben; beispielsweise bei den Sorgfaltspflichten. Hier haben die beiden Gesetzgeber vereinbart, dass die Verantwortung für diese Erklärungen bei den Unternehmen liegt, die ein relevantes Produkt als Erste auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht haben. Dem nachgelagerten Bereich werden keine Pflichten auferlegt. von Konstatin Kockerols AgE

GAP- Fast durch

Das Vereinfachungspaket zur aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist so gut wie beschlossen. Die Landwirte können zeitnah auf Erleichterungen hoffen. Das Europaparlament hat der jüngst getroffenen politischen Übereinkunft mit dem Rat und der EU-Kommission am Dienstag (16.12.) zugestimmt; somit fehlt nur noch die formelle Zustimmung der Mitgliedstaaten. Die neuen Regelungen treten einen Tag nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft; dies soll in Kürze erfolgen. Dann können die vereinfachten Regeln bereits 2026 vollumfänglich angewendet werden.

Konkret wird es für Ökolandwirte eine „Green-by-Definition-Regelung“ geben. Das bedeutet, dass Flächen eines landwirtschaftlichen Ökobetriebes in den Augen der EU automatisch als weitgehend in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ) gelten. Eingeschlossen sind auch Umstellungsflächen. Allerdings können EU-Staaten diese Vereinfachung optional begrenzen. Ökologisch wirtschaftende Betriebe müssten dann zumindest für einen Teil der GLÖZ-Regeln weiterhin Nachweise erbringen.

Vereinfachung beim Dauergrünland

Darüber hinaus sind Vereinfachungen bei GLÖZ 1 – also dem Schutz von Dauergrünland – geplant. Flächen, die am 1. Januar 2026 als Ackerland gelten, sollen diesen Status behalten können, selbst wenn sie nicht gepflügt, gegrubbt oder neu eingesät werden. Bisher war es erforderlich, Ackerland alle fünf Jahre umzubrechen, damit es diesen Status behält.

Kleinlandwirte sollen zukünftig mehr Geld von der EU erhalten können. Parlament und Rat einigten sich zudem darauf, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe mit bis zu 3.000 Euro jährlicher finanzieller Unterstützung gefördert werden können. Die EU-Kommission hat ursprünglich 2.500 Euro vorgeschlagen. Zusätzlich ist eine einmalige Investitionshilfe von bis zu 75.000 Euro vorgesehen, statt der zunächst vorgeschlagenen 50.000 Euro. Darüber hinaus sollen Landwirte zukünftig maximal einer offiziellen Vor-Ort-Kontrolle pro Jahr unterzogen werden. AgE (17.12.2025)

China setzt Zölle zurück

China hat nach einer mehrmonatigen Untersuchung endgültige Anti-Dumping-Zölle auf Schweinefleisch und Schweinenebenprodukte aus der EU festgelegt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Abgaben liegen je nach Unternehmen zwischen 4,9 und 19,8 % und treten am 17. Dezember in Kraft, wie das Pekinger Handelsministerium mitteilte.

Die chinesische Seite begründet die Maßnahme damit, dass EU-Schweinefleisch zu Dumpingpreisen ins Land gelangt sei. Dies habe der heimischen Schweinefleischbranche massiven Schaden zugefügt.

Deutliche Absenkung

Im September hatte China noch vprläufige Anti.Dumping-Zölle zwischen 15,6 und 62,4 % eingeführt. Die jetzt verkündeten endgültigen Zollsätze liegen somit niedriger als zunächst angesetzt. Hauptsächlich getroffen werden Lieferungen aus Spanien, den Niederlanden und Dänemark. Das Verfahren war im Juni 2024 gestartet worden.

Die EU-Schweinefleisch-Exporte nach China hatten im vergangenen Jahr ein Volumen von über 2 Mrd. € erreicht. Trotz der Reduzierung bleiben die neuen Zölle eine Belastung für europäische Exporteure, fallen aber moderater aus als ursprünglich befürchtet.

Wahrer Grund: E-Autos?

Experten ordnen das Anti-Dumping-Verfahren in den größeren Handelskonflikt zwischen China und der EU ein. Die EU hatte zuvor Strafzölle auf chinesische Elektroautos erlassen und diese mit wettbewerbsverzerrenden Staatssubventionen gerechtfertigt. China weist diese Darstellung zurück und wirft Brüssel Protektionismus vor.

Parallel dazu hat Peking bereits Zölle auf europäischen Weinbrand durchgesetzt. Eine weitere Anti-Subventionsuntersuchung gegen EU-Milchprodukte läuft noch bis Februar 2026. von Andreas Beckhove

Österreichs Landwirte erzielen heuer ein kräftiges Plus ?

Nach durchwachsenen Jahren hat sich das Einkommen der Landwirte zumindest in diesem Jahr wieder erholt. Das sind die Gründe.

Nach zwei durchwachsenen Jahren können sich Österreichs Bauern wieder über eine Einkommensplus freuen. Den ersten Schätzungen der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung zufolge erhöhte sich das landwirtschaftliche Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit im Vorjahresvergleich real, also inflationsbereinigt, um 21,2 %. Im Vorjahr war es lediglich um 1,8 % gestiegen, nachdem es 2023 deutlich um 21,5 % eingebrochen war.

