Autor: Hannes Kulterer

Fortschritt oder Rückschritt GAP?

Dass der EU-Kommission mit ihrem Vorschlag für die GAP nach 2027 ein großer Wurf gelungen ist, wird überwiegend bezweifelt. Vielmehr klingt vieles von dem, was im Kommissionspapier zu lesen ist, nach „zurück in die Zukunft“: Zum Beispiel, dass produktionsgebundene gekoppelte Prämien verpflichtend anzubieten sind. Oder dass die Öko-Regelungen wieder eingestampft und mit den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) zu den neuen „Agrarumwelt- und Klimaaktionen“ (AUKA) zusammengelegt werden sollen, die zwingend kofinanziert werden müssen. Man könnte fortfahren: Konditionalität wird in Farm Stewardship umbenannt, und die Ausgestaltung der GLÖZ-Standards – fortan „Protective Practices“ – wird komplett ins Ermessen der Mitgliedstaaten gestellt. Die Verpflichtungen zum Erhalt von Dauergrünland (GLÖZ 1) entfallen, und die Definition von umweltsensiblem Grünland wird abgeschwächt. Die Einhaltung des landwirtschaftlichen Ordnungsrechts sowie der Protective Practices soll aus Mitteln der neuen AUKA finanziert werden können, wenn die nationalen Standards über den EU-Mindeststandards liegen. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Stewardship und AUKA.

Nicht nur Verlierer

Umweltverbände haben bereits unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass der Umwelt- und Klimaschutz Verlierer der geplanten GAP-Reform ist. Aber auch die eigentlichen Adressaten der GAP, die europäischen Landwirte und Landwirtinnen, dürften nicht nur glücklich sein. Das GAP-Budget wird um etliche Milliarden gekürzt und in Zukunft Teil des „Fonds für Nationale und Regionale Partnerschaftspläne“ werden, was in der Konsequenz die Auflösung des Zwei-Säulen-Modells bedeutet. Großbetriebe ärgern sich über Degression und Kappung, kleinere Betriebe über den Wegfall der Umverteilungsprämie. Profitieren werden Junglandwirte und Hofübernehmer. Es winken Betriebsübernahmeförderungen von bis zu 300.000 Euro, projektbasiert statt flächenbezogen.

Wettbewerbsfähigkeit ist das neue Credo

Wettbewerbsfähigkeit ist die Fähigkeit von Unternehmen oder Branchen, sich erfolgreich gegen Konkurrenten auf Märkten durchzusetzen, indem sie bessere Produkte, Dienstleistungen oder Kostenstrukturen bieten und dabei langfristig Gewinne erzielen. Die Wissenschaft ist sich einig, dass Direktzahlungen kein probates Mittel zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit sind. Sie bewirken eher das Gegenteil, indem sie Innovationen und die Kostensenkungen weniger erforderlich erscheinen lassen. Gekoppelte Prämien verzerren zudem die Produktionsentscheidungen zugunsten der geförderten Agrarprodukte und zulasten der eigentlich wettbewerbsstarken Produkte.

Dass die EU-Kommission den Mitgliedstaaten die Gestaltung von Farm Stewardship in Zukunft komplett überlassen möchte, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Flickenteppich förderrechtlicher Standards in der EU führen – kein gutes Omen für einen fairen Wettbewerb im gemeinsamen Markt.

Kappung macht die GAP uninteressanter für Großbetriebe

Wenn strikte Stewardship-Standards und Großbetriebsstrukturen räumlich zusammentreffen, könnte die Kappung der Direktzahlungen bei 100.000 Euro zur Folge haben, dass Großbetrieben die Lust an der GAP vergeht. In einem 2.000 Hektar Betrieb dürften die Kosten der Einhaltung der Stewardship-Standards rechnerisch maximal 50 Euro je Hektar betragen, vom Aufwand der Antragstellung und den Kontrollen einmal ganz abgesehen. Das Ausscheiden von Betrieben aus der GAP würde den Behörden die Budgetplanung und die Einhaltung von mit der EU-Kommission vereinbarten Zielen und Meilensteinen erschweren. Der Hebel von Stewardship für Umwelt und Klima ginge verloren.

Vor- und Nachteile für Umwelt-, Klima- und Tierschutz

Die zwingende Kofinanzierung der neuen AUKA (mit durchschnittlich 30%) stellt wirtschaftlich schwache Regionen vor große Herausforderungen, ein attraktives Angebot auf die Beine zu stellen. Zudem unterliegen die Prämiensätze der AUKA den WTO-Regeln für die Green Box, was deren Attraktivität aus Sicht von Landwirten und Landwirtinnen einschränkt. Positiv ist demgegenüber die große Gestaltungsfreiheit der Mitgliedstaaten, die die Programmierung wirklich zielgerichteter AUKA ermöglicht.

Dass zukünftig auch die Einhaltung des Ordnungsrechts – jenseits der EU-Mindeststandards – mit AUKA-Mitteln finanziert werden kann, kann die Akzeptanz von ambitionierteren ordnungsrechtlichen Standards erhöhen. Eine neue Chance für die Umsetzung der Borchert-Vorschläge? Andererseits reduziert diese „Querfinanzierung“ die Mittel für zielgerichtete freiwillige AUKA.

Und auch produktionsgebundene Zahlungen sind nicht per se schlecht für die Umwelt – nämlich dann nicht, wenn sie der wirtschaftlichen Absicherung extensiver, umweltfreundlicher Produktionsverfahren wie Mutterkühen oder der Schafhaltung dienen. Die politische Verlockung, diese Prämien an Betriebszweige mit fraglichen Umweltwirkungen zu knüpfen, dürfte in manchen Mitgliedstaaten allerdings groß sein. Politisch ebenso verlockend könnte es sein, gewisse AUKA als gekoppelte Zahlungen zu deklarieren. Während erstere der Kofinanzierung bedürfen, werden die gekoppelten Prämien zu 100% EU finanziert.

Fazit

Die stärkere Betonung von Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit droht das Engagement der EU für ökologische Nachhaltigkeit zu untergraben. Zudem ist fraglich, ob die EU-Kommission die richtigen Interventionen zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit ins Feld geführt hat. Die Chance auf eine stärker am Gemeinwohl ausgerichtete GAP hat sie jedenfalls verpasst. Die politische Konsequenz könnte sein, dass das sogenannte Ring-Fencing des GAP-Haushalts in den Verhandlungen über den nächsten MFR infrage gestellt wird. Damit stünde der GAP-Haushalt in direktem Wettbewerb zu den Forderungen anderer Ressorts, die die Verwendung der knappen Mittel vielleicht besser rechtfertigen können. AgE

Niederlande bieten hohe Prämien für Tierhalter zum Produktionsstopp

Die niederländische Regierung hat ein neues Programm ins Leben gerufen, das darauf abzielt, Tierhalter zu einem freiwilligen Produktionsstopp zu bewegen. Dies kommt besonders für jene infrage, die sich in der Nähe von sensiblen Natura-2000-Gebieten befinden, um die schädlichen Stickstoffemissionen zu reduzieren.

Besitzer von Betrieben, die innerhalb eines Kilometers um diese Schutzgebiete liegen, können mit einer finanziell attraktiven Entschädigung rechnen. Die Regierung plant, den Marktwert der geschlossenen Ställe mit 110 % zu decken. Darüber hinaus werden die Rechte zur landwirtschaftlichen Produktion vollständig zurückgekauft.

Zusätzlich ist vorgesehen, eine Vergütung von 45 € pro Quadratmeter Stallfläche zu zahlen, sofern die Verpflichtung zum Abriss der Ställe erfüllt wird. Für Betriebe außerhalb dieser Zone wird eine Entschädigung in Höhe des vollständigen Marktwertes gewährt.

Um dieses umfangreiche Vorhaben umzusetzen, hat die Regierung in Den Haag ein Budget von 750 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Genehmigung durch Brüssel soll das Programm noch in diesem Jahr starten. Diese Initiative setzt die bestehende Strategie umfassender Ausstiegsprogramme fort.

Bisher haben sich bereits 573 Schweinebetriebe für die laufenden Programme Lbv und Lbv-plus registriert, was einen bedeutenden Schritt in Richtung Emissionsreduktion darstellt. Mit dem neuen Programm verfolgt die niederländische Regierung weiter das Ziel, umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern und gleichzeitig den betroffenen Landwirten wirtschaftliche Sicherheit zu bieten.

Weiter Proteste der französischen Bauern

Kurz vor Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens setzen französische Landwirte ihren Protest gegen die Freihandelszone mit einer Demonstration in Paris fort. Die Regierung sagt weitere Unterstützung zu.

Hunderte Traktoren erreichten Dienstagfrüh die Hauptstadt und fuhren in die Nähe des Parlaments, wie die APA berichtet. Die Landwirte lehnen den Handelspakt derEU mit südamerikanischen Staaten ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe fürchten. Die Unterzeichnung soll am Samstag in Paraguay erfolgen.

Die französische Regierung stellte den Landwirten angesichts der anhaltenden Proteste weitere Unterstützung in Aussicht, nachdem sie vor einigen Tagen bereits Hilfen in Höhe von 300 Mio. € angekündigt hatte. Der Premierminister und die Regierung arbeiteten an weiteren konkreten Maßnahmen zugunsten der Landwirte, sagte Agrarministerin Annie Genevard am Dienstag. Die Bauern protestieren schon seit Längerem auch gegen überbordende Bürokratie und ihrer Meinung nach übertriebene Umweltvorschriften.

Während es sich bei dem Traktor-Protest in Paris um eine angemeldete Demonstration handelte, räumten Bereitschaftspolizisten in den frühen Morgenstunden eine von Landwirten vor Wochen errichtete Blockade auf der Autobahn A64 südwestlich von Toulouse. Auf der stark befahrenen A1 von Paris Richtung Kanalküste, Belgien und die Niederlande setzten Landwirte südlich von Lille ihre eigenmächtigen Kontrollen von Lastwagen fort, die sie nach importierten Agrarerzeugnissen durchsuchen, die ihrer Meinung nach nicht französischen Standards und Vorschriften entsprechen.von Torsten Altmann

Ramschpreise: Strasser fordert einen Österreich-Bonus zu Recht aber so wie immer LEH dagegen?

Der zunehmende Preisdruck macht den Landwirten zu schaffen. Jetzt soll ein Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel helfen.

Sinkende Erzeugerpreise, vor allem für Milch und Schweinefleisch, sowie das beschlossene Mercosurabkommen setzen den Landwirten in Österreich immer mehr zu. Der Österreichische Bauernbund warnt in einer Presseaussendung daher vor einer weiteren Zuspitzung beim Preisdruck auf bäuerliche Produkte. Besonders bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, Erdäpfeln und Zucker seien die derzeitigen Erzeugerpreise existenzgefährdend niedrig, so der Bauernbund. In den letzten Wochen und Monaten kam es bei einigen dieser Produkte auch zu drastischen Preisrückgängen im Lebensmittelhandel.

„Ein Viertelkilo Butter wird im Flugblatt eines Diskonters mittlerweile um 96 Cent angeboten, österreichisches Schweinskarree im Gastro-Großhandel um 4,39 Euro pro Kilo, Semmeln um 25 Cent – zu solchen Schleuderpreisen können unsere Bäuerinnen und Bauern keine Lebensmittel produzieren“, warnt Bauernbundpräsident Georg Strasser alarmiert. Hinter all diesen Produkten stünden Bauernfamilien, die ein ganzes Jahr ihre Tiere versorgt und ihre Felder bewirtschaftet haben. „Sie müssen mit ihrer Arbeit ein adäquates Einkommen erzielen können, sonst wird es diese Form der Landwirtschaft auf Dauer nicht mehr geben“, zeichnet Bauernbunddirektorin Corinna Weisl eine düstere Zukunft.

