Wien Um das Unternehmertum zu stärken, ist in Zukunft notwendig, digitale Aufzeichnungen praxisnah und effizient umzusetzen und betriebliche Daten für Entscheidungen mehrfach zu nutzen. Nach gut einem Jahr hat Bundesminister Norbert Totschnig die wichtigsten Ergebnisse seines Projekts „Vision 2028+“ vorgestellt. Das Projekt umfasst sieben Handlungsfelder zur Stärkung des Bauerntums, der Regionen und für eine dialogfähige Partnerschaft der Landwirtschaft mit der Gesellschaft. Weitere Erkenntnis: Für die Weiterentwicklung der agrarischen Qualitätsproduktion ist eine Exportstrategie notwendig. Dazu ist eine Plattform zum Austausch für die gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette zu installieren. Beim Klima- und Umweltschutz ist das Forschungsthema „Ökosystemleistungen“ zu intensivieren. Es geht auch darum, die Produkte stärker in Öpul-Qualitätsprogrammen zu positionieren sowie die Bildungs- und Beratungsarbeit über Klima- und Umweltthemen zu erweitern, heißt es im Ergebnisbericht.
Intensiv waren auch die Beratungen im Handlungsfeld Wertschöpfung am Bauernhof. Ergebnisse: Das Gründen von Vermarktungsgemeinschaften ist in allen Bundesländern zu stärken. Bestehende Kooperationen und Marken, wie Urlaub am Bauernhof und AMA-Genussregion, sind auch in Zukunft zu unterstützen. Um den ländlichen Raum zu stärken, wurden im Projekt „Vision 2028+“ Initiativen für energieautarke Bauernhöfe, Nahversorgung, Infrastruktur und für die Stärkung der Rolle von Frauen im ländlichen Raum erarbeitet. Die Chancen und Nutzen der Digitalisierung sowie der Dialog mit der Gesellschaft rundeten das Zukunftsprogramm von Norbert Totschnig für die laufende Regierungsperiode mit den Handlungsfeldern sechs und sieben ab. Im Koalitionsübereinkommen ist der Aufbau eines Netzwerkes für digitale Landwirtschaft vorgesehen, ebenso die Erhöhung der Forschungsquote auf 4 % bis 2030. Der Verband der Agrarjournalisten hat sich in der Projektarbeit bereit erklärt, publizistisch Initiativen und Veranstaltungen zu unterstützen. Für die Umsetzung der Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern sind neben dem Agrarressort auch die Landwirtschaftskammern, Landesregierungen, die Agrarmarkt Austria und weitere Organisationen und Verbände gefordert. von Prof. Gerhard Poschacher