Der deutliche Einkommenszuwachs hat mehrere Gründe. Produktionswert und Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft wuchsen 2025 kräftig. Dank zufriedenstellender Ernten im Pflanzenbau und gestiegener Erlöse in der tierischen Erzeugung nahm der Produktionswert der Landwirtschaft nach Rückgängen in den beiden Vorjahren um zehn Prozent auf 11 Mrd. € im Vergleich zu 2024 zu. Das lag zum einen an den besseren Erzeugerpreisen in der tierischen Erzeugung, aber auch am höheren Produktionsvolumen im Pflanzenbau. So stieg das Volumen bei Getreide und Ölsaaten um etwa16 bzw. 15 %, bei Zuckerrüben sank die Produktion aufgrund er miserablen Preise in 2024 dagegen mengenmäßig um über 43 %. Auch bei Kartoffeln sanken die Umsätze. Trotz einer höheren Erzeugung (+13,6%) drückten niedrigen Preise (-20,3% ) das Umsatzvolumen um 9,5 %. Insgesamt betrug der Produktionswert im Pflanzenbau rund 4,6 Mrd. € (+11,3 %)

In der tierischen Erzeugung machten die guten Rinder- und Milchpreise die niedrigeren Erlöse im Schweinesektor wieder wett. Die Schweineproduktion wuchs zwar leicht, dagegen hielt der Rückgang der Rindfleischerzeugung auch 2025 mit einem Minus von 3,3 % an. In der Milchproduktion dagegen sorgten vor allem die um gut elf Prozent höheren Preise für den Umsatzzuwachs um 13 % auf über 2,2 Mrd. €. Doch die Milchpreise sinken inzwischen schon. 

Die Umsätze bei Rindern (1,2 Mrd. €), Milch und Schweinen (0,9 Mrd. €) prägen in der Tierhaltung den Gesamtumsatz von 5,2 Mrd. € (+9,9%).

Auf der Kostenseite erhöhten sich laut Statistik Austria auch die Aufwendungen für Vorleistungen um +3,7 % auf 5,9 Mrd. €. Auch die Abschreibungen für das Anlagevermögen weiter zu. Sie kletterten um 1,6 % auf knapp 2,8 Mrd. €. Die als „sonstige Subventionen“ klassifizierten öffentlichen Gelder sanken hingegen leicht auf 1,6 Mrd. € (−0,7 %).

UBV misstraut Berechnungen

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) ist verwundert über die Berechnungen der Statistiker. So klagten Ackerbauern über „schlechte Preise beim Getreide und beim Mais“. Sie zahlten je Hektar ihren Aussagen nach 200 bis 300 Euro ordentlich dazu!, so  so UBV-Präsident Karl Keplinger.  Die Schweinemäster verdienen nach deren Aussagen nichts.  Der Milchpreis ist seit Jahresmitte um rund fünf bis sechs Cent/l gefallen. Keplinger fragt sich, „wer rechnet da wo und wie falsch?“

Beim Milchpreis nimmt der UBV-Präsident die Entwicklung vorweg. Bis Oktober stieg er nach AMA-Daten noch leicht an. Für November haben Molkereien aber Rückgänge von bis zu 3 Cent angekündigt, für Dezember rechnet die AMA mit weiteren  Preisrücknahmen.  

Kritik an Ramschpreisen für Butter

Die aktuellen Dumpingpreise bei Milchprodukten im Lebensmittelhandel beklagt Josef Moosbrugger, Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer (LKÖ).  „Ein 250-g-Packerl österreichische Butter hat derzeit in manchen Handelsketten fast genau den gleichen Preis wie eine halbe Stunde Parken unter freiem Himmel in Wien, nämlich 1,29 Euro“, so der Kammerpräsident. 

Diese Schleuderpreise sind bringen Österreichs Milchviehbetriebe, die ohnehin unter angespannten Märkten bei steigenden Kosten litten, massiv unter Druck. „Verantwortungsgefühl für Tierwohl, bäuerliche Familienbetriebe und Versorgungssicherheit schaut anders aus“, wettert Moosbrugger. von Josef Koch

In Deutschland Landwirte gegen Lidl: Neue Proteste gegen Preispolitik im Supermarkt

Demnach beteiligen sich Landwirte aus ganz Baden-Württemberg sich an der Kundgebung vor der Lidl-Zentrale. Die Veranstalter von Land schafft Verbindung BW rechnen insgesamt mit bis zu 200 Traktoren. Aufgrund der Sternfahrt hatte die Polizei bereits vor Verkehrsbehinderungen gewarnt. Geplant war es, sich zunächst an vier Sammelpunkten rund um Bad Wimpfen zu treffen und anschließend gemeinsam zur Zentrale des Discounters zu fahren. 

Dort will der Verein eine Kundgebung und Mahnwache abhalten. Laut des ersten Vorsitzenden Christian Coenen sei die Demonstration bis Dienstagabend angemeldet. Demnach ist es möglich, dass die Landwirte mehr als 24 Stunden Lidl blockieren. Der Unmut der Landwirte richtet sich gegen die aktuelle Preispolitik des Discounters. Vor allem die niedrigen Milch- und Butterpreise regen die Landwirte auf.

Die Bauern sind wieder auf der Straße. Dieses Mal demonstrieren sie gegen das Verramschen ihrer Hände Arbeit, konkret geht es um niedrige Butter- und Milchpreise. Schon vergangene Woche gab es erste Aktionen. Heute (15.12.) kommt es in Bad Wimpfen im Landkreis Heilbronn zu Verkehrsbeeinträchtigungen im Umfeld der Lidl-Zentrale. Der Verein „Land schafft Verbindung BW“ hatte zu der Demonstration aufgerufen. Nach Angaben der Polizei ist unter anderem ein Konvoi von rund 30 Traktoren aus Richtung Bad Rappenau-Bonfeld unterwegs nach Bad Wimpfen gewesen. Weitere etwa 35 Traktoren hätten sich über die B293 aus Richtung Eppingen dem Ziel genähert.

Unmut der Landwirte über Lidl

Demnach beteiligen sich Landwirte aus ganz Baden-Württemberg sich an der Kundgebung vor der Lidl-Zentrale. Die Veranstalter von Land schafft Verbindung BW rechnen insgesamt mit bis zu 200 Traktoren. Aufgrund der Sternfahrt hatte die Polizei bereits vor Verkehrsbehinderungen gewarnt. Geplant war es, sich zunächst an vier Sammelpunkten rund um Bad Wimpfen zu treffen und anschließend gemeinsam zur Zentrale des Discounters zu fahren. 