Strasser fordert daher einen Österreich-Bonus vom Lebensmittelhandel. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur österreichischen Landwirtschaft“, so der Bauernbundpräsident. Der Handel dürfe hochwertige Lebensmittel nicht länger für Preisschlachten missbrauchen. Beste Qualität und höchste Standards gibt es nach Meinung des Bauernbundes nicht zum Nulltarif. Der Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel soll dafür sorgen, dass ein fairer Anteil vom Preis im Supermarktregal bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt.

Laut Strasser sind die viele Erzeugerpreise bereits nicht mehr kostendeckend. Man sei an einem Punkt angekommen, wo es um die Existenz heimischer Bauernfamilien gehe. Wenn der Handel eine heimische Versorgung will, müsse er aufhören, die Höfe durch Schleuderpreise auszuhungern, so Strasser. Die Produktionsstandards und die Kosten stiegen stetig. „Der Preiskampf darf nicht länger auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern ausgetragen werden. Während die Ersparnis für den Konsumenten an der Kasse nur wenige Cent beträgt, geht es auf unseren Höfen um Existenzen“, gibt der Bauernbundpräsident zu bedenken.

Der Handelsverband hat bisher zur Forderung des Bauernbundes keine Stellung bezogen. Im vergangenen Herbst hatte er aber den FPÖ-Vorschlag nach einem Österreich-Korb auf freiwilliger Basis angesichts der anhaltenden und für viele Österreicher „untragbaren“ Teuerung abgelehnt. Damals warnte der Handelsverband Österreich vor einem Verlust der regionalen, heimischen Erzeugung. „Wenn man nur billig will, heißt das in letzter Konsequenz Hühnerfleisch aus Osteuropa und Rindfleisch aus den Niederlanden. Das wird inländische Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette kosten“, so Geschäftsführer Rainer Will. Wenn dem Handel also wirklich die heimische Erzeugung am Herzen liegt, dürfte er nichts gegen die Forderung des Bauernbundes nach einem Österreich-Bonus einwenden. von Josef Koch

Wir Bauern zahlen den Preis für den Mercosur-Deal

Mit dem Mercosur-Deal opfert die EU ihre Bauern den Exportinteressen. Mehr denn je gilt jetzt: Wer heimische Qualität will, muss endlich Herkunft sichtbar machen!

Tausende Rinder stehen auf engstem Raum auf ammoniakgesättigten Böden. Immer wieder ist vom Einsatz von Wachstumshormonen in südamerikanischen Feedlots zu hören. Ganz zu schweigen von oft tierunwürdigen Szenen beim Verladen der Tiere zum Abtransport. Mit dem Mercosur-Abkommen kommt dann dieses Fleisch billigst nach Europa.

Heute will die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Richtung Paraguay starten, um das Freihandelsabkommen voraussichtlich am 17. Jänner mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zu unterschreiben, nachdem die EU den Pakt am 9. Jänner abgesegnet hatte. Zu gering war letztlich der Widerstand gegen das Abkommen. Die gerade in unsicheren Zeiten offenbar wichtigeren Export-Interessen vieler EU-Staaten setzten sich durch.

Und Österreichs Bauern wird u. a. eine dem Abkommen in den sozialen Medien applaudierende Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Erinnerung bleiben. Sie erklärt etwa: „Unsere Wirtschaft, unsere Betriebe und unser Wohlstand werden massiv davon profitieren.“ Was die Ministerin dabei nicht bedenkt: Unsere Landwirte werden durch Mercosur noch stärker unter Druck kommen. Betriebe, die höchste Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsauflagen erfüllen, können gegen die Billigimporte nicht konkurrieren – Rindfleischkontingente von zusätzlich rund 100.000 Tonnen zu reduzierten Zöllen drücken Preise und bedrohen Existenzen.

Heute will die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Richtung Paraguay starten, um das Freihandelsabkommen voraussichtlich am 17. Jänner mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zu unterschreiben, nachdem die EU den Pakt am 9. Jänner abgesegnet hatte. Zu gering war letztlich der Widerstand gegen das Abkommen. Die gerade in unsicheren Zeiten offenbar wichtigeren Export-Interessen vieler EU-Staaten setzten sich durch.

Und Österreichs Bauern wird u. a. eine dem Abkommen in den sozialen Medien applaudierende Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Erinnerung bleiben. Sie erklärt etwa: „Unsere Wirtschaft, unsere Betriebe und unser Wohlstand werden massiv davon profitieren.“ Was die Ministerin dabei nicht bedenkt: Unsere Landwirte werden durch Mercosur noch stärker unter Druck kommen. Betriebe, die höchste Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsauflagen erfüllen, können gegen die Billigimporte nicht konkurrieren – Rindfleischkontingente von zusätzlich rund 100.000 Tonnen zu reduzierten Zöllen drücken Preise und bedrohen Existenzen.

Keine Ausreden mehr: Herkunftskennzeichnung muss her!

​Wenn die EU diesen Freihandelsweg geht, dann braucht es zwingend politische Leitplanken. Erstens verbindliche Spiegelklauseln:

  1. Agrarimporte aus Mercosur-Staaten müssen nachweislich denselben Tierwohl-, Umwelt- und Produktionsstandards entsprechen wie heimische Produkte – inklusive wirksamer Kontrollen und Sanktionen.
  2. braucht es klare Schutzmechanismen für sensible Märkte. Importkontingente dürfen nicht zur Dauerbelastung werden, sondern müssen überprüfbar und im Krisenfall aussetzbar sein.
  3. müssen politisch verursachte Wettbewerbsnachteile vollständig kompensiert werden – durch zusätzliches Geld, nicht durch Umschichtungen innerhalb des Agrarbudgets.

Auf nationaler Ebene heißt das: eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in allen Bereichen, konsequente Importkontrollen auf Hormone und Rückstände sowie gezielte Schutzklauseln für klein- und familienstrukturierte Betriebe. Wer von Freihandel profitiert, muss auch Verantwortung für jene übernehmen, die ihn ausbaden. Das ist man den von Mercosur künftig gebeutelten Betrieben schuldig. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, veröden ländliche Räume zunehmend. von Torste Altmann

Ruinöse Schweinepreise zum Jahresbeginn und ISN – Deutschland sucht Lösungen

Schweinehalter schreiben tiefrote Zahlen: Die VEZG-Notierung für Schlachtschweine fiel um 15 Cent auf 1,45 €/kg SG

Überhänge zum Jahreswechsel, ein reichlich versorgter EU-Fleischmarkt und die jährlich zu sehende schwache Fleischnachfrage zu Jahresbeginn haben zu hohem Preisdruck geführt. Die VEZG-Notierung für Schlachtschweine fällt heute auf 1,45 €/kg SG – Schweinehalter schreiben tiefrote Zahlen. Derzeit fehlen Schweinehaltern über 50 € je Schwein.

ISN: Angesichts des schleppenden Fleischabsatzes sind gerade zu Jahresbeginn deutlich mehr Absatzimpulse nötig. Speziell die Absatzkanäle Außer-Haus-Verzehr und Verarbeitung müssen es dem Lebensmitteleinzelhandel gleichtun und auf deutsche Herkunft beim Schweinefleisch setzen. Aber auch die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sollten ihre Strategie überdenken, in solch schwierigen Marktphasen, Anti-Fleisch-Aktionswochen auszurufen.

Am heutigen Mittwoch gab die VEZG-Notierung für Schlachtschweine um 15 Cent auf 1,45 €/kg SG nach. Die ungünstige Lage der Feiertage am Jahreswechsel 2025/26 führte in den beiden vergangenen Wochen zu ausgefallenen Schlachttagen. Dadurch verzögerte sich die Vermarktung schlachtreifer Tiere und es entstand ein Überhang am Lebendmarkt. Der Abbau der Überhänge dürfte nach heutiger Einschätzung jedoch deutlich schneller verlaufen als zu Beginn des Jahres 2025. Anders als zum vorigen Jahreswechsel konnten die Schlachtungen in den Wochen vor Weihnachten diesmal spürbar ausgeweitet werden. Schweine wurden vorgezogen und die Schlachtgewichte gingen in den letzten Wochen vor den Feiertagen stärker zurück als üblich. Insgesamt lagen die Schlachtgewichte leicht unter dem Vorjahresniveau. Zudem hatten viele Mäster die Erfahrungen vom vergangenen Jahreswechsel im Blick und weniger Ferkel eingestallt, die rund um die Feiertage schlachtreif geworden sind bzw. werden. Die Ferkelimporte aus den Niederlanden lagen im Herbst 2025 deutlich unter dem Vorjahresniveau. Außerdem werden aktuell weniger Schlachtschweine aus den Niederlanden und Belgien zur Schlachtung nach Deutschland importiert als noch vor einem Jahr.

Preisdruck am Fleischmarkt

Für die aktuelle Situation am Schweinemarkt ist neben dem feiertagsbedingten Angebotsüberhang aber insbesondere auch der massive Preisdruck am Fleischmarkt ausschlaggebend. Der Jahresstart am Fleischmarkt verläuft traditionell schwach und in diesem Jahr kommt zusätzlicher Druck aus dem EU-Ausland hinzu. Chinesische Strafzölle belasten den Drittlandexport, und auch der ASP-Ausbruch in Spanien schränkt die Absatzmöglichkeiten in Drittländern ein. In der Folge verbleibt mehr Ware im EU-Binnenmarkt, für die Absatzwege gefunden werden müssen – in der Regel über deutliche Preisnachlässe bei diversen Teilstücken. Dies hatte bereits vor Weihnachten zu deutlichen Rückgängen der Schlachtschweinenotierungen in wichtigen Erzeugerländern wie Spanien, den Niederlanden, Dänemark und Frankreich geführt, während sich die deutsche Notierung zum Jahresende noch stabil halten konnte.

Umgang mit Anti-Fleisch-Wochen überdenken

Der momentan reichlich versorgte EU-Markt trifft nun auf eine Phase schwieriger Fleischgeschäfte. Im Januar werden mengenmäßig meist 10–15 % weniger Schweinefleisch als im Jahresschnitt abgesetzt, gegenüber dem konsumstarken Dezember beträgt der Rückgang häufig 20–30 %. Eine Rolle spielt dabei auch der Veganuary, eine Initiative, die zu einer veganen Ernährung speziell im Januar aufruft. Weite Teile des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) unterstützen diese Aktion. Das hemmt den Fleischabsatz zusätzlich in einer Phase, in der der Schweinemarkt ohnehin stark unter Druck steht.

Auf der einen Seite auf deutsche Herkunft beim Fleisch zu setzen und gleichzeitig das deutsche Schweinefleisch in der schwierigsten Absatzphase des Jahres auf das Nebengleis zu stellen, passt nicht zusammen. Aktuell fehlen den deutschen Schweinehaltern mehr als 50 € am Schwein – das ist ruinös für jeden Betrieb. Werden so Strukturen erst einmal zerstört, fehlen sie später auch für die hohen Unternehmensziele der Handelsunternehmen hinsichtlich der Haltung und Herkunft von Schweinen., ordnet ISN-Geschäftsführer die aktuelle Situation ein und folgert weiter: Konsequent wäre es, wenn die betreffenden Handelsunternehmen diesen Widerspruch schnell ausräumen. Gerade zu Jahresbeginn sind Absatzimpulse für Schweinefleisch statt Anti-Fleisch-Wochen dringend notwendig.  Dr. Staack stellt aber auch klar: Ausdrücklich nicht gemeint sind dauerhafte Preissenkungen von Schweinefleischprodukten in der Ladentheke auf dem Rücken der Erzeuger, mit denen sich bereits einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (wie z.B. aktuell Aldi Süd) als Preisführer profilieren wollen. Im Gegenteil: Wer höchste Ansprüche an die Erzeuger stellt, darf diese gerade in schwierigen Marktphasen preislich nicht fallen lassen. Was wir brauchen, sind ganz gezielt gesetzte Werbeaktionen, mit denen der Fleischabsatz spürbar befeuert wird.

