Wien Die Biogasbranche schmiedet neue
Allianzen. Ziel: Der Gesetzgeber muss klare Zukunftsperspektiven für die
Biogasbranche schaffen. Daher mobilisiert der Kompost & Biogas
Verband Österreich (KBVÖ) eine wachsende Allianz aus unterschiedlichen
Branchen für einen raschen Ausbau von erneuerbaren Gasen in Österreich.
Dazu hat er die Unterschriftenkampagne Zukunft-Biogas.at
gestartet. Die zentrale Forderung: ein Erneuerbares-Gase-Gesetz (EGG),
das Investitionen ermöglicht, Planungssicherheit schafft und heimisches
Biomethan als speicherbare, netzkompatible Energiequelle in den Markt
bringt.
„Die Branche steht bereit. Die Technologie ist da“, so
KBVÖ-Obmann Johannes Hauptmann. Unterstützung bekommt er unter anderem
vom Verband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) sowie vom Unternehmen
Austrian Gas Grid Management AG (AGGM), das für die Gasnetze zuständig
ist.
Klimaschutz, Wertschöpfung und Arbeitsplätze
Mit schlagkräftigen Argumenten will Hauptmann die Politik zum
Einlenken bringen. So reiche das Potenzial der Biogasanlagen in
Österreich aus, um 20 % der österreichischen Erdgasverbrauch durch
Biomethan zu ersetzen. Dafür würden vorhandene Reststoffe und Abfälle
genutzt, aber keine zusätzlichen Energiepflanzen. Die KVBÖ versichert,
dass von jedem investierten Euro 95 Cent Wertschöpfung in Österreich
verbleiben werden. Gleichzeitig würde man, so Hauptmann, mit jeder
zusätzlich erzeugten Terawattstunde (TWh) an Biomethan 1000 neue
Arbeitsplätze schaffen. Auch Landwirte profitierten neben Technik- und
Transportfirmen davon, da Biogasanlagen in der Region gebaut würden. Der
Verband führt noch ein Klimaschutz-Argument an. Eine Terawattstunde
Biomethan ersetzt rund 100 Mio. m³ fossilen Erdgas, also den
Jahresverbrauch von rund 75.000 Haushalten. Hauptmann sieht noch einen
weiteren Vorteil für Biogas bei der Krisenvorsorge. Biogasanlagen
könnten unabhängig vom Wetter rund um die Uhr Energie erzeugen, falls
andere Energien aufgrund von Anschlägen oder Naturkatastrophen ausfallen
sollten. Damit schütze die heimische Biogaserzeugung auch vor
Preisexplosionen bei globalen Energiekrisen.