Dort will der Verein eine Kundgebung und Mahnwache abhalten. Laut des ersten Vorsitzenden Christian Coenen sei die Demonstration bis Dienstagabend angemeldet. Demnach ist es möglich, dass die Landwirte mehr als 24 Stunden Lidl blockieren. Der Unmut der Landwirte richtet sich gegen die aktuelle Preispolitik des Discounters. Vor allem die niedrigen Milch- und Butterpreise regen die Landwirte auf.

Bauern protestieren: Wie die Großdemo in Brüssel ablaufen soll

Der EU-Bauernverband Copa-Cogeca hat eine Demo mit tausenden Landwirten in Brüssel angekündigt. Es geht gegen die GAP-Pläne, Mercosur und Bürokratie.

m kommenden Donnerstag (18.12.) wollen tausende Landwirte in Brüssel demonstrieren. Ab 11 Uhr morgens ziehen sie durch die belgische Hauptstadt zum Europaparlament.

Die Dachorganisation der europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca hat die Proteste initiiert und tritt als offizielle Organisatorin auf. Gemeinsam mit dem wallonischen Landwirtschaftsverband (FWA) hat Copa-Cogeca die Demo bei den Brüsseler Behörden angemeldet.

„Seit 2024 warnen Landwirtinnen und Landwirte die EU immer wieder vor Reformen der GAP und des Haushalts, vor übermäßigen Vorschriften […] und inakzeptablen Handelsabkommen wie das mit dem Mercosur“, so Copa-Cogeca in einer Mitteilung. Diese Erwartungen seien bis zum Ende von 2025 unerfüllt geblieben, heißt es weiter.

Den Termin haben die europäischen Bauernverbände nicht ohne Hintergedanken gewählt:

  • Noch am selben Tag soll EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nach Brasilien aufbrechen. Dort will sie das EU-Mercosur-Freihandelsabkommem unter Dach und Fach bringen.
  • Und während der geplanten Demo tagen die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten Mitten im Brüsseler EU-Viertel – genau dort, wo die Bauern demonstrieren wollen: von Konstatin Kockerlos

Regionaler Einkauf: Strasser wirft Grünen „künstliche Aufregung“ vor

Bei der Debatte im Nationalrat um den regionalen Lebensmitteleinkauf öffentlicher Kantinen ging es sehr hitzig zu.

Die Reform der Vorgaben für den Lebensmitteleinkauf der öffentlichen Hand sorgt am späten Mittwochabend (10.12.) für eine recht muntere Debatte im Nationalrat. Grüne und FPÖ warfen den Regierungsfraktionen Versagen und Irreführung vor. Nach Auffassung der grünen Agrarsprecherin Olga Voglauer verwässern ÖVP, SPÖ und Neos den Aktionsplan nachhaltige Schaffung (naBe) massiv,oder doch nicht?

AMA-Gütesiegel nicht mehr drauf ?

Ein aktueller Regionalitätscheck des Vereins Wirtschaften am Land zeigt deutliche Unterschiede beim Anteil heimischer Produkte im Frischfleischsortiment auf. Getestet wurde verpacktes Frischfleisch vom Rind, Geflügel und Schwein. Darunter fallen beispielsweise Produkte wie Geschnetzeltes, Filet, Steak oder Schnitzelfleisch. Von insgesamt 264 untersuchten Frischfleischprodukten bei Hofer, Lidl, Billa und Spar trugen im Durchschnitt 58 % das AMA-Gütesiegel. Besonders ins Auge sticht die Entwicklung bei Billa, wo der Anteil im letzten Jahr gesunken ist und bei 34 % liegt.

Mag. Robert Pichler, Obmann von Wirtschaften am Land, sagt: „Wir haben die Herkunft im Blick. Das AMA-Gütesiegel steht für nachvollziehbare Herkunft, hohe Qualitätsstandards und eine Lebensmittelproduktion, die auf heimische Bäuerinnen und Bauern setzt. Jeder Schritt weg von einem klaren Bekenntnis zu österreichischem Frischfleisch bedeutet weniger Qualität, schwächt die regionale Wertschöpfung und setzt bäuerliche Betriebe und Arbeitsplätze unter Druck.“

Entwicklung bei den Handelsketten: Ursprung Österreich im Fokus

Im Rahmen der Erhebung wurde bei verpacktem Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch beobachtet, welchen Anteil Produkte mit dem AMA-Gütesiegel im Frischfleischbereich einnehmen. Während der Anteil an AMA-Gütesiegel-Produkten bei den anderen untersuchten Handelsketten stabil blieb, ist er bei Billa deutlich zurückgegangen.

Hintergrund ist, dass REWE bei der Eigenmarke „Clever“ das AMA-Gütesiegel bei Geflügelprodukten entfernt hat. Es bleibt zwar die deklarierte Herkunft Österreich bestehen, dennoch wertet Wirtschaften am Land diese Entwicklung als besorgniserregend. Pichler betont: „Das AMA-Gütesiegel ist ein klares Signal an die Konsumentinnen und Konsumenten, dass sie kontrollierte Qualität aus Österreich in den Einkaufswagen legen. Wenn dieses Signal verschwindet, wird die Herkunft der Produkte beliebig austauschbar.“

Verlässliche Partnerschaft für heimische Betriebe

Wirtschaften am Land und die Nachhaltige Tierhaltung Österreich appellieren daher an den Lebensmitteleinzelhandel, die Herkunft Österreich zu sichern und aktiv zu stärken. Österreichische Landwirtschaftsbetriebe sind auf verlässliche Partnerschaften angewiesen. Ein Rückgang regionaler Qualität wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Markus Lukas, Obmann der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich, ergänzt: „Das AMA-Gütesiegel gilt als zentrales Orientierungsmerkmal für Konsumentinnen und Konsumenten, wenn es um den Einkauf hochwertiger österreichischer Lebensmittel geht. Umfragen bestätigen nicht nur den höchsten Bekanntheitsgrad, das AMA-Gütesiegelprogramm ist letztlich auch die anspruchsvolle Arbeitsgrundlage für die tägliche Arbeit österreichischer Bäuerinnen und Bauern, die ihren Produkten mit ihrem Fleiß und Bemühen einen besonderen Mehrwert verleihen wollen. Fehlt das AMA-Label auf den Produkten, zeigt das nicht nur fehlende Wertschätzung für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern, es wird vielmehr klar, wie einfach austauschbar heimische Produkte am Markt werden. Wir appellieren an unsere Partner im Handel, konsequent auf das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel zu setzen.“