Außer-Haus-Verzehr und Verarbeitung müssen sich zum Fleisch aus Deutschland bekennen

Natürlich erkennen wir ausdrücklich an, dass verschiedene Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel sich sehr stark zur Herkunft Deutschland beim Schweinefleisch bekennen, so ISN-Geschäftsführer Staack. Er fordert: Unternehmen aus dem Außer-Haus-Verzehr (mit Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung) und der Verarbeitung, müssen es denen aus dem Lebensmitteleinzelhandel erst einmal gleichtun und auf deutsche Herkunft beim Schweinefleisch setzen. Das ist lange überfällig! Denn die Mengen an Schweinefleisch, die in diese Absatzkanäle geliefert werden, sind erheblich.

Landwirtschaft im neuen Jahr: Warum tun die Bauern sich das an?

Während viele mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten, wird im Jänner auf vielen Höfen nachgedacht: Welche Schritte sind nötig, stehen Investitionen an, wohin soll sich der Betrieb entwickeln? Oft stellen sie sich eine andere Frage: „Warum tu’ ich mir das an?“

Während der Handel bei den Erzeugerpreisen den Rotstift ansetzt, fressen Energie- und Maschinenkosten die Erlöse. Die Aussichten auf unfaire Handelsabkommen und neue Formulare aus Brüssel tun ihr Übriges. Da können die Bauern im trüben Jänner leicht den Mut verlieren. Oder auch die Nerven, wie die Bauernproteste in Belgien, Frankreich und England zeigen. Die Landwirte fürchten um ihre Existenz. Nicht zu Unrecht. In Österreich schlossen in den vergangenen Jahren neun Höfe pro Tag ihre Türen – neun Existenzen, neun Lebenswerke – ohne Protest oder Aufschrei.

„Wer heute einen Hof übernimmt, erbt keine Sicherheit, sondern eine große Verantwortung.“

Wer heute einen Hof übernimmt, erbt keine Sicherheit, sondern eine große Verantwortung. Viel Arbeit, unsichere Rahmenbedingungen und die Hoffnung auf einen fairen Lohn begleiten Jung und Alt in der Landwirtschaft. Bauer zu sein, ist immer ein Risiko. Das kann die Politik nicht abnehmen, aber zumindest faire Rahmenbedingungen garantieren.

Wer als Landwirt bestehen will, muss sich weiterentwickeln. Erfolgreiche Betriebe machen es vor: Sie gehen neue Wege in der Vermarktung, steigern Effizienz oder starten zusätzliche Betriebszweige. Oft reicht es, gründlich zu rechnen, um Kostenfallen zu entgehen und finanziellen Spielraum zu behalten. Wachsen oder weichen ist längst kein Erfolgsrezept mehr. Doch Stillstand ist oft das Todesurteil von Betrieben. Den einen Weg für jeden Landwirt gibt es nicht.

Leidenschaft für die Arbeit

Genau diese Vielfalt und die Leidenschaft für die Arbeit mit Grund und Boden, Wald oder Tieren macht die Landwirtschaft aus. Sie bedeutet immer noch Freiheit, trotz aller Auflagen. Jede Bäuerin und jeder Bauer kann Entscheidungen treffen, die es den Folgegenerationen ermöglichen, dieselbe Freiheit zu genießen. Diese Zukunftsperspektive muss die Politik garantieren. Denn wer von den Bauern Mut, Investitionen und Nachhaltigkeit fordert, muss auch Planungssicherheit liefern. Sonntagsreden helfen den Betrieben nicht.

Viele Herausforderungen

2026 wird kein leichtes Jahr. Trotzdem werden die Bauern im Frühjahr nervös, sobald die Feldarbeit wieder losgeht. Sie fiebern dem ersten Schnitt entgegen, versorgen ihre Rinder und Schweine so gut sie können und hoffen auf eine gute Ernte. Sie wollen Verantwortung übernehmen für ihren Besitz, ihre Tiere und für die Versorgungssicherheit im Land. Die Frage ist nicht, ob die Bauern eine Zukunft haben. Die Frage ist, ob Politik und Gesellschaft bereit sind, sie ihnen zu lassen. Das wäre ein dringend notwendiger Vorsatz für 2026. von Roland Pittner

Bauern gehen gegen Mercosur auf die Straße

Am Freitag ist eine EU-Abstimmung über die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens geplant. Deutsche und französische Bauern protestieren gegen den Handelspakt. Auch in Österreich demonstrieren Bauern.

Deutsche Landwirte protestierten in mehreren Bundesländern an Autobahn-Anschlussstellen gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur-Verbund. Auch in Frankreich gab es erneut Proteste gegen das geplante EU-Handelsabkommen. Bauern blockierten Zufahrtsstraßen nach Paris.

Die Landwirte befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika. In der französischen Hauptstadt wurden in der Früh etwa 20 Traktoren gezählt, weitere vor den Toren der Stadt. Laut APA gab es zunächst Verkehrsbehinderungen.

Das umstrittene Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden, war aber aufgeschoben worden. Hintergrund waren starke Bauernproteste in Frankreich. Insbesondere landwirtschaftliche Organisationen in Frankreich, Polen, Ungarn, Italien und auch in Österreich sind gegen das seit mehr als 25 Jahren in Verhandlungen befindliche Mercosur-Abkommen. Sie fürchten unter anderem die Konkurrenz durch billige Fleischimporte.

Für Freitag ist eine EU-Abstimmung über die Unterzeichnung des Abkommens geplant. Frankreich ist schon länger gegen das Handelsabkommen. Die EU-Kommission hatte zuletzt Zugeständnisse vorgeschlagen. Länder wie Deutschland und Spanien unterstützen das Abkommen. Sollte auch Italien zustimmen, könnte die Vereinbarung ohne Frankreich verabschiedet werden.

Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida zeigte sich angesichts der Verhandlungen zum Mercosur-Abkommen zuversichtlich. „Es fehlt noch die letzte Meile“, sagte er der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“. Allerdings bestehe noch Klärungsbedarf bei den Schutzklauseln für Agrarprodukte. „Eine Einigung über die Schutzklauseln fehlt noch.“

Im Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen mit diesen Schutzklauseln rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Bisher ist eine Schwelle von 8 % vorgesehen, bei der eine Untersuchung eingeleitet wird. „Wir wollen, dass diese Schwelle auf 5 % gesenkt wird“, sagte Lollobrigida. „Und wir glauben, dass die Voraussetzungen bestehen, auch dieses Ergebnis zu erreichen.“

Auch in Österreich sind für Samstag Demonstrationen geplant. von Torsten Altmann

Schlimmer gehts nimmer-Schweinepreis fällt immer weiter um 15cent

Das Jahr beginnt auf dem Schweinemarkt mit einem weiteren Tiefschlag. Überhänge und europäischer Preisdruck belasten.

Der Schweinemarkt startet sehr angespannt ins neue Jahr. Zwar nahmen die Schlachtungen vor Weihnachten deutlich zu und die Schlachtgewichte sanken, dennoch fielen über die Feiertage zu viele Schlachttage für das Lebendangebot aus. Überhänge prägen derzeit den Markt.

Wie groß diese tatsächlich ausfallen werden, zeigt sich allerdings erst in den kommenden Tagen. Marktteilnehmer schätzen, dass sich eine halbe Schlachtwoche angestaut hat.

Die Schlachtunternehmen fahren ihre Aktivitäten nun wieder hoch, fordern aber deutliche Preisabschläge und verweisen auf das schwierige europäische Marktumfeld. Die VEZG hat in der aktuellen Lage wenig Spielraum und senkte die Notierung am Mittwoch sehr deutlich. Oberstes Ziel ist es derzeit, den Stau aufzulösen und in Österreich minus 15 cent. 

Der Ferkelmarkt präsentierte sich über den Jahreswechsel stabil. Nachfrage und Angebot passten einigermaßen zusammen. Die Notierungen sind zunächst stabil. Auch in Dänemark und den Niederlanden sind die Notierungen weitgehend unverändert. Allerdings befürchten Marktteilnehmer, dass der Preisabschlag bei den Schlachtschweinen in den kommenden Wochen den Ferkelmarkt treffen wird. von Andreas Beckhove

Blauzungenwelle: Wie geht´s weiter?

Nach der Blauzungenwelle ist vor der Impfung. Wir haben mit Dr. Johann Burgstaller, Tierzuchtdirektor der LK Kärnten gesprochen, welches Szenario er 2026 erwartet und was die Bauern tun sollten.

Im Herbst 2025 grassierte im Süden Österreichs die Blauzungenkrankheit, vor allem der Serotyp 8. In Kärnten, der Steiermark und Osttirol wurde kaum ein Rinder- bzw. Schafbetrieb verschont. Welche Spuren hat die Krankheit hinterlassen?

Burgstaller: Die Schäden waren deutlich spürbar. Die Verendungsrate im Vergleich zum Vorjahr war bei den Schafen 3- bis 6-mal und bei den Rindern 2- bis 3-mal so hoch. Daneben waren viele Tiere schwer erkrankt, was die Tierhalter nicht nur finanziell schwer belastet hat.

Welches Szenario erwarten Sie für 2026?

Burgstaller: Ich gehe davon aus, dass im Sommer 2026 die nächste Welle heranrollen wird. Im August ist der Höhepunkt der Stechmückensaison erreicht und daher der Infektionsdruck am größten. Aufgrund der Klimaveränderung sind die Gnitzen auch bis in große Höhen unterwegs, also auch auf Almen.

Welche weitere Vorgehensweise empfehlen Sie?

Burgstaller: Ich rate dringend zur Impfung, sowohl gegen Serotyp 4/8 (Kombi-Impfstoff) als auch Serotyp 3. Die Impfung verhindert schwere Verläufe und Verendungen! In Kärnten werden beide Impfstoffe vom Land und vom Tierseuchenfonds zur Verfügung gestellt, der Tierhalter muss lediglich die Durchführung vom Tierarzt bezahlen. Ein stabiler Impfschutz ist nach der Grundimmunisierung gegeben, ein Jahr danach müssen die Tiere einmalig aufgefrischt werden.

Welchen Abstand empfehlen Sie zwischen den Impfungen?

Burgstaller: Die Impfung ist gut verträglich, daher kann man die Impfung gegen die Serotypen 4/8 und Serotyp 3 gleichzeitig durchführen. Der beste Zeitpunkt ist zwischen Jänner und März vor Weideaustrieb.

Sollen auch Bestände geimpft werden, in denen die Krankheit bereits grassierte?

Burgstaller: Ja! Denn laut den bisherigen Erfahrungen mit dem Serotyp 8 besteht nur eine 50 %ige natürliche Immunität nach einer Infektion in betroffenen Herden. Über den Winter wollen wir aber noch einige Untersuchungen dazu machen.

Braucht man die Impfungen für die Vermarktung? Gibt es Einschränkungen im Handel?

Burgstaller: Eine Sperre des Betriebs oder von Einzeltieren gibt es im Krankheitsfall in Kärnten nicht. Grundsätzlich dürfen aber nur gesunde Tiere vermarktet werden. Auf dem Viehverkehrsschein daher ein „G“ vermerken! Erkrankte Tiere dürfen nach einer Infektion 60 Tage lang nicht in Verkehr gebracht werden. Bei der Vermarktung in Drittländer kann u.U. eine Impfung vorgeschrieben sein. von Felicitias Greil

Statt Lagerung im Kühlschrank: So bleibt Brot am längsten frisch

Der Kühlschrank gilt als Allzweckwaffe gegen das Altwerden von Lebensmitteln – für Brot ist er jedoch der falsche Ort. Ein Aufschluss darüber, warum Kälte dem Laib schadet, welche Lagerung wirklich sinnvoll ist und woran man gute Qualität erkennt

Nichts schmeckt besser als die erste Scheibe eines frischen Brotes: noch leicht warm, die Kruste knackig, die Krume saftig. Nach dem Verzehr stellt sich jedoch immer wieder die gleiche Frage: Wohin mit dem Rest? Ein Impuls für eine längere Haltbarkeit mag der Kühlschrank sein. Für viele Lebensmittel stimmt die Annahme, aber für Brot ist allerdings genau das ein Irrtum.

