Wirtschaftsmann Harrer attackiert Bauernproteste-jetzt schlägst 13zehn!!

Das Mercosur‑Abkommen bringe der EU-Landwirtschaft Vorteile, während Bauernproteste wichtige Weichenstellungen blockierten. Hier die Details eines Kommentars von Hans Harrer, Senat der Wirtschaft.

In einem Gastkommentar über Mercosur im heutigen Kurier stellt Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft Österreich, unsere Bauern als Kleingruppe mit geringer wirtschaftlicher Bedeutung dar, die durch ihre Proteste der Gesamtgesellschaft und der EU‑Strategie schadet. Gleichzeitig erwarte er, dass Mercosur spätestens im März in Kraft trete.

Unter anderem erklärt er in dem Kommentar, dass das vorläufig unterzeichnete EU‑Mercosur‑Abkommen den lateinamerikanischen Markt für EU‑Agrarprodukte öffnet und durch den Wegfall von Zöllen deutliche Exportsteigerungen ermöglicht. Dies gelte insbesondere bei Milchprodukten mit prognostizierten Zuwächsen von bis zu 100 %.

Eine „Überschwemmung“ Europas mit Lebensmitteln geringerer Qualität sei ausgeschlossen, da alle Importe den strengen EU‑Standards unterliegen müssten, zusätzliche Zertifizierungen würden nur Bürokratie, Kosten und Lebensmittelpreise erhöhen. Hinweise auf eine „Vergiftung“ durch Pestizide oder gentechnisch veränderte Lebensmittel würden „jeder Grundlage entbehren“. Hingegen verweisen Bauern‑ und Umweltorganisationen in Österreich seit Jahren darauf, dass in Brasilien und anderen Mercosur‑Staaten zahlreiche Wirkstoffe zugelassen sind, die in der EU aus Gesundheits‑ oder Umweltgründen verboten wurden.

Weiters betont der Interessenvertreter von mittelständischen Unternehmen, dass die Landwirtschaft in Österreich zwar nur 1,4 % der Wertschöpfung ausmache, ihre Proteste jedoch zentrale wirtschaftspolitische Entscheidungen blockierten und damit Mittelstand und Industrie als wichtigste Säulen von Beschäftigung und Wohlstand träfen. Die damit verbundene Eskalation gefährde den sozialen Zusammenhalt und die demokratische Stabilität Europas und schade letztlich auch den Bauern selbst. Nicht genug damit ruft er der Industrie zu: „Sollte sie zu den selben Mitteln greifen? Keine Maschinen, keine Ersatzteile, kein Kunstdünger, bis die Bauern zur Räson kommen?“ von Torsten Altmann