Pichler abschließend: „Bei Lebensmitteln zählt nicht nur der Preis. Werden österreichische Produkte still und leise durch ausländische ersetzt, geht das zu Lasten der Bäuerinnen und Bauern und der verarbeitenden Betriebe in Österreich, aber auch zu Lasten der Konsumenten. von Torsten Altmann

Auch Frankreich gegen Mercosur

In Frankreich hat die Nationalversammlung dem Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten eine eindeutige Absage erteilt. Mit nur einer Gegenstimme aus den Reihen der Sozialisten hat das Unterhaus die Regierung aufgefordert, sich der Ratifizierung der umstrittenen Vereinbarung entgegenzustellen. Dazu soll Paris im Rat eine Sperrminorität organisieren. Außerdem soll sich die Regierung darum bemühen, das Abkommen vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu bringen.

Wie aus der Entschließung hervorgeht, sind auch aus Sicht der französischen Abgeordneten mehrere Aspekte fraglich. Wie im Europaparlament ist man sich in der Nationalversammlung nicht sicher, ob die EU-Kommission entscheiden durfte, dass die künftige Partnerschaft in Form von zwei getrennten Verträgen zur Ratifizierung vorgelegt wird. Auf den Prüfstand müssen laut den Abgeordneten zudem der vorgesehene Ausgleichsmechanismus und die Vereinbarkeit mit dem Vorsorgeprinzip.

Rechtlich bindend ist die Entschließung nicht. Der zusätzliche Druck auf die Regierung dürfte sich in Grenzen halten. Immer wieder betonen Kabinettsmitglieder, dass das Abkommen in seiner derzeitigen Form nicht zustimmungsfähig sei. Zuletzt erklärte Europaminister Benjamin Haddad mit Blick auf die Entschließung, dass die vorgesehenen Schutzklauseln ein notwendiger und nützlicher Fortschritt seien, allerdings noch nicht ausreichten. Paris pocht auf die Durchsetzung der europäischen Standards über Spiegelklauseln für Importe und hält auch verstärkte Kontrollen für unverzichtbar. In Bezug auf die Angleichung von Produktionsstandards bei Einfuhren hat es jüngst etwas Bewegung in Brüssel gegeben.

An einer Sperrminorität für die Abstimmung im Rat arbeitet Landwirtschaftsministerin Annie Genevard bereits seit Längerem. Für Unruhe sorgen indes immer wieder Äußerungen von Staatspräsident Emmanuel Macron, die insbesondere in den Reihen der Landwirtschaft Zweifel an den tatsächlichen Absichten der Staatsführung säen. In den vergangenen Wochen hatte es landesweit immer wieder kleinere Proteste gegen das Abkommen gegeben. AgE

Schweinemarkt sehr verhalten

Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten ist ein Preisbeben infolge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien bislang weitgehend ausgeblieben. Zwar rutschte die Notierung in Spanien kräftig ab. Und auch in Dänemark sank der Preis. In den übrigen Ländern blieb aber weitgehend alles beim Alten. Das liegt auch daran, dass die Folgen des Seuchenausbruchs bislang noch nicht absehbar sind. Außerdem sorgt das Weihnachtsgeschäft für Stabilität. Die Vorbereitungen der Fleischwirtschaft auf die bevorstehenden Festtage sind nun EU-weit voll im Gange.

Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (3.12.) bei unverändert 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Der Markt sei bei umfangreichen Schlachtungen überwiegend ausgeglichen, so die VEZG. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von einem deutschlandweit weiter großen Angebot an Schlachtschweinen. Die Mengen „scheinen kaum kleiner zu werden“, obwohl die Schlachtunternehmen ihre Kapazitäten voll auslasteten. Allenfalls die leicht sinkenden Schlachtgewichte deuteten auf eine langsame Normalisierung hin. Je nach Region würden die Märkte als ausgeglichen oder auch überversorgt beschrieben.

Im Einzelhandel steigt laut AMI derzeit die Häufigkeit von Werbeaktionen im Bereich Schweinefleisch. Insgesamt falle die Nachfrage eher größer aus. Dabei würden sowohl Konsumqualitäten als auch Verarbeitungsfleisch umfangreich geordert.

Auch der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) hielt seine Notierung zuletzt konstant, und zwar bei 1,54 Euro/kg SG. Das große Schlachtschweineangebot fließe meist reibungslos ab, weil es gut zum gegenwärtig hohen Bedarf der Fleischwirtschaft passe. Deren Schlachtaktivität lege in diesen Tagen kräftig zu. Für die aktuelle Woche sei zu erwarten, dass die 100.000-Stück-Marke erreicht werde. Der ASP-Ausbruch in Spanien habe in Österreich zwar für Verunsicherung gesorgt. Überwiegende Meinung sei aber, dass negative Konsequenzen für die heimische Fleischwirtschaft erst im neuen Jahr spürbar werden könnten.

DC wittert Absatzchancen

Bei der belgischen Danis-Gruppe blieb der Preis für die aktuelle Woche bei 1,050 Euro/kg Lebendgewicht (LG) stehen. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown (DC), das in der laufenden Woche ebenfalls so viel für Schlachtschweine zahlt wie in der Vorwoche, nahm den Preis für die Kalenderwoche 50 um umgerechnet 7 Cent auf 1,36 Euro/kg SG zurück. In seinem Marktkommentar konzentrierte sich DC ausschließlich auf die ASP-Fälle bei Barcelona. Durch diese und die daraus folgenden Exportbeschränkungen für Spanien habe sich die Dynamik auf dem europäischen Markt für Schweinefleisch „schlagartig verändert“.

