Das Kartellamt hat entschieden: Die Tönnies-Mutter darf The Family Butchers übernehmen. Damit fällt Deutschlands zweitgrößter Wursthersteller in die Hände des größten.
Das Bundeskartellamt hat entschieden: Die zur Premium Food Group (PFG, ehem. Tönnies) gehörende Tönnies International Management GmbH darf die alleinige Kontrolle und die Mehrheit der Anteile an IFF kaufen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Wettbewerbsbehörde vom 18. September hervor. Im
August meldete die PFG beim Bundeskartellamt das Vorhaben an, 50,025 % der Anteile an und die alleinige Kontrolle über die IFF Ventures GmbH & Co. KG, Versmold, erwerben zu wollen. Der IFF gehört die Family Butchers Gruppe, die unter anderem für ihre „Bärchenwurst“ bekannt ist.
Beide Unternehmen produzieren Wurst und Schicken. Tönnies ist der größte Wursthersteller Deutschlands, The Family Butchers der zweitgrößte. Daher habe das Kartellamt das Vorhaben sehr genau geprüft und auch die starke Position von Tönnies bei der vorgelagerten Marktstufe für Schweine- und Rinderschlachtung berücksichtigt, sagt Andreas Mundet, Präsident des Bundeskartellamtes.
Das Ergebnis der Untersuchung: Auf fast allen relevanten Märkten bleiben die Marktanteile nach dem Zusammenschluss unter 40 % – und somit unter der gesetzlichen Vermutungsschwelle für eine Marktbeherrschung.
Nach dem Zusammenschluss werde ein „gerade noch hinreichender Wettbewerb“ bestehen, heißt es vom Kartellamt. Es betont die starke gemeinsame Marktposition und erhebliche Marktanteilszuwächse durch den Zusammenschluss.
Dennoch werde es für die Kunden der Wurstproduzenten, also Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, ausreichend alternative Bezugsquellen geben. Darüber hinaus hätten viele große Lebensmitteleinzelhandelsketten eigene, in ihre Konzerne integrierte Wurstproduktionen.
Zur Entscheidungsfindung habe das Kartellamt die wichtigsten Hersteller, Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sowie deren eigene Fleischwerke befragt. von Anna- Maria Buchmann