Wer Brot richtig lagern möchte, setzt nicht auf Kälte, sondern auf das passende Material. Als ideal gelten unglasierte Steingut- oder Tontöpfe. Sie nehmen überschüssige Feuchtigkeit aus dem Brot auf und geben sie nach und nach wieder ab. So bleibt der Laib über mehrere Tage saftig, ohne zu schimmeln oder auszutrocknen.

Auch ein Leinenbeutel kann funktionieren. Zwar verliert das Brot darin etwas schneller Feuchtigkeit, doch die Kruste bleibt erhalten – und genau sie ist entscheidend für Frische und Geschmack.

Wie wichtig die Kruste ist, wird oft unterschätzt. Viele Verbraucher greifen im Supermarkt zu möglichst weichem Brot. Es erweckt den Anschein, besonders frisch zu sein und noch nicht allzu lange im Kasten zu liegen. Dabei ist eine kräftig ausgebackene Kruste ein Qualitätsmerkmal. Sie wirkt wie eine natürliche Isolationsschicht und schützt das Innere des Brotes vor dem Austrocknen.

Ein weiteres Indiz für Qualität sind feine Eiweißbläschen am Rand der Kruste. Sie zeigen, dass der Teig ausreichend Zeit zum Reifen hatte. Je länger diese Reifezeit, desto besser kann Wasser im Brot gebunden werden – und desto länger bleibt die Krume saftig.

So bequem es auch ist: Geschnittenes Brot altert schneller. Jede Schnittfläche ist eine offene Stelle, an der Feuchtigkeit entweichen kann. In Papier- oder Plastiktüten wird die Kruste zudem rasch weich, das Brot verliert Struktur und Charakter. Wer länger Freude an seinem Brot haben möchte, kauft es am Stück und schneidet nur so viel ab, wie gerade benötigt wird. von falstaff

ASP in Spanien: Neue Erkenntnisse zum Ursprung des Virus

Stammt das ASP-Virus in Spanien aus einem Forschungslabor? Erste Ergebnisse von Untersuchungen dazu geben nun Antworten.

Die Regionalregierung in Barcelona hat am Dienstag neue Erkenntnisse zum Ursprung des Ausbruchs der (ASP) in Katalonien bekannt gegeben. Laut Ergebnissen der ersten genetischen Studie stammt das Virus, das bei den infizierten Wildschweinkadavern nachgewiesen wurde, nicht mit den Viren überein, die in einem nahegelegenen Labor für Versuchszwecke verwendet werden.

Stattdessen wird nun vermutet, dass der derzeit in Spanien zirkulierende Erreger zu einem neuen Stamm gehören könnte, der neu ist oder bisher noch nicht dokumentiert wurde.

Wie das Institut für Agrar- und Lebensmittelforschung (IRTA-CReSA) in Katalonien mitteilt, hat das zuständige Institut für Biomedizinische Forschung (IRB) die Wildschweinproben mit 17 Proben des Erregers verglichen, mit denen im IRTA-CReSA gearbeitet wurde. Das nachgewiesene ASP-Virus zeigt zahlreiche Mutationen und eine große genetische Deletion (Verlust eines Fragments des Genoms), die in keinem der untersuchten Stämme des Labors auftreten.

Ebenso stimme das gefundene Virus nicht mit den anderen Stämmen überein, die derzeit in Westeuropa zirkulieren. Das spanische Landwirtschaftsministerium und weitere Referenzlabore in Europa müssen die Ergebnisse jedoch noch bestätigen.

Bereits am Montag hatte das spanische Landwirtschaftsministerium mitgeteilt, dass das zuständige Referenzlabor in Madrid inzwischen 29 ASP-Fälle (Stand 30.11.2025) bei Wildschweinen bestätigt hat. Die Behörden arbeiten nun weiter daran, dass sich das Virus außerhalb der eingerichteten 6 km-Schutzzone nicht weiter ausbreitet. Dafür sind mehr als 400 Soldaten im Einsatz. Weiterhin hält die Regierung Treffen mit einer Expertengruppe sowie den Bürgermeistern der Gemeinden im Umkreis ab, um Informationen auszutauschen und die Maßnahmen zu koordinieren. von Anna Hüttenschmidt

Start ins Jahr 2026: Auch in Deutschland Schweinemäster unter Druck wie nie

Preisverfall, hohe Kosten, Bürokratie: 2026 beginnt für Schweinehalter mit Gegenwind.

Das Jahr 2025 ist Geschichte. Ich hoffe, Sie hatten – trotz der unruhigen Zeiten – ein besinnliches Weihnachtsfest und sind gut ins neue Jahr gekommen. Blickt man die letzten Wochen und Monate zurück, hat sich das alte Jahr eher bescheiden aus Sicht der Schweinehalter verabschiedet. An dieser Stelle seien beispielhaft nur das Aus des Bundesprogramms zur Föderung des Umbaus der Tierhaltung . Der deutliche Preisrückgang für Schweinefleisch zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts um 10 Cent auf 1,60 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht genannt.

Das gibt schon mal einen Vorgeschmack, dass auch 2026 alles andere als leicht für Sie als Schweinehalter werden dürfte. Bleiben wir bei den Preisen: Mit 1,60 Euro lässt sich hierzulande nicht kostendeckend arbeiten. Laut aktuellem Interpig-Produktionskostenvergleich liegt Deutschland bei 2,01 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (auf Basis Vollkosten). Nur mal zum Vergleich: In Brasilien sind es 1,07 Euro, in Dänemark 1,76 Euro und in Spanien 1,79 Euro. Viele Mäster verlieren also schon mit Beginn des neuen Jahres Geld.

Neben den Preisen sind es die bürokratischen Hemmnisse und die unklaren Zukunftsperspektiven, die Schweinehaltern auch im neuen Jahr zu schaffen machen werden. Ihr Wunsch dürfte vor allem die Vereinfachung des Bau- und Immissionsschutzrechts sein, um notwendige Investitionen tätigen zu können. Im Auge behalten sollten Sie zudem unbedingt das aktuelle Seuchengeschehen hinsichtlich der ASP. Hier gilt es, das Eintragsrisiko über eine ausgefeilte Biosicherheit zu minimieren.

EU-Erweiterung -Landwirtschaft ?

Agrarstruktur der Ukraine im Überblick

Hauswirtschaften:

3,85 MIo. gesetzlich nicht registrierungspflichtige Hauswirtschaften bewirtschaften zusammen 6,1 Mio. ha LF (knapp 19 % der Gesamt–LF der Ukraine). Die Hauswirtschaften sind zu fast vier Fünftel kleiner als 1 ha LF. Ein weiteres Fünftel bewirtschaftet zwischen 1 und 10 ha LF.

Die Hauswirtschaften produzieren hauptsächlich für den Eigenbedarf und lokale Märkte (Subsistenz– oder Semi–Subsistenzwirtschaft). Bis zur Bewirtschaftungsfläche von 2 ha werden mögliche Einkünfte aus Landwirtschaft nicht besteuert. Die Hauswirtschaften sind in der Sowjetzeit entstanden, als Beschäftigte in Kol– und Sowchosen kleinere Flächen und etwas Viehwirtschaft zur Eigenbewirtschaftung gestattet worden waren. Sie sind heute immer noch besonders wichtig für die Produktion von Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch und Eiern.

Nach Angaben für 2023 stehen die Hauswirtschaften in der Ukraine für 98 % der Kartoffelerzeugung, für 89 % der Gemüse- und für 80 % der heimischen Obsterzeugung. Bei Milch und Eier sind es entsprechend 62 bzw. 50 %.

Anders bei Fleisch und Getreide/Leguminosen. Hier sind es nur 25 bzw. 20 %, bei Sonnenblumen und Zuckerrüben sogar nur 11 bzw. 3 %. Insgesamt entfallen von der gesamten Agrarerzeugung der Ukraine 30 % auf die Hauswirtschaften und 70 % auf die Landwirtschaftsunternehmen. Der Anteil der Hauswirtschaften ist jedoch deutlich rückläufig.

Landwirtschaftliche Unternehmen:

Fast 26,6 Mio. ha LF (81 % der Gesamt-LF) werden von rund 75.000 registrierungspflichtigen Landwirtschaftsunternehmen bewirtschaftet. Dazu gehören Familienunternehmen ebenso wie Kolchos–/Sowchos–Nachfolgebetriebe in unterschiedlichen Rechtsformen mit einigen hundert bis mehreren tausend Hektar Flächenausstattung.

Agrarholdings:

Zu den vorgenannten registrierungspflichtigen Landwirtschaftsunternehmen gehören auch die vielzitierten Agrarholdings. Diese haben sich mit der Übernahme von landwirtschaftlichen Unternehmen vor allem auf exportorientierte Agrarrohstoffe wie Getreide und Ölsaaten konzentriert. Viehhaltung und andere arbeitsintensive Produktionszweige wurden zurückgefahren.

Nach Angaben für 2025 bewirtschaften die flächenmäßig 120 größten Unternehmen, die meisten davon Agrarholdings, jeweils mehr als 10.000 ha LF, zusammen fast ein Viertel der LF der Ukraine. Die 65 größten Unternehmen (Agrarholdings) mit 25.000 ha LF und mehr kommen auf 15 % der Gesamt–LF der Ukraine.

In der Regel haben die Agrarholdings ein zentrales Management für Ein– und Verkauf und kontrollieren mit ihren zahlreichen Betriebsstätten die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis hin zum Export. Großunternehmen und Holdings genießen in der Ukraine häufig eine hohe Wertschätzung. Ländliche Regionen profitieren vom sozialen Engagement der Unternehmen in den Dörfern. Die Akzeptanz wird auch durch die Sichtbarkeit der Unternehmen und ihrer Führungskräfte vor Ort und in den sozialen Medien befördert.

Mögliche Auswirkungen auf die EU–Landwirtschaft

Experten sind sich darin einig, dass der Zustrom ukrainischer Produkte vom Agrarsektor der übrigen EU bewältigt werden muss und nicht zu starken Marktstörungen führen darf. 80 % der Gesamt-LF der Ukraine sind Ackerland. Es umfasst nach dem Gebietsstand vor dem Krieg 33 Mio. ha und entspricht damit fast einem Drittel der Ackerfläche der gesamten EU–27.

Die zehn größten Agrarholdings der Ukraine (Bildquelle: Destatis)

Etwa drei Viertel der ukrainischen Ackerflächen sind hochfruchtbare Schwarzerde–Böden. Durch den Krieg hat die Ukraine rund ein Fünftel weniger Agrarflächen in der Bewirtschaftung. Nach aktuellem Gebietsstand betragen die Ackerflächen der Ukraine nur 26 Millionen Hektar und entsprechen damit einem Viertel der EU–27–Ackerfläche. 81 % der ukrainischen Agrarerzeugung sind pflanzlichen Ursprungs. Nur 19 % entfallen auf tierische Erzeugnisse, Tendenz rückläufig. 42 % der tierischen Erzeugnisse werden nach Angaben für 2023 von den sogenannten Hauswirtschaften erbracht.