„Es handelt sich um sehr große Mengen an Waren, die die spanischen Schlachthöfe nun stattdessen in Europa absetzen müssen“, erklärte DC-Vertriebsleiter Per Fischer Larsen. Das sorge für enorme Unsicherheit. Zugleich gehe es für DC jetzt darum, die attraktiven Nischen im Markt zu finden, die bisher von den Spaniern besetzt gewesen seien. Das Unternehmen erwartet einen Anstieg der Nachfrage aus Japan, sieht aber auch Absatzmöglichkeiten auf anderen Märkten. Es werde jedoch „einige Wochen dauern, bis wir die Aufträge unter Dach und Fach haben und einen Überblick darüber haben, in welchem Umfang wir attraktive Aufträge außerhalb Europas akquirieren können“.

Preisrutsch in Spanien

Am Marché du Porc Français ging die Notierung am Donnerstag geringfügig um 0,4 Cent auf nun 1,490 Euro/kg SG nach unten. Auch in Frankreich schaut man mit Sorge auf die Marktauswirkungen des ASP-Geschehens in Spanien. Die Lage sei ernst. Hoffnung machten aber die Regionalisierungsabkommen der Spanier mit wichtigen Abnehmerländern. Wenn der Ausbruch auf die Region Barcelona beschränkt bleibe, könnten die Folgen für den spanischen und damit auch für den europäischen Markt gemildert werden.

In Spanien brachte der ASP-Ausbruch die bereits seit längerem schwächelnden Preise in den Absturz. An der Agrarbörse von Segovia nördlich von Madrid kosten Schlachtschweine jetzt noch 1,14 Euro/kg LG, nach 1,30 Euro/kg LG eine Woche zuvor. In Italien setzte sich die Talfahrt der Schlachtschweinepreise fort. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag bei 1,600 Euro/kg LG festgelegt, nach 1,640 Euro/kg LG in der Vorwoche. Auch die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel um 4 Cent, auf nun 1,740 Euro/kg LG.

EU-Durchschnittspreis sinkt weiter

Auf europäischer Ebene ging der Durchschnittspreis weiter nach unten. In der Woche zum 30. November wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 166,18 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 1,8% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 13,5% verfehlt.

Der mit 6,1% größte Preisabschlag wurde aus Slowenien gemeldet, gefolgt von Lettland, Ungarn, Polen und Tschechien mit jeweils zwischen 5,7 und 5,4%. In Belgien ging der Preis um 3,7% nach unten, in Österreich um 2,5% und in Dänemark um 1,1%. Nennenswerte Preisaufschläge gab es keine. AgE

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Internationale Schweinepreise KW 50
USA: Die Erzeugerpreise in Iowa sind auf 1,35 €/kg zurückgefallen. Gleichzeitig ist der Dollarkurs mit 1,16 $ = 1 € wieder schwächer geworden. Die saisonal bedingt hohen Schlachtzahlen bleiben auf einem hohen Niveau. Die Teilstückpreise setzen überwiegend ihre Abwärtsentwicklung fort. Das aktuell hohe Lebendangebot ist selbst für das Vorweihnachtsgeschäft zu groß. Die Börsenkurse für den neuen Frontmonat Februar 2026 haben sich auf 1,56 €/kg weiter gefestigt. Im ersten Halbjahr 2026 wird bei rückläufigen Schlachtmengen wieder mit festeren bis anziehenden Preisen gerechnet.

Brasilien: Die Durchschnittspreise der fünf Notierungsregionen haben mit 1,77 €/kg etwas nachgegeben. Der Wechselkurs ist schwächer geworden. Der Inlandsmarkt bleibt weitgehend ausgeglichen. Überdurchschnittlich hohe Rindfleischpreise begünstigen die Nachfrage nach Schweinefleisch. Das Exportgeschäft läuft vorerst weiterhin flott. Durch die kommenden Feiertage werden Einschränkungen erwartet. Für den zukünftigen Absatz besteht Unsicherheit aufgrund der Schäden durch die Wirbelstürme in den südostasiatischen Importgebieten.

Russland: Die Durchschnittsnotierungen sind nach der zurückliegenden Hochpreisphase auf 1,73 €/kg weiter zurückgefallen. Der Wechselkurs hat sich bei 89,66 Rubel für 1 € stabilisiert. Die Inlandsnachfrage bleibt weitgehend unverändert. Wetterbedingte Transporteinschränkungen reduzieren die aktuellen Exportaktivitäten.

China: Die Preise für Schweinefleisch sind mit 2,00 €/kg wieder etwas schwächer geworden. Die saisonal bedingt günstige Nachfrage des Vor-Neujahrsgeschäfts stützt jedoch das Preisniveau. Bis zum Verbrauchshöhepunkt in der Neujahrsfestwoche ab dem 17. Februar 2026 ist jedoch noch viel Zeit. Danach fällt die Nachfrage üblicherweise deutlich zurück. Die Hoffnungen ruhen auf künftig reduzierten Tierbeständen.

Leider Geflügelschlachthof Buckl bleibt geschlossen

Seit April steht die Geflügelschlachterei Buckl still. Nun ist klar: Die Türen bleiben endgültig zu. Der Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft nennt hohe Hürden bei Neuzulassung, Investitionen und Gebäudezustand als Hauptgründe – und verspricht neue Lösungen für kleine Betriebe.

Buckl-Schlachthof bleibt dauerhaft geschlossen

Die Geflügelschlachterei Buckl in Wassertrüdingen wird nicht wieder öffnen. Das bestätigte Robert Schmack, Vorsitzender des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft (LVBWG), bei der Jahreshauptversammlung in Weichering. Seit April steht der Betrieb still, und trotz intensiver Bemühungen des Verbands ist das Ende nun besiegelt.

Verband prüfte viele Optionen – ohne Erfolg

Nachdem die Betreiberfamilie Buckl eine Wiedereröffnung ausgeschlossen hatte, suchte der Verband aktiv nach einer Lösung. Gespräche, Sondierungen und ein detaillierter Businessplan sollten Wege aufzeigen, wie sich der Schlachthof fortführen ließe.

