Statt Lagerung im Kühlschrank: So bleibt Brot am längsten frisch
Der Kühlschrank gilt als Allzweckwaffe gegen das Altwerden von Lebensmitteln – für Brot ist er jedoch der falsche Ort. Ein Aufschluss darüber, warum Kälte dem Laib schadet, welche Lagerung wirklich sinnvoll ist und woran man gute Qualität erkennt
Nichts schmeckt besser als die erste Scheibe eines frischen Brotes: noch leicht warm, die Kruste knackig, die Krume saftig. Nach dem Verzehr stellt sich jedoch immer wieder die gleiche Frage: Wohin mit dem Rest? Ein Impuls für eine längere Haltbarkeit mag der Kühlschrank sein. Für viele Lebensmittel stimmt die Annahme, aber für Brot ist allerdings genau das ein Irrtum.
Wer Brot richtig lagern möchte, setzt nicht auf Kälte, sondern auf das passende Material. Als ideal gelten unglasierte Steingut- oder Tontöpfe. Sie nehmen überschüssige Feuchtigkeit aus dem Brot auf und geben sie nach und nach wieder ab. So bleibt der Laib über mehrere Tage saftig, ohne zu schimmeln oder auszutrocknen.
Auch ein Leinenbeutel kann funktionieren. Zwar verliert das Brot darin etwas schneller Feuchtigkeit, doch die Kruste bleibt erhalten – und genau sie ist entscheidend für Frische und Geschmack.
Wie wichtig die Kruste ist, wird oft unterschätzt. Viele Verbraucher greifen im Supermarkt zu möglichst weichem Brot. Es erweckt den Anschein, besonders frisch zu sein und noch nicht allzu lange im Kasten zu liegen. Dabei ist eine kräftig ausgebackene Kruste ein Qualitätsmerkmal. Sie wirkt wie eine natürliche Isolationsschicht und schützt das Innere des Brotes vor dem Austrocknen.
Ein weiteres Indiz für Qualität sind feine Eiweißbläschen am Rand der Kruste. Sie zeigen, dass der Teig ausreichend Zeit zum Reifen hatte. Je länger diese Reifezeit, desto besser kann Wasser im Brot gebunden werden – und desto länger bleibt die Krume saftig.
So bequem es auch ist: Geschnittenes Brot altert schneller. Jede Schnittfläche ist eine offene Stelle, an der Feuchtigkeit entweichen kann. In Papier- oder Plastiktüten wird die Kruste zudem rasch weich, das Brot verliert Struktur und Charakter. Wer länger Freude an seinem Brot haben möchte, kauft es am Stück und schneidet nur so viel ab, wie gerade benötigt wird. von falstaff















