China verhängt vorläufig Zölle auf EU-Milchprodukte

Deutschland muss ab morgen 28,6 % Zoll auf Milchprodukte zahlen. Für die belgische und die niederländische Niederlassung von FrieslandCampina gelten 42,7 %.

China erhebt ab Dienstag (23.12.) vorläufig Importzölle auf bestimmte Milchprodukte aus der EU. Das teilte das Handelsministerium in Peking am Montag mit. Die Zollsätze liegen zwischen 21,9 und 42,7 %.

Die Zölle seien laut der Tagesschau die Folge einer Prüfung, welche über ein Jahr andauerte. Vorläufige Beweise zeigten, dass es Subventionen für importierte Milchprodukte aus der EU gebe, teilte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking mit. Chinas inländische Industrien hätten dadurch erhebliche Schäden und Subventionen erlitten, heißt es aus Peking. 

Die neuen Importzölle werden als Reaktion auf europäische Strafzölle auf chinesische E-Autos gewertet.  

Unterschiedliche Zollsätze  

Den ‍niedrigsten Zollsatz von 21,9 % muss die italienische Firma Sterilgarda Alimenti SpA zahlen, meldete die Tagesschau. Mehrere französische Unternehmen müssen 29,7 % und rund 50 weitere Firmen aus Deutschland, Italien oder Frankreich 28,6 % drauflegen. Der belgische und der niederländische Teil von FrieslandCampina müssen den Höchstsatz von 42,7 % zahlen.  

China zweitgrößter Abnehmer für Magermilchpulver 

Chinesischen Zolldaten zufolge ist die EU nach Neuseeland der zweitgrößte Lieferant von Milchprodukten für China. Insbesondere bei Magermilchpulver war China der zweitgrößte Abnehmer. Bei Butter und Vollmilchpulver lag das Land jeweils an vierter Stelle.  von Ida Hülsbusch