Doch die Hürden waren zu hoch. Schmack erklärte: „Nach Abwägung aller Kriterien kamen wir zu dem Schluss, dass das Projekt in einem realistischen Zeitrahmen nicht umzusetzen ist.“

Hohe Auflagen und unberechenbare Kosten

Mehrere Faktoren verhinderten eine Wiederinbetriebnahme:

  • Strenge Auflagen für eine Neuzulassung
  • Hohe Anforderungen an das Eigenkapital
  • Ein Investitionsbedarf, der kaum kalkulierbar war
  • Der bauliche Verfall der stillgelegten Anlage
  • Neue Ausweichmöglichkeiten für Schlachttiere, die inzwischen genutzt werden

Diese Kombination machte eine wirtschaftlich tragfähige Lösung unmöglich.

Verband will Alternativen schaffen

Trotz des endgültigen Aus bemüht sich der Verband weiter um regionale Schlachtstrukturen. Schmack betonte: „Wir bedanken uns für die breite Unterstützung aus Branche, Behörden und Ministerien. Wir werden alles dafür tun, um speziell für kleinere Betriebe neue Schlachtmöglichkeiten zu etablieren.“

Damit bleibt die Suche nach dezentralen, praxistauglichen Lösungen für die bayerische Geflügelwirtschaft ein zentrales Zukunftsthema.

Österreich könnte zum „Zünglein an der Waage“ werden bei Mercosur

Beim EU-Gipfel am 20. Dezember könnte die Union Mercosur final beschließen – vorausgesetzt, es findet sich die nötige qualifizierte Mehrheit. Österreich könnte zum „Zünglein an der Waage“ werden.

Das seit rund 25 Jahren verhandelte EU-Mercosur-Abkommen steuert auf eine entscheidende Phase zu. Beim EU-Gipfel am 20. Dezember könnte die Union das Freihandelsabkommen mit Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay final beschließen – vorausgesetzt, es findet sich die nötige qualifizierte Mehrheit unter den Staats- und Regierungschefs. Österreich kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu, da das Land in der Abstimmung zum „Zünglein an der Waage“ werden könnte, berichtet der Kurier in seiner Freitagausgabe.

Mit rund 700 Mio. Einwohnern wäre die Zone eine der weltweit größten Freihandelszonen. Die EU erhofft sich laut Kurier nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche neue Wachstumsimpulse, verlässlichere Handelspartner und geringere Abhängigkeiten gegenüber China, das längst wichtigster Handelspartner des südamerikanischen Staatenbundes ist. Das Abkommen soll Zölle abbauen und den Austausch von Maschinen, Pharma- und Industriegütern aus der EU sowie Rohstoffen, Agrar- und Pflanzenprodukten aus Südamerika erleichtern. Die EU-Kommission schätzt, dass die jährlichen EU-Exporte nach Südamerika um bis zu 49 Mrd. Euro steigen und bis zu 440.000 Arbeitsplätze gesichert werden könnten.

Gegner des Abkommens – darunter Bauernvertreter, Umweltschützer, die Grünen und die FPÖ – warnen laut dem Bericht vor negativen Folgen für den Klimaschutz und die europäische Landwirtschaft. Immer wieder wird auf die Gefahr verstärkter Regenwaldrodungen verwiesen oder vor günstigem Rindfleisch aus Südamerika gewarnt.

Dem widerspricht WIFO-Agrarökonom Franz Sinabell, und spricht von „Mythen“ aufseiten der Mercosur-Gegner. Bereits jetzt würden jährlich 200.000 Tonnen Rindfleisch in die EU importiert. Durch Mercosur kämen lediglich 99.000 Tonnen zollfrei hinzu – rund ein Prozent des EU-Verbrauchs. Zudem seien die Pariser Klimaziele inzwischen rechtsverbindlich im Abkommen verankert.

Politisch bleibt die Lage dennoch angespannt. Frankreich fordert seit Jahren strengere Umweltauflagen. Polen sowie mehrere weitere Staaten gelten laut Kurier ebenfalls als unsicher. Österreich steht dabei besonders im Fokus: Aufgrund eines alten Parlamentsbeschlusses wäre Bundeskanzler Christian Stocker derzeit eigentlich verpflichtet, ein Nein zu Mercosur abzugeben. Hinter den Kulissen wird jedoch laut Bericht über verschiedene Optionen spekuliert – etwa eine kurzfristige Parlamentsabstimmung, um ein Ja zu ermöglichen, oder der Versuch, die Entscheidung so zu gestalten, dass das Abkommen auch ohne österreichische Zustimmung mehrheitsfähig wird.

Österreichische Wirtschaftsvertreter warnen derweil vor den Folgen eines Scheiterns. Fiskalratspräsident Christoph Badelt und WIFO-Chef Gabriel Felbermayr sehen im Abkommen eine wichtige Chance für Wachstum, internationale Glaubwürdigkeit und den Erhalt europäischer Handelsmacht. Ein Scheitern würde Europa weiter in Richtung globale Bedeutungslosigkeit drängen, so der Tenor. von Torsten Altmann

Haktung von Schweinen mit intakten Schwänzen: Was kann die Fütterung beitragen

Dr.Jochen Krieg – ISN

Header Interview Dr. J Krieg

In einer mehrteiligen Web-Seminarreihe für ISN-Mitglieder im November wurden einige mögliche Ursachen für Schwanzbeißen vorgestellt, um die Zusammenhänge besser verstehen und praktische Ansatzpunkte für den Einstieg in den Kupierverzicht finden zu können. Im ersten Teil hat Dr. Jochen Krieg von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beleuchtet, wie die Fütterung zur Haltung von Schweinen mit intakten Schwänzen beitragen kann. Wir haben ihn im Nachgang gebeten, einige zentrale Fragen dazu zu beantworten.

Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um auf das Kupieren der Schwänze verzichten zu können?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren von Haltung bis Genetik, welche die Haltung unkupierter Tiere beeinflussen können. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der Fütterung. Bei der Fütterung ist sicherzustellen, dass die Tiere bedarfsdeckend mit Nährstoffen versorgt werden. Verschiedene Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass ein Mangel in der Aminosäurenversorgung das Auftreten von Caudophagie/Schwanzbeißen fördern kann und dieser Mangel auch durch Beschäftigungsmaterial nicht wieder auszugleichen ist. Das verdeutlicht, wie wichtig die Fütterung als Grundlage einer erfolgreichen Ferkel- und Mastschweinehaltung ist.

Welche typischen Fehler oder Herausforderungen sehen Sie derzeit noch in der Praxis, wenn es um den Kupierverzicht geht?

Die wohl größte Herausforderung ist meiner Meinung nach, dass nicht immer nachvollzogen werden kann, warum es zu Vorfällen mit Schwanzbeißen kommt. Eine regelmäßige Risikoanalyse in der u.a. die Durchflussraten an den Tränken, die Inhaltsstoffe im Futter sowie die Ausdosierung des Futters überprüft werden, kann helfen, frühzeitig mögliche Störfaktoren zu finden. Ebenso wichtig ist eine regelmäßige Tierbeobachtung, um frühzeitig bei ersten Anzeichen von Schwanzbeißen reagieren zu können.

Welche Stellschrauben können Landwirte in Bezug auf die Fütterung besonders wirkungsvoll nutzen, um Schwanzbeißen vorzubeugen?

Wie bereits erwähnt, sollte auf eine ausreichende Aminosäureausstattung geachtet werden. Das betrifft natürlich insbesondere Rationen, bei denen der Rohproteingehalt weit abgesenkt ist. Auch weitere Punkte wie eine bedarfsdeckende Mineralstoffversorgung, Futter- und Wasserhygiene sind wichtig, sollten aber ohnehin beachtet werden. Die Versorgung mit faserhaltigen Futtermitteln kann zudem helfen, Schwanzbeißen vorzubeugen. Die Wirkung der Faser auf die Darmgesundheit und das Mikrobiom geht weit über den bis vor einigen Jahren eher als nachteilig bewerteten Verdünnungseffekt hinaus. Dafür ist jedoch eine Faserbewertung erforderlich, die über die Rohfaser als hinaus geht.

Welchen Einfluss haben die Futterzusammensetzung und das Fütterungsmanagement auf das Risiko von Schwanzbeißen?

Bei den bereits erwähnten Aminosäuren spielt auch die Verdaulichkeit eine Rolle – nicht jedes Futtermittel liefert dem Tier den gleichen Anteil der enthaltenen Aminosäuren. Das bedeutet, dass je genauer man am Bedarf der Tiere füttert, die Berücksichtigung der Futtermittelverdaulichkeit eine immer wichtigere Rolle spielt. Zudem scheint es einen Zusammenhang von Futtervorlage und Schwanzbeißen zu geben: werden oft (zu) kleine Portionen ausgegeben, kann dies Schwanzbeißen begünstigen. Bei Flüssigfütterungen ist, wie auch für eine optimale Leistung, auf möglichst homogenes Futter, einen entsprechend hohen Trockenmassegehalt für eine nachhaltige Sättigung und eine gute Hygiene zu achten. Abhängig vom Fütterungssystem sollten auch die Fressplätze nicht zu knapp bemessen und ausreichend dimensioniert sein, um Stresssituationen, insbesondere für rangniedere Tiere, weitestgehend zu vermeiden. Für oft diskutierte Zusammenhänge zwischen einzelnen Futtermitteln wie z.B. Molke und dem Auftreten von Schwanzbeißen gibt es keine eindeutigen Nachweise.

Welche Maßnahmen würden Sie fütterungsseitig bei einer Havarie empfehlen? Gibt es bestimmte Nährstoffe oder Fütterungsstrategien, die sich in der Praxis im Notfall bewährt haben?

Ein allgemeingültiges Rezept gibt es leider nicht. Neuere Untersuchungen zeigen, dass selbst die oft erwähnten Magnesiumgaben nicht immer helfen. Wenn der Verdacht auf eine Mykotoxinbelastung besteht, kann der Einsatz von Mykotoxinbindern durchaus hilfreich sein. Auch wenn sich der direkte Zusammenhang zum Schwanzbeißen hier nicht immer zeigt, werden die negativen Folgen der Mykotoxine eingedämmt. Die Gabe von Beschäftigungsfutter hilft oft, das Beißgeschehen einzudämmen.

Wenn Sie den Landwirten abschließend eine zentrale Empfehlung für den Kupierverzicht mitgeben könnten – welche wäre das?

Auch wenn es eigentlich nichts Neues ist: Eine Versorgung mit ausreichend Futter-, Wasser und Nährstoffen durch hygienisch einwandfreies Futter und Wasser ist das A und O. Das schließt neben einer möglichst exakten Bewertung der eingesetzten Komponenten auch die Analyse der Ration/des Fließfutters und das Erfassen von Tiergewichten ein. Nur so kann ich beurteilen, ob ich meine Fütterungsziele erreiche.

Spanien: Weitere ASP-Fälle bestätigt-Spanische Notierung gibt nach

Update 05.12.2025:

In Spanien steigt die Zahl der mit ASP-infizierten Wildschweine weiter. Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährung gestern mitteilte hat das Zentrale Veterinärlabor in Algete (Madrid) bei vier weiteren Wildschweinen, die in der Nähe der zuvor gemeldeten Fälle in der Gemeinde Cerdanyola del Vallés (Barcelona) gefunden wurden, eine Infektion mit dem Virus der ASP festgestellt. Damit sind aktuell 13 bestätigte Fälle vorhanden.

In Spanien wurden sieben weitere ASP-Fälle im Schwarzwildbestand bestätigt. Alle Fälle wurden innerhalb der eingerichteten Sperrzone in der Gemeinde Cerdanyola del Vallès aufgefunden. Infolge des ASP-Ausbruchs haben mehrere Länder die Einfuhr von Schweinefleisch aus Spanien gestoppt. Die spanische Notierung für Schlachtschweine wurde daraufhin nachträglich korrigiert und deutlich abgesenkt.

