So Teuer war die Agritechnica

Vom unscheinbaren kleinen Reihenstand bis zum Mega-Messeauftritt war auf der Agritechnica 2025 wieder alles dabei. Was das wohl kostet?

Das Jahr 2025 geht zu Ende und wir schwelgen in Erinnerungen. Die Agritechnica hat auch in diesem Jahr wieder viele Landtechnik-Fans begeistert. An einigen Tagen war kaum ein Durchkommen in den Messehallen. 

Landmaschinenhersteller aus der ganzen Welt präsentierten sich in Hannover mit größeren und kleineren Auftritten. Was so ein Messestand auf der Weltleitmesse für Landtechnik wohl kostet? 

Diese Agritechnica-Auftritte waren besonders beeindruckend

Beeindruckend sind vor allem die Stände der Big Player: New Holland erstrahlte wortwörtlich in blauem Gewand. Millionen von LEDs tauchten Halle 3 in das charakteristische Markenblau. Dafür hat das Unternehmen tief in die Tasche gegriffen.

Am anderen Ende der Messe – in Halle 13 – duellierten sich Claas und John Deere, wer den faszinierenderen Stand hat. Flächenmäßig geht das Rennen an die US-Amerikaner. Doch was zahlt man für einen Agritechnica-Stand dieser Dimensionen?

Messestand auf der Agritechnica: Das günstigste Angebot

Wir haben einen Blick auf die Preisliste der DLG geworfen. Am günstigsten lässt es sich auf der Forstfreifläche ausstellen. Der Quadratmeter Standfläche schlägt dort mit 108 Euro zu Buche – Regen, Schnee und Wind inklusive. 

Will man lieber im Trockenen sitzen, muss man sich mindestens für einen 12 m² großen Reihenstand entscheiden. Inklusive Nebenkostenvorauszahlung, Anmeldegebühren und Medienpaket ist man der DLG für die gesamte Messewoche 3.882 Euro zzgl. MwSt. schuldig. Das klingt erstmal machbar. Dazu kommen jedoch die Kosten für Standbau, Personal und Logistik.

Ausstellen auf der Mega-Messe: So teuer kann es werden

Interessant wird es, wenn die Standgrößen steigen. John Deere hat in diesem Jahr ca. 10.000 m², also einen Hektar der Agritechnica, in Anspruch genommen. Allein für die Standfläche waren bei 233 Euro/m² für den „Blockstand“, der zu vier Seiten geöffnet ist, also gut 2,6 Mio. Euro fällig (inkl. Nebenkostenvorauszahlung, Mediapaket und mehr). 

Ob dieser rechnerische Standardpreis lat Kalkulator jedoch dem tatsächlich von den Herstellern an die DLG gezahlten Betrag entspricht, ist fraglich. Branchenkenner gehen davon aus, dass insbesondere große Aussteller individuelle Konditionen vereinbaren oder Preise verhandeln, die vom offiziellen Quadratmeterpreis abweichen können.

Der Messebau sowie Kosten für Personal und Co. kommen obendrauf

Zum Standardpreis kam der Standbau für den spektakulären Messeauftritt hinzu. Was der gekostet hat, können wir nur schätzen. Bekannt ist, dass Unternehmen für einen komplexen Messestand bis zu 2.000 Euro/m² ausgeben. 

Wir addieren die Summen und kommen auf einen Gesamtpreis von 22,6 Mio. Euro für den gesamten John-Deere-Messeauftritt zuzüglich Personal, Transport und Logistik und Marketing. Pro Messetag wären das 3,2 Mio. Euro und pro Messeminute stolze 41.921 Euro.  

Die Kosten schrecken die Hersteller aber offenbar nicht ab. Bereits im Juni hatte die DLG verkündet, dass die Megamesse (wieder) komplett ausgebucht ist. von Evelyn Fiedler