Ukraine-Getreide würde EU-Position auf Weltmarkt stärken

Experten sind sich aber auch darin einig, dass ein EU–Beitritt der Ukraine die strategische Lage der Europäischen Union auf den weltweiten Getreide– und Ölsaatenmärkten verbessern würde. Denn diese globalen Märkte mit relativ großem Markteinfluss der Ukraine funktionieren in einem System kommunizierender Röhren, so dass sich die Preiseffekte häufig nur durch Marktmacht erzielen lassen. In diesem Zusammenhang erwarten viele Experten, dass auch künftig ein signifikanter Anteil der ukrainischen Agrarerzeugnisse eher am Weltmarkt denn im EU–Binnenmarkt gehandelt werden.von Alfons Deter

Ausblick der EU-Kommission: Rückgang bei Schweinefleischproduktion und Verzehr bis 2035

Header Eu Kommission

Laut dem neuesten Marktausblick der EU-Kommission für die nächsten zehn Jahre dürften sowohl der Schweinefleischverzehr als auch die Schweinefleischproduktion in der EU bis 2035 weiter leicht, aber stetig abnehmen. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb auf den internationalen Märkten zu und globalen Handelsströme verschieben sich.

Die EU-Kommission erwartet bis 2035 einen kontinuierlichen Rückgang bei Schweinefleischproduktion und -verzehr.

EU‑Produktion sinkt bis 2035 kontinuierlich

Der Pro-Kopf-Verzehr könnte nach Einschätzung der EU-Fachleute von 23,8 kg auf 21,8 kg zurückgehen. Das würde einem durchschnittlichen Rückgang von etwa 0,9 % pro Jahr entsprechen. Gleichzeitig erwarten die Brüsseler Fachleute einen Produktionsrückgang von durchschnittlich ebenfalls 0,9 % pro Jahr, so dass im Jahr 2035 mit 19,7 Mio. Tonnen etwa 1,8 Mio. Tonnen weniger Schweinefleisch als im laufenden Jahr produziert würden.
Die jährlichen globalen Schweinefleischimporte beziffern die Experten der EU-Kommission bis 2035 als stabil auf ca. 10,5 Mio. Tonnen. Die Produktionskapazitäten in China und Vietnam könnten sich erholen und für eine geringere Importnachfrage sorgen, während es in einigen Regionen Afrikas und Asiens (z. B. Malaysia) zu einer steigenden Importnachfrage kommen könnte.

Internationaler Wettbewerb nimmt zu

Die geringere chinesische Nachfrage nach Schweinefleisch im kommenden Jahrzehnt dürfte den Wettbewerb durch die USA, Kanada und Brasilien in anderen asiatischen Märkten verstärken. Infolgedessen könnten die EU-Schweinefleischexporte bis 2035 um durchschnittlich ca. 1,0 % pro Jahr sinken. Dadurch dürfte der Anteil der EU an den weltweiten Schweinefleischexporten von 28,5 % auf 26 % zurückgehen.
Die EU-Kommission prognostiziert, dass die EU-Schweinepreise bis 2035 im Mittel bei rund 2,00 €/kg liegen und damit auf dem Niveau vergangener Jahre bleiben, jedoch weiterhin über den Erzeugerpreisen in Brasilien und Kanada liegen werden.

Maisanbau 2025: Strategien gegen Kälte- und Trockenstress enthüllt

Herausforderungen für den Maisanbau im Jahr 2025

Zu Beginn der Saison schienen die Bedingungen günstig: Die Aussaat begann früh und unter vielversprechenden Umständen. Doch das Blatt wendete sich Ende Mai, als ungewöhnlich kalte Nächte und Spätfröste den jungen Pflanzen zusetzten. Auch Trockenheit belastete viele Regionen, was zu schlechten Erträgen führte. Zwar brachte der Regen im Juli eine Entspannung, doch die Pflanzen blieben aufgrund der vorherigen Trockenheit kurz, zeigten aber eine beeindruckende Kolbenleistung.

Anforderungen an den Wasserbedarf von Mais

Mais stammt ursprünglich aus den Subtropen und benötigt daher konstante Bodentemperaturen zwischen 8 und 10 °C während der Aussaat. Um optimal zu keimen, muss das Saatkorn etwa 30 Prozent seines Eigengewichts an Bodenwasser aufnehmen. Lange Auflaufphasen über 14 Tage sollten vermieden werden, da sie die Vitalität der Pflanzen schwächen und sie anfälliger für Krankheiten machen.

Mit dem Beginn des Längenwachstums steigt der Wasserbedarf des Maises kontinuierlich an. Besonders in der Phase zwischen dem Erscheinen des letzten Blattes und der Einkörnung verbraucht die Pflanze bis zu 50 Prozent ihres gesamten Wasserbedarfs. Fehlende Niederschläge in dieser Zeit führten in einigen Regionen zu erheblichen Einbußen bei Wuchs und Kolbenbildung.

Kältetolerante Sorten als Lösung

Um den Herausforderungen von Kälteperioden zu begegnen, haben sich bestimmte Maissorten als vorteilhaft erwiesen. Flint-Typen sowie Flint- und Dentkreuzungen zeigen eine höhere Kältetoleranz als reine Dent-Sorten. Diese Sorten bieten ein gleichmäßiges Auflaufen und stabiles Jugendwachstum auch unter kühlen Bedingungen.

Unter schwierigen Frühjahrskonditionen können diese Sorten ihren Entwicklungsvorsprung nutzen, um Erträge vor Eintritt von Stressphasen zu realisieren. Auch bei reinen Dent-Typen gibt es interessante Sorten mit guter Jugendentwicklung und Trockentoleranz.

Nährstoffversorgung in kalten Phasen

Kälte vermindert sowohl das Wurzelwachstum als auch die Nährstoffaufnahme. Daher ist eine gezielte Unterfußdüngung mit Diammoniumphosphat oder Schwefelsaurem Ammoniak sinnvoll, um den Pflanzen trotz niedriger Phosphorgehalte im Boden Unterstützung zu bieten. Die Platzierung von Spurennährstoffen wie Bor, Mangan und Zink hilft zusätzlich bei der Bewältigung von Kältestress.

Saatgutbeizung zur Ertragssicherung

Eine moderne Saatgutbeizung kombiniert Fungizide und Insektizide mit Nährstoffkomponenten und trägt wesentlich zur sicheren Jugendentwicklung bei kühlen Temperaturen bei. Fungizide schützen vor bodenbürtigen Krankheiten wie Pythium oder Fusarium, während Insektizide gegen Schadinsekten wirken. Beiznährstoffe fördern zudem ein stabiles Wurzelsystem.

Umgang mit Trockenstress

Trockene Bedingungen setzten dem Mais stark zu, insbesondere während seiner Hauptwachstumsphase. Ein Silomaisbestand benötigt etwa 400 bis 480 mm Wasser über die Vegetationsperiode hinweg, was in Jahren mit geringerem Niederschlag problematisch sein kann.

Befruchtungsstörungen durch Trockenheit sind häufig sichtbar an Kolben mit fehlenden Körnern an der Spitze. Diese entstehen oft durch ein verzögertes Auftreten der Narbenfäden oder eine frühzeitige Pollenfreisetzung.

Was verursacht die Klimakrise?

Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas setzt erhebliche Mengen CO₂ frei. Hauptquellen sind Kohlekraftwerke und Anlagen der Schwerindustrie (Stahl, Aluminium). Methan kommt vor allem aus der intensiven landwirtschaftlichen Tätigkeit. Zudem verschwinden natürliche Kohlenstoffsenken, die CO₂ dauerhaft aufnehmen, etwa durch Waldrodung und Austrocknung der Moore. Immer mehr Treibhausgase gelangen so in die Atmosphäre, verstärken den natürlichen Treibhauseffekt.

Und: In vielen Ländern entwickeln sich die Volkswirtschaften gerade, bisher fast immer auf Basis fossiler Energieträger wie Kohle und Öl. Noch mehr CO₂-Ausstoß ist die Folge.

Welche Länder stoßen am meisten CO₂ aus?

China liegt an der Spitze mit rund 32 Prozent, gefolgt von den USA mit etwa 13 Prozent, Indien mit rund 8 Prozent und Russland mit etwa 4,6 Prozent. Der deutsche Anteil liegt bei knapp 1,5 Prozent (Stand: 2024).

Global haben sich die energiebedingten CO₂-Emissionen – also die Treibhausgase, die bei der Umwandlung von Energieträgern etwa in Strom, Wärme oder im Verkehr entstehen – ständig erhöht: von 22,5 Gigatonnen (Gt, eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen) 1990 auf 38,1 Gt im Jahr 2024.

Allerdings hat sich die Anstiegskurve abgeflacht. Für einige Wissenschaftler ein Zeichen, dass Klimaschutzmaßnahmen anfangen zu wirken.

Wie sehr hat sich die Erde bereits erwärmt?

Belastbare Wetterdaten gibt es seit 1881. Nimmt man dieses Jahr als Startpunkt, so hat sich der globale Temperaturdurchschnitt bis 2024 um gut 1,55 Grad erhöht – mit starken regionalen Unterschieden. Betrachtet man die Entwicklung im Schnitt mehrerer Jahre, liegt die Erhöhung bei etwa 1,3 Grad. Auch differiert die Erwärmung über Land und über der Meeresoberfläche.

„Der vom Menschen verursachte Klimawandel wirkt sich bereits auf viele Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Welt aus. (…) Viele Veränderungen im Klimasystem werden in unmittelbarem Zusammenhang mit der zunehmenden globalen Erwärmung größer. Dazu gehören die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen, marinen Hitzewellen und Starkniederschlägen, landwirtschaftlichen und ökologischen Dürren in einigen Regionen, das Ausmaß tropischer Wirbelstürme sowie Rückgänge des arktischen Meereises, von Schneebedeckung und Permafrost.“

CO₂ hält sich 1.000 Jahre in der Atmosphäre, verstärkt also sehr lange den Treibhauseffekt. Selbst wenn sofort alle Emissionen gestoppt würden, würden die Klimawandelfolgen noch viele Dekaden auftreten.

Uneins ist die Wissenschaft hinsichtlich sich verstärkender Effekte. Wenn beispielsweise Methan aus tauenden Permafrostböden austritt und bestimmte Mengen dieses Gases frei werden, könnte es eine Art Klimawandel-Turbo geben. Das heißt, die Erwärmung würde noch schneller voranschreiten. Auch sind die Effekte der schmelzenden Landeismassen nicht genau vorherzusagen.

Geniale Ideen mit heimischer Schafwolle

ünf Schülerinnen der LFS Bruck, ein Ziel: Mit ihrem „Wollwunder“ verwandeln sie regionale Schafwolle in ein zukunftsweisendes Projekt. Erste Firmen haben schon Interesse an den Produkten angemeldet.

Fünf Schülerinnen der LFS Bruck entwickelten mit „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ ein Projekt, das sich mit der vielseitigen Verwendung von Schafwolle auseinandersetzt.

Die Schülerinnen fanden zahlreiche Veredelungsmöglichkeiten für Schafwolle: Filzen, Stricken, Pellets und gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungs-material.

Das Projekt erhielt den Regionalitätspreis 2025 in der Kategorie Land & Forstwirtschaft, sowie den zweiten Platz beim Arge Alp Wettbewerb in Trient.

Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist.

Hätten Sie es gewusst? Bis zu 800.000 kg Schafwolle werden jährlich in Österreich produziert, bei einem Schafbestand von etwa 400.000 Tieren. Doch für unsere Schafbauern bringt die Wollvermarktung in der Regel wenig ein.

Ein Großteil dieser Wolle wird aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender regionaler Veredelungsstrukturen derzeit vor allem für die Herstellung von Düngepellets oder als Dämmmaterial im Hausbau verwendet. Gleichzeitig werden große Mengen an Schafwolle, vorwiegend aus Australien und Neuseeland, importiert. Für heimische Bäuerinnen und Bauern bleibt der Erlös gering und beträgt nur rund 60 ct/kg.

Dies könnte sich jetzt auch dank einer Initiative von fünf Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck in Salzburg ändern. Die Schülerinnen sollten in Gruppen Projekte zum Thema „Ressourcenschonendes Arbeiten“ gestalten. Nina Eder, Marie Grünwald, Michaela Huber, Laura Merth und Katharina Schwab nahmen im Projekt „Wollwunder, das Schaf, ein Nutztier mit vielen Facetten“ das Produkt Wolle genauer unter die Lupe. Denn die Schule hat eine eigene Schafherde, die zweimal im Jahr geschoren wird.

„Das Scheren der Tiere kostet mittlerweile mehr, als man mit dem Verkauf der Wolle einnimmt. Auf dem traditionellen Weg wird die Wolle gewaschen, im Lungau kardiert und dann im Unterricht zu Filzprodukten verarbeitet. Dafür wird aber nur ein kleiner Teil der Wolle benötigt“, erklärt Mathias Kinberger, Lehrer der LFS Bruck. Was aber tun mit der restlichen Wolle? Dazu sind die Schülerinnen auf eine innovative Idee gekommen: Gewaschene Wolle als nachhaltiges Verpackungsmaterial, die gleich doppelt eingesetzt und nach ihrem Dienst noch als Dünger im Garten verwendet werden kann.

„Wir waschen die Wolle direkt in der Schule, die Pellets werden von der Firma Rocherbauer in Abtenau verarbeitet. In der Schule werden sie verpackt, etikettiert und im Regionalladen verkauft. Wir haben auch schon ein Angebot für eine Kooperation für die Wolle als Verpackungsmaterial bekommen. Die Firma möchte unser Verpackungsmaterial kaufen und würde Werbung für uns machen“, erzählt Laura Merth.

Das Projekt „Wollwunder“ beweist auf eindrucksvolle Art und Weise, wie sich traditionelle Materialien neu denken lassen, und dass regionale Lösungen auch meist die nachhaltigsten sind. Erste Kooperationen zeigen, dass der Ansatz nicht nur im Unterricht, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist. von Torsten Altmann

China verhängt vorläufig Zölle auf EU-Milchprodukte

Deutschland muss ab morgen 28,6 % Zoll auf Milchprodukte zahlen. Für die belgische und die niederländische Niederlassung von FrieslandCampina gelten 42,7 %.

China erhebt ab Dienstag (23.12.) vorläufig Importzölle auf bestimmte Milchprodukte aus der EU. Das teilte das Handelsministerium in Peking am Montag mit. Die Zollsätze liegen zwischen 21,9 und 42,7 %.

Die Zölle seien laut der Tagesschau die Folge einer Prüfung, welche über ein Jahr andauerte. Vorläufige Beweise zeigten, dass es Subventionen für importierte Milchprodukte aus der EU gebe, teilte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking mit. Chinas inländische Industrien hätten dadurch erhebliche Schäden und Subventionen erlitten, heißt es aus Peking. 

Die neuen Importzölle werden als Reaktion auf europäische Strafzölle auf chinesische E-Autos gewertet.  

Unterschiedliche Zollsätze  

Den ‍niedrigsten Zollsatz von 21,9 % muss die italienische Firma Sterilgarda Alimenti SpA zahlen, meldete die Tagesschau. Mehrere französische Unternehmen müssen 29,7 % und rund 50 weitere Firmen aus Deutschland, Italien oder Frankreich 28,6 % drauflegen. Der belgische und der niederländische Teil von FrieslandCampina müssen den Höchstsatz von 42,7 % zahlen.  

China zweitgrößter Abnehmer für Magermilchpulver 

Chinesischen Zolldaten zufolge ist die EU nach Neuseeland der zweitgrößte Lieferant von Milchprodukten für China. Insbesondere bei Magermilchpulver war China der zweitgrößte Abnehmer. Bei Butter und Vollmilchpulver lag das Land jeweils an vierter Stelle.  von Ida Hülsbusch

So Teuer war die Agritechnica

Vom unscheinbaren kleinen Reihenstand bis zum Mega-Messeauftritt war auf der Agritechnica 2025 wieder alles dabei. Was das wohl kostet?

Das Jahr 2025 geht zu Ende und wir schwelgen in Erinnerungen. Die Agritechnica hat auch in diesem Jahr wieder viele Landtechnik-Fans begeistert. An einigen Tagen war kaum ein Durchkommen in den Messehallen. 

Landmaschinenhersteller aus der ganzen Welt präsentierten sich in Hannover mit größeren und kleineren Auftritten. Was so ein Messestand auf der Weltleitmesse für Landtechnik wohl kostet? 

Diese Agritechnica-Auftritte waren besonders beeindruckend

Beeindruckend sind vor allem die Stände der Big Player: New Holland erstrahlte wortwörtlich in blauem Gewand. Millionen von LEDs tauchten Halle 3 in das charakteristische Markenblau. Dafür hat das Unternehmen tief in die Tasche gegriffen.

Am anderen Ende der Messe – in Halle 13 – duellierten sich Claas und John Deere, wer den faszinierenderen Stand hat. Flächenmäßig geht das Rennen an die US-Amerikaner. Doch was zahlt man für einen Agritechnica-Stand dieser Dimensionen?

Messestand auf der Agritechnica: Das günstigste Angebot

Wir haben einen Blick auf die Preisliste der DLG geworfen. Am günstigsten lässt es sich auf der Forstfreifläche ausstellen. Der Quadratmeter Standfläche schlägt dort mit 108 Euro zu Buche – Regen, Schnee und Wind inklusive. 

Will man lieber im Trockenen sitzen, muss man sich mindestens für einen 12 m² großen Reihenstand entscheiden. Inklusive Nebenkostenvorauszahlung, Anmeldegebühren und Medienpaket ist man der DLG für die gesamte Messewoche 3.882 Euro zzgl. MwSt. schuldig. Das klingt erstmal machbar. Dazu kommen jedoch die Kosten für Standbau, Personal und Logistik.

Ausstellen auf der Mega-Messe: So teuer kann es werden

Interessant wird es, wenn die Standgrößen steigen. John Deere hat in diesem Jahr ca. 10.000 m², also einen Hektar der Agritechnica, in Anspruch genommen. Allein für die Standfläche waren bei 233 Euro/m² für den „Blockstand“, der zu vier Seiten geöffnet ist, also gut 2,6 Mio. Euro fällig (inkl. Nebenkostenvorauszahlung, Mediapaket und mehr). 

Ob dieser rechnerische Standardpreis lat Kalkulator jedoch dem tatsächlich von den Herstellern an die DLG gezahlten Betrag entspricht, ist fraglich. Branchenkenner gehen davon aus, dass insbesondere große Aussteller individuelle Konditionen vereinbaren oder Preise verhandeln, die vom offiziellen Quadratmeterpreis abweichen können.

Der Messebau sowie Kosten für Personal und Co. kommen obendrauf

Zum Standardpreis kam der Standbau für den spektakulären Messeauftritt hinzu. Was der gekostet hat, können wir nur schätzen. Bekannt ist, dass Unternehmen für einen komplexen Messestand bis zu 2.000 Euro/m² ausgeben. 

Wir addieren die Summen und kommen auf einen Gesamtpreis von 22,6 Mio. Euro für den gesamten John-Deere-Messeauftritt zuzüglich Personal, Transport und Logistik und Marketing. Pro Messetag wären das 3,2 Mio. Euro und pro Messeminute stolze 41.921 Euro.  

Die Kosten schrecken die Hersteller aber offenbar nicht ab. Bereits im Juni hatte die DLG verkündet, dass die Megamesse (wieder) komplett ausgebucht ist. von Evelyn Fiedler

Fleischersatz- Hersteller Beyond Meat in der Krise

Der US-amerikanische Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat steht gerade massiv unter Druck. Die Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld LLP hat am Montag eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen die Wertpapiergesetze angekündigt. Im Fokus stehen die Bewertungen langfristiger Vermögenswerte und die Frage, ob Beyond Meat diese künstlich hochgehalten hat, bevor das Unternehmen sie abrupt abschrieb, berichten Ad Hoc News und boerse-global.de.

Die Aktie von Beyond Meat sackte daraufhin am Montag um rund 6,6 % auf etwa 1,14 Dollar ab.

Darum rückte die Firma den Bericht so ungern raus

Der Verdacht bezieht sich auf die verspätet veröffentlichten Q3-Zahlen vom 10. November 2025, die eine außerordentliche Wertberichtigung von 77,4 Mio. Dollar enthielten. Die Untersuchung kommt nur zwei Wochen nachdem ein Bundesgericht in Massachusetts Beyond Meat zur Zahlung von 38,9 Mio.  Dollar an Vegadelphia Foods verurteilte, berichten die Onlineportale. Das Gericht sah eine vorsätzliche Markenverletzung als erwiesen an – eine Summe, die fast 60 % der für Q4 prognostizierten Umsätze entspricht.

Umsatzeinbruch größer als erwartet

Der Bericht für das dritte Quartal 2025 verrät auch, dass der Umsatz nur bei 70,2 Mio. Dollar lag und damit die Erwartungen klar verfehlt hat. Der Nettoverlust weitete sich auf 110,7 Mio. Dollar aus, maßgeblich durch die erwähnte Wertberichtigung belastet.

Zusätzlich setzte die Versechsfachung der Zahl der autorisierten Stammaktien von 500 Mio. auf 3 Mrd. den Kurs unter Druck. Die bereits im Oktober durchgeführte Umschuldung führte zur Ausgabe von rund 317,8 Mio. neuer Aktien, heißt es.

Für das vierte Quartal rechnet Beyond Meat mit Umsätzen zwischen 60 und 65 Mio. Dollar. Das bedeutet einen weiteren Rückgang gegenüber Q3 und zeigt, dass sich die Nachfragesituation nicht verbessert

Leserstimme

„Der anfängliche Hype lag wohl an den vielen neugierigen Testkäufern. Wie sich längst ziemlich unmissverständlich zeigt, genügt das offenbar bescheidene Geschmackserlebnis nicht, dass Kunden dauerhaft immer wieder (zu den Preisen!) kaufen und ihr Umfeld animieren, es ebenfalls zu testen. Natürlich enttäuschen dann die Zahlen und mancher Investor mit Dollarzeichen in den Augen hat ne Menge Geld in den Sand gesetzt. Leider tut die Politik beharrlich noch immer so, als läge in den Fleischalternativen die Zukunft.“ (Andreas Gerner) von Alfons Deter

Auch in Deutschland ohne Image Arbeit bei Fleisch geht es schwer

Seit acht Monaten arbeitet die „Initiative Fleisch“ am Image der Fleischbranche. Geschäftsführerin Dr. Kirsten Otto erklärt, wie 100 Mio. Kundenkontakte erreicht wurden – und was 2026 kommt.

Frau Dr. Otto, Sie sind seit acht Monaten mit der Initiative Fleisch „on air“. Was konnten Sie seitdem bewegen?

Dr. Kirsten Otto: Wir haben in kurzer Zeit unsere Marke ,, Iss was dir schmeckt! aufgebaut, die 20% der Bevölkerung sofort wiedererkennen. Die Kampagne trifft den Nerv vieler Menschen. Und wir kommen unserem Ziel näher: Essen soll wieder verbinden, statt zu spalten. Wahlfreiheit und Freude am Genuss sollen im Mittelpunkt stehen. Auch intern haben wir etwas geschafft, was lange nicht möglich schien: Die Branche aus Landwirtschaft und Fleischwirtschaft kommuniziert geschlossen.

Was können wir 2026 von der Initiative Fleisch erwarten?

Otto: Wir werden noch stärker zeigen, dass Fleisch heute für bewussten Genuss, Verantwortung und Vielfalt steht. Im ersten Quartal starten wir ein YouTube-Format, in dem unterschiedliche Menschen ihre Erfahrungen mit Fleisch diskutieren. Es kommt ein neuer TV-Spot und wir gehen in den Social-Media-Austausch. Alles ist
auf Dialog gepolt – wir hören zu, wir lernen und wir antworten.