Nachdem in der vergangenen Woche zwei mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine in der spanischen Gemeinde Cerdanyola del Vallès gefunden wurden, hat das zentrale Veterinärlabor von Algete (Madrid) bei sieben weiteren Wildschweinen das Virus nachgewiesen. Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährung mitteilte, wurden alle Tiere tot in der Nähe der vorherigen Fundorte aufgefunden. Damit steigt die Anzahl der bestätigten Fälle auf neun.

Sperrzone eingerichtet – Militär unterstützt

In Zusammenarbeit mit den amtlichen Veterinärdiensten Kataloniens wurde eine infizierte Zone mit einem Radius von 20 km um die ersten beiden Fundorte eingerichtet, die in eine Kernzone bzw. Hochrisikozone von 6 km und eine Pufferzone von 14 km unterteilt ist. In diesem Gebiet wurde die Jagd verboten und Such- und Fangmaßnahmen durch speziell geschultes und mit dem Gebiet vertrautes Personal intensiviert. Darüber hinaus unterstützen die örtliche Polizei und eine militärische Notfalleinheit die Bekämpfungsmaßnahmen.

Spanische Notierung stürzt ab

Die spanische Notierung für Schlachtschweine wurde infolge des ASP-Ausbruchs nachträglich korrigiert und deutlich um 15 ct/kg SG abgesenkt. Laut Medienberichten soll derzeit ein Drittel der spanischen Exportzertifikate blockiert sein. So hätten Mexiko und Taiwan die Einfuhr von Schweinefleisch aus Spanien gestoppt. China stoppte demnach Schweinefleischimporte ausschließlich aus der Provinz Barcelona und Großbritannien setzt die Einfuhr von Schweinefleisch aus Katalonien temporär aus. Die weiteren Marktauswirkungen bleiben abzuwarten.

So wie immer wir Bauern zahlen die Aktionen Milchpreise im Sturzflug – wie jetzt gegengesteuert werden könnte

Während die Bierpreise im Dezember um gut 3 % steigen, geht’s bei der Milch genau andersherum. Um bis zu 3 % rasseln die Erzeugerpreise bei einigen Molkereien im Dezember hinunter. Schon im November gab es Preisanpassungen nach unten. Als Grund dafür wird u. a. die in den letzten Monaten rasant gestiegene Milchmenge in Europa genannt. Parallel dazu überbieten sich die Handelsketten mit Billigangeboten von Butter & Co.

Selbst versierte Fachleute schienen im Spätsommer nicht zu erahnen, was auf uns zukommen würde. So erklärte Berglandmilchchef Josef Braunshofer noch im September gegenüber top agrar, dass er bis zum Jahresende von stabilen Verhältnissen ausgehe. Weit gefehlt.

Der Abwärtssog hält wohl noch an und die Nettopreise für gentechnikfreie Milch dürften womöglich wieder unter die wichtige 50 Cent-Marke fallen. Dabei macht ein Blick auf die Vollkosten in Österreichs Betrieben nur allzu deutlich, wie wichtig die zuletzt erzielten Erzeugerpreise sind. Laut Betriebswirtschaftlern liegen die Produktionskosten für gentechnikfrei erzeugte Milch zwischen etwa 50 bis über 60 ct/kg.

Diese Vollkosten sind kein „Wunschlohn“, sondern die betriebswirtschaftliche Untergrenze zum Überleben. Sonst sind Investitionen und das Bedienen von Schulden kaum möglich. Liegt der Auszahlungspreis deutlich darunter, wird Verschleiß betrieben: Maschinen werden zu lange gefahren, Investitionen verschoben, Arbeitsstunden unbezahlt aus der Familie „gezogen“.

Dementsprechend sind etliche Milchbetriebe verschuldet. Gerade diese überleben eine erneut lang anhaltende Tiefpreisphase nicht. Kein Wunder, dass die Zahl der Milchbetriebe in Österreich dramatisch sinkt. Waren es zum EU-Beitritt noch über 80.000 Milchbäuerinnen und -bauern, sank deren Zahl bis heute auf nur noch wenig über 20.000.

Unter Bauern wird angesichts der bedrohlichen Situation der Ruf nach einem Branchenverband der Milchbauern laut – u. a. mit klaren Vorgaben an die Molkereien, kostendeckende Preise in den Mittelpunkt zu stellen, und der Bereitschaft, ruinösen Preiswettbewerb nicht mehr mitzumachen. In diesem Zusammenhang stellen sich viele Bauern die Frage: Warum verkaufen sechs, sieben Molkereien in Österreich die gleichen Produkte, machen die gleiche Werbung und alles für so einen kleinen Markt. Wäre es nicht sinnvoller, die Milch zu bündeln hin zu einheitlichen rot-weiß-roten Produkten?

Gleichzeitig sollte unfairen Handelspraktiken wie Lockangeboten mit Billigmilch ein Riegel vorgeschoben werden. Solange der Handel nahezu ungebremst nach unten drücken kann, sind alle Appelle an „Partnerschaft“ hohl. Und nicht zu vergessen: Importe, die nicht denselben Produktionsbedingungen wie bei uns entsprechen, sollten ausgebremst werden. Dafür brauchen wir eine allumfassende, lückenlose Herkunftskennzeichnung. Dies wäre ein wichtiger Schlüssel.

Fest steht: Ein sinkender Milchpreis ist kein Naturereignis, das wir ohnmächtig hinnehmen müssen. Er ist das Ergebnis eines Systems, das Marktmacht nach oben konzentriert und Kosten nach unten durchreicht. Gegensteuern heißt: sich organisieren, politisch Druck machen und die eigene Rolle in der Kette neu definieren. Wenn wir das nicht tun, dann sinkt nicht nur der Milchpreis. Dann sinkt schlicht die Zahl der Höfe, bis für viele erst zu spät sichtbar wird, was sie verloren haben. von Torsten Altmann