Wie müssen wir uns den Dialog vorstellen und was kommt bei Ihnen an?

Otto: Vor allem nach den TV-Spots kommen viele Anfragen – darunter sind auch sehr kritische und unsachliche. Die Menschen laden ihren Frust über die Branche ab. Aber auch diese Anfragen beantworten wir und vertreten unsere Botschaft: Wahlfreiheit, Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Ernährungsweisen. 2026 bauen wir diesen Austausch weiter aus – mit Themen wie Gesundheit und Ernährung. Grundsätzlich gehen wir mit jedem in den Dialog, der auf Augenhöhe diskutieren will.

In den Gremien sitzen überwiegend Personen aus der „Fleisch-Blase“. Wer berät Sie, um vielleicht ganz neue Ansätze zu entwickeln?

Otto: Genau aus diesem Grund haben wir zwei externe Agenturen, die den Blick von außen haben und uns zeigen, wie wir unsere Bubble verlassen können. Diese Agenturen haben Erfahrung mit Lebensmitteln, aber nicht speziell mit Fleisch. Das ist aber kein Makel – im Gegenteil. Manchmal braucht es den unvoreingenommenen Blick, um wirklich neue Wege zu gehen.

Welches Budget haben Sie zur Verfügung, um das Image von Fleisch bei den Verbrauchern weiter zu bessern?

Otto: Im aktuellen Jahr standen uns 12 Mio.€ zur Verfügung, von denen der größte Teil in die TV-Präsenz fließt. Wir haben bewusst  Formate wie „Das perfekte Dinner“, oder „Let’s Dance“ gewählt. Dort erreichen wir die reflektierten Genießer, wie wir sie nennen, die verantwortungsvoll genießen möchten und wissen wollen, wo ihr Fleisch herkommt.

Entweder wir gehen gemeinsam oder gar nicht.

Otto: Gerade weil die Lage so herausfordernd ist, halten alle zusammen. Ich glaube, die Branche hat verstanden: Entweder wir gehen gemeinsam oder gar nicht. Mehr als die Hälfte des Schlachtvolumens stehen hinter uns.

Sie wollen die Branche wieder positiver ins Licht zu rücken. Wie ist denn das aktuelle Image?

Otto: Das Vertrauen war durch Diskussionen zu Tierwohl, Klima und Ernährung stark unter Druck. Aber die Branche hat sich weiterentwickelt und vieles verbessert. Umfrageergebnisse, die wir durch ein Institut eingeholt haben, zeigen einen Vertrauenszuwachs von Menschen gegenüber der Fleischbranche.

Die Zahl der Vegetarier ist seit Jahren stabil bei rund 10 %. Was steigt, ist der Anteil der Flexitarier (37 %). Wie wollen Sie diese erreichen?

Otto: Das ist genau unsere Kernzielgruppe. „Iss, was dir schmeckt“ setzt genau da an: Wir bauen keinen Druck auf, wir belehren nicht. Wir zeigen echte Essmomente, in denen Fleisch dazugehört – ohne den moralischen Zeigefinger. von Andreas Beckhove

Alpenkaviar

Die sibirischen Störe und Sterlet, aus denen Helmut Schlader den Alpenkaviar gewinnt, schwimmen im kristallklaren Quellwasser aus den Bergen. „Das Wasser, die sorgfältige Verarbeitung und milde Salzung verleihen dem Alpenkaviar den einzigartigen, nussigen Geschmack,“ erklärt der Experte, der mit diesen Produkten beweist: Echter Kaviar muss nicht aus Russland kommen. Er ist, dank Helmut Schlader, eine heimische Delikatesse und eines unserer edelsten und wertvollsten Genussmittel. “Unser Unternehmen liegt am Rande des Nationalparks Kalkalpen im Steyrtal in Oberösterreich. Hier herrschen ideale Bedingungen für die Aufzucht und Produktion von exklusivem Alpenkaviar.” Wie kommt man aber zum Stör? „Schon als Bub war fischen meine Leidenschaft. Bei einem beruflichen Aufenthalt in Rumänien bin ich dann wieder dem Stör begegnet und damit auch dem Problem der Bedrohung dieser Fischart. Neben der Energiewirtschaft, der Lebensraum der Störe wird durch die Flussregulierung zerstört, ist das Schwarzfischen wegen der Kaviargewinnung im rumänischen und bulgarischen Teil der Donau eine Bedrohung für die Tiere.“ Durch die Zucht bleibt der Wildkaviar unangetastet. „Das ist mein Beitrag zum Artenschutz”, so Schlader.

Die Aufzucht der Fingerlinge, so nennt man die fingerlangen Winzlinge, erfolgt zuerst unter stetiger Beobachtung in kleinen Becken, aber schon nach ein paar Monaten kommen Sie in größere naturnahe Teiche, wo sie ideale Bedingungen zum Heranwachsen vorfinden. @Alpenkaviar

Der Sterlet ist die einzige bis heute in Österreich heimische Störart. ©Alpenkaviar

Durch die runde Form der Becken und die hohe Durchflussmenge an Wasser sind die Störe immer leicht in Bewegung und bauen dadurch Fett ab und Muskeln auf.

Durch und durch österreichisch

Die Becken liegen nah an der Steyr, sie werden aus wasserrechtlichen Gründen aber von der Hausquelle des Schlader’schen Hofes gespeist und nicht etwa, wie sonst oft, als Kreislaufanlage geführt, wo dasselbe Wasser wieder und wieder durch die Becken gepumpt wird. In den Teichen tummeln sich einerseits Sibirische Störe,

Albinostör – eine Laune der Natur. ©Alpenkaviar

eineinhalb Meter lang, und Sterlete, die mit ihren 60 Zentimetern geradezu zierlich wirken. Sterlet ist übrigens die einzige bis heute in Österreich heimische Störart. Für den weißen Kaviar kauft Schlader gezüchtete Albino Störe zu. Der Albino Stör ist eine Laune der Natur und jährlich werden nur wenige hundert Kilos des exquisiten Störes gehandelt. Die weltweite Produktion des Almas Kaviar wird auf wenige Kilos geschätzt. Alpenkaviar schätzt sich glücklich jährlich 2-3 Kilos dieses besonderen Kaviars zu produzieren. Der Kaviar hat einen champagnercremigen dottrigen Geschmack und sollte, auch wir sind dieser Meinung, zu mindestens einmal im Leben genossen werden.

Kaviar Baeri

Kaviar ALMAS

Kaviar ALMAS

Der Ursprung des Wortes Kaviar ist nicht gesichert; es könnte vom persischen Wort „Khag- viar“ – eine  Bezeichnung für „schwarzes kleines Fischei“ – herleiten. Andere Quellen sprechen vom Chav – Jar, dem „Kuchen der Freude“. Der Alpenkaviar wird unter strikten hygienischen Bedingungen und bei niedrigen Temperaturen hergestellt. In zahlreichen Arbeitsschritten werden die Störeier vom Bindegewebe getrennt und gewaschen. Der gewonnene Kaviar wird mit Salz vermischt und unter Vakuumbedingungen manuell verpackt. „Bei einer Lagerung von +/- 2 Grad ist der frische Alpenkaviar mindestens 2 Monate haltbar. Nach dem Öffnen der Dose sollte der Kaviar innerhalb von 6 Tagen verzehrt werden,“ rät der Experte.

Außer dem hohen Genusswert hat Kaviar noch andere wertvolle Eigenschaften


Die Nutztierhaltung sorgt für 15,6 Mrd. € Wertschöpfung

Die Nutztierhaltung erzeugt 15,6 Mrd. € Wirtschaftskraft und sichert 182.500 Jobs in Österreich. Das zeigt eine IWI-Studie. Sie zeigt auch: Hohe Kosten drücken, deshalb werden faire Preise gefordert.

Die Nutztierhaltung stellt eine tragende Säule der österreichischen Volkswirtschaft dar. Sie erzielt eine Gesamtwirtschaftskraft von 15,6 Mrd. € sowie 182.500 gesicherte Arbeitsplätze. Dies zeigt eine vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) im Auftrag der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ) erstellte Studie, die am Mittwoch auf einer Pressekonferenz präsentiert wurde.

Die Studie gliedert die Wirtschaftskraft präzise: 7,2 Mrd. € direkter Produktionswert innerhalb der Nutztierbetriebe, ergänzt durch 4,2 Mrd. € indirekte Effekte in Zulieferbranchen wie Futtermittel, Bauwesen (Stallbau), Tierarztleistungen, Versicherungen und Energie, erklärte IWI-GF Herwig Schneider. Induzierte Effekte durch Konsum und Investitionen der Beschäftigten würden weitere Impulse bringen, was zu einer gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung von 6,7 Mrd. € führe – vergleichbar mit Arbeitnehmerentgelten, Gewinnen und Zinsen. Die Multiplikatoreffekte sind laut Schneider enorm: „Jeder Euro in der Tierhaltung generiert mehr als einen weiteren in der übrigen Wirtschaft, jeder Job schafft über 6% der gesamten Beschäftigung“, so der Experte.

Rund 182.500 Arbeitsplätze – davon ein signifikanter Teil in ländlichen Regionen – werden durch die Nutztierhaltung gesichert, beginnend bei 82.000 tierhaltenden bäuerlichen Familienbetrieben (93% aller Landwirtschaftsbetriebe). Jeder zweite Job in der Landwirtschaft hänge direkt mit Tierhaltung zusammen, sagte Schneider. Impulse würden in Verarbeitung, Transport, Handel, Futtermittel- und Getränkeindustrie sowie chemische und Textilbranche gehen. Alle Bundesländer profitieren, besonders Flächenländer wie Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark, aber auch Tirol; Rinderwirtschaft dominiert, gefolgt von Schweinen, Geflügel, Schafen/Ziegen und Pferden, führte der Fachmann weiter aus.

aut Schneider drücken vor allem die Kostensteigerungen in der Landwirtschaft: Seit 2020 erhöhten sich die Umsätze zwar im Schnitt um 18%, jedoch stiegen die Kosten um 37% – also doppelt so schnell, besonders bei futterintensiven Arten wie Rindern, Schweinen und Geflügel. Hohe Anteile entfallen auf Futtermittel, Stallungen und Energie. Die Studie warnt vor Wettbewerbsverlust durch Importe und fordert Planungssicherheit.​

Totschnig nannte die Nutztierhaltung einen „zentralen Pfeiler des ländlichen Raums“ und starken Motor für Branchen wie Futtermittel, Verarbeitung, Tourismus, Energie und Technologie, mit 182.000 gesicherten Jobs. Er lobte die 93% bäuerlichen Familienbetriebe (82.000 tierhaltend), den EU-Spitzen-Bio-Anteil (27% Fläche) und über 80% Agrarumweltprogramm-Teilnahme als Vorbild für nachhaltige Produktion.​

Gleichzeitigt warnte der Minister vor steigenden Kosten, Wettbewerbsdruck durch Freihandelsabkommen (z. B. Mercosur), Klimawandel, Tierseuchen und niedrige Einkommen. Er forderte Planungssicherheit im EU-Budget 2028 bis 2034, weniger Bürokratie in der GAP, Digitalisierung, Klimawandelanpassung (Versicherungen, Forschung), Investitionen und eine erweiterte Herkunftskennzeichnung.

NTÖ-Obmann Markus Lukas, selbst Geflügelbauer aus der Südsteiermark, betonte, dass die Nutztierhaltung die Österreicher „dreimal täglich“ beim Frühstück, Mittagessen und Abendessen versorgt – eine oft unsichtbare Leistung für Versorgungssicherheit, Regionen und Wirtschaftsstandort.​ Er zeigte sich beeindruckt von den 15,6 Mrd.€ , forderte aber faire Rahmenbedingungen angesichts der Kostenexplosion: „Hohe Standards brauchen faire Entlohnung“, sagte Lukas. Weiters mahnte er eine stabile GAP, faire Wettbewerbsbedingungen für Importe, Transparenz in der Wertschöpfungskette (klare Herkunftskennzeichnung) und Verbraucher-Verantwortung ein: „Wer hohe Standards will, muss sie beim Einkauf mittragen.“ von Torsten Altmann

Entwaldungsverordnung EUDR : EU-Parlament segnet Verschiebung ab

Damit Landwirte die EU-Entwaldungsverordnung wirklich erst 2027 anwenden müssen, müssen die EU-Länder der Verschiebung schnellstens zustimmen. Das gilt zum Glück als Formsache.

Das Europaparlament hat der Verschiebung der Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) um ein Jahr zugestimmt. Kürzlich hatten sich das Europaparlament, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten bereits auf politischer Ebene darauf geeinigt.

Das Votum der Abgeordneten in Straßburg ist dessen formaler Vollzug. In Kürze wird auch der Rat der EU-Mitgliedstaaten sein Plazet geben.

Die Zeit läuft

Im Anschluss muss der vereinbarte Text noch vor Ende des laufenden Jahres im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, damit die Änderungen in Kraft treten können. Andernfalls würden die bisherigen Fristen gelten.

Zur Erinnerung: Die aktuell gültige Version der EUDR muss derzeit noch ab dem 30. Dezember angewendet werden.

Kommt der Aufschub noch rechtzeitig, müssen große Unternehmen und Händler die Verordnung ab dem 30. Dezember 2026 anwenden; kleine Unternehmen – dazu werden Privatpersonen sowie Kleinst-und Kleinunternehmen gezählt – erst ab dem 30. Juni 2027. Durch die zusätzliche Frist soll ein reibungsloser Übergang sichergestellt werden.

Die EU-Entwaldungsverordnung

Ursprünglich wurde die EUDR Mitte 2023 von den Co-Gesetzgebern verabschiedet. Das Ziel der Verordnung: den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt zu bekämpfen. Die mit dem EU-Konsum von Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Kautschuk und Rinderprodukten verbundene Entwaldung soll reduziert werden.

Insbesondere sollen die IT-Systeme der EU-Kommission bei der elektronischen Abgabe der Sorgfaltspflichterklärungen durch Unternehmen, Händler und ihre Vertreter verlässlich genutzt werden können.

Das Europaparlament hatte in den Verhandlungen mit Kommission und Rat darauf gedrängt, dass die zuständigen Behörden dazu verpflichtet werden, sich über schwerwiegende technische Fehler oder Störungen im Informationssystem auszutauschen.

Darüber hinaus soll es auch eine Reihe von inhaltlichen Vereinfachungen geben; beispielsweise bei den Sorgfaltspflichten. Hier haben die beiden Gesetzgeber vereinbart, dass die Verantwortung für diese Erklärungen bei den Unternehmen liegt, die ein relevantes Produkt als Erste auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht haben. Dem nachgelagerten Bereich werden keine Pflichten auferlegt. von Konstatin Kockerols AgE

GAP- Fast durch

Das Vereinfachungspaket zur aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist so gut wie beschlossen. Die Landwirte können zeitnah auf Erleichterungen hoffen. Das Europaparlament hat der jüngst getroffenen politischen Übereinkunft mit dem Rat und der EU-Kommission am Dienstag (16.12.) zugestimmt; somit fehlt nur noch die formelle Zustimmung der Mitgliedstaaten. Die neuen Regelungen treten einen Tag nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft; dies soll in Kürze erfolgen. Dann können die vereinfachten Regeln bereits 2026 vollumfänglich angewendet werden.

Konkret wird es für Ökolandwirte eine „Green-by-Definition-Regelung“ geben. Das bedeutet, dass Flächen eines landwirtschaftlichen Ökobetriebes in den Augen der EU automatisch als weitgehend in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ) gelten. Eingeschlossen sind auch Umstellungsflächen. Allerdings können EU-Staaten diese Vereinfachung optional begrenzen. Ökologisch wirtschaftende Betriebe müssten dann zumindest für einen Teil der GLÖZ-Regeln weiterhin Nachweise erbringen.

Vereinfachung beim Dauergrünland

Darüber hinaus sind Vereinfachungen bei GLÖZ 1 – also dem Schutz von Dauergrünland – geplant. Flächen, die am 1. Januar 2026 als Ackerland gelten, sollen diesen Status behalten können, selbst wenn sie nicht gepflügt, gegrubbt oder neu eingesät werden. Bisher war es erforderlich, Ackerland alle fünf Jahre umzubrechen, damit es diesen Status behält.

Kleinlandwirte sollen zukünftig mehr Geld von der EU erhalten können. Parlament und Rat einigten sich zudem darauf, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe mit bis zu 3.000 Euro jährlicher finanzieller Unterstützung gefördert werden können. Die EU-Kommission hat ursprünglich 2.500 Euro vorgeschlagen. Zusätzlich ist eine einmalige Investitionshilfe von bis zu 75.000 Euro vorgesehen, statt der zunächst vorgeschlagenen 50.000 Euro. Darüber hinaus sollen Landwirte zukünftig maximal einer offiziellen Vor-Ort-Kontrolle pro Jahr unterzogen werden. AgE (17.12.2025)

China setzt Zölle zurück

China hat nach einer mehrmonatigen Untersuchung endgültige Anti-Dumping-Zölle auf Schweinefleisch und Schweinenebenprodukte aus der EU festgelegt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Abgaben liegen je nach Unternehmen zwischen 4,9 und 19,8 % und treten am 17. Dezember in Kraft, wie das Pekinger Handelsministerium mitteilte.

Die chinesische Seite begründet die Maßnahme damit, dass EU-Schweinefleisch zu Dumpingpreisen ins Land gelangt sei. Dies habe der heimischen Schweinefleischbranche massiven Schaden zugefügt.

Deutliche Absenkung

Im September hatte China noch vprläufige Anti.Dumping-Zölle zwischen 15,6 und 62,4 % eingeführt. Die jetzt verkündeten endgültigen Zollsätze liegen somit niedriger als zunächst angesetzt. Hauptsächlich getroffen werden Lieferungen aus Spanien, den Niederlanden und Dänemark. Das Verfahren war im Juni 2024 gestartet worden.

Die EU-Schweinefleisch-Exporte nach China hatten im vergangenen Jahr ein Volumen von über 2 Mrd. € erreicht. Trotz der Reduzierung bleiben die neuen Zölle eine Belastung für europäische Exporteure, fallen aber moderater aus als ursprünglich befürchtet.

Wahrer Grund: E-Autos?

Experten ordnen das Anti-Dumping-Verfahren in den größeren Handelskonflikt zwischen China und der EU ein. Die EU hatte zuvor Strafzölle auf chinesische Elektroautos erlassen und diese mit wettbewerbsverzerrenden Staatssubventionen gerechtfertigt. China weist diese Darstellung zurück und wirft Brüssel Protektionismus vor.

Parallel dazu hat Peking bereits Zölle auf europäischen Weinbrand durchgesetzt. Eine weitere Anti-Subventionsuntersuchung gegen EU-Milchprodukte läuft noch bis Februar 2026. von Andreas Beckhove

Österreichs Landwirte erzielen heuer ein kräftiges Plus ?

Nach durchwachsenen Jahren hat sich das Einkommen der Landwirte zumindest in diesem Jahr wieder erholt. Das sind die Gründe.

Nach zwei durchwachsenen Jahren können sich Österreichs Bauern wieder über eine Einkommensplus freuen. Den ersten Schätzungen der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung zufolge erhöhte sich das landwirtschaftliche Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit im Vorjahresvergleich real, also inflationsbereinigt, um 21,2 %. Im Vorjahr war es lediglich um 1,8 % gestiegen, nachdem es 2023 deutlich um 21,5 % eingebrochen war.

Der deutliche Einkommenszuwachs hat mehrere Gründe. Produktionswert und Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft wuchsen 2025 kräftig. Dank zufriedenstellender Ernten im Pflanzenbau und gestiegener Erlöse in der tierischen Erzeugung nahm der Produktionswert der Landwirtschaft nach Rückgängen in den beiden Vorjahren um zehn Prozent auf 11 Mrd. € im Vergleich zu 2024 zu. Das lag zum einen an den besseren Erzeugerpreisen in der tierischen Erzeugung, aber auch am höheren Produktionsvolumen im Pflanzenbau. So stieg das Volumen bei Getreide und Ölsaaten um etwa16 bzw. 15 %, bei Zuckerrüben sank die Produktion aufgrund er miserablen Preise in 2024 dagegen mengenmäßig um über 43 %. Auch bei Kartoffeln sanken die Umsätze. Trotz einer höheren Erzeugung (+13,6%) drückten niedrigen Preise (-20,3% ) das Umsatzvolumen um 9,5 %. Insgesamt betrug der Produktionswert im Pflanzenbau rund 4,6 Mrd. € (+11,3 %)

In der tierischen Erzeugung machten die guten Rinder- und Milchpreise die niedrigeren Erlöse im Schweinesektor wieder wett. Die Schweineproduktion wuchs zwar leicht, dagegen hielt der Rückgang der Rindfleischerzeugung auch 2025 mit einem Minus von 3,3 % an. In der Milchproduktion dagegen sorgten vor allem die um gut elf Prozent höheren Preise für den Umsatzzuwachs um 13 % auf über 2,2 Mrd. €. Doch die Milchpreise sinken inzwischen schon. 

Die Umsätze bei Rindern (1,2 Mrd. €), Milch und Schweinen (0,9 Mrd. €) prägen in der Tierhaltung den Gesamtumsatz von 5,2 Mrd. € (+9,9%).

Auf der Kostenseite erhöhten sich laut Statistik Austria auch die Aufwendungen für Vorleistungen um +3,7 % auf 5,9 Mrd. €. Auch die Abschreibungen für das Anlagevermögen weiter zu. Sie kletterten um 1,6 % auf knapp 2,8 Mrd. €. Die als „sonstige Subventionen“ klassifizierten öffentlichen Gelder sanken hingegen leicht auf 1,6 Mrd. € (−0,7 %).

UBV misstraut Berechnungen

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) ist verwundert über die Berechnungen der Statistiker. So klagten Ackerbauern über „schlechte Preise beim Getreide und beim Mais“. Sie zahlten je Hektar ihren Aussagen nach 200 bis 300 Euro ordentlich dazu!, so  so UBV-Präsident Karl Keplinger.  Die Schweinemäster verdienen nach deren Aussagen nichts.  Der Milchpreis ist seit Jahresmitte um rund fünf bis sechs Cent/l gefallen. Keplinger fragt sich, „wer rechnet da wo und wie falsch?“

Beim Milchpreis nimmt der UBV-Präsident die Entwicklung vorweg. Bis Oktober stieg er nach AMA-Daten noch leicht an. Für November haben Molkereien aber Rückgänge von bis zu 3 Cent angekündigt, für Dezember rechnet die AMA mit weiteren  Preisrücknahmen.  

Kritik an Ramschpreisen für Butter

Die aktuellen Dumpingpreise bei Milchprodukten im Lebensmittelhandel beklagt Josef Moosbrugger, Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer (LKÖ).  „Ein 250-g-Packerl österreichische Butter hat derzeit in manchen Handelsketten fast genau den gleichen Preis wie eine halbe Stunde Parken unter freiem Himmel in Wien, nämlich 1,29 Euro“, so der Kammerpräsident. 

Diese Schleuderpreise sind bringen Österreichs Milchviehbetriebe, die ohnehin unter angespannten Märkten bei steigenden Kosten litten, massiv unter Druck. „Verantwortungsgefühl für Tierwohl, bäuerliche Familienbetriebe und Versorgungssicherheit schaut anders aus“, wettert Moosbrugger. von